Politik : 530 000 Mal Saddam

Andrew Gray (Reuters)

d. Früher hingen die Porträts von Saddam Hussein in Bagdad an jeder Straßenecke. Nach dem Sturz des irakischen Präsidenten verbannten die US-Soldaten die Bilder schnell aus dem Straßenbild. Doch jetzt sind Soldaten sowie irakische Polizisten wieder dabei, Poster und Flugblätter mit Saddams Porträt in Bagdad zu verteilen. Nun ist es unwahrscheinlich, dass jemand im Irak vergessen hat, wie Saddam aussieht. Die mit „Wanted“ (Gesucht) bedruckten Poster sollen daher auch eher die Nachricht über die 25 Millionen Dollar Belohnung verbreiten, die für Hinweise auf seinen Aufenthaltsort oder den Beweis seines Todes ausgesetzt ist. Außerdem signalisieren sie, dass die Jagd nach dem Ex-Präsidenten noch nicht beendet ist. Das Poster zeigt Saddam in Schwarz-Weiß, auf dunkelrotem Hintergrund. Unter seinem Bild sind Fotos seiner getöteten Söhne Udai und Kusai, deren Gesichter mit schwarzen Kreuzen durchgestrichen sind.

„Manche Leute wissen überhaupt nicht, das es eine Belohnung gibt“, sagt der Zahnarzt Haider Ali, während er zusieht, wie US-Soldaten und irakische Polizisten Poster aufhängen und Flugblätter verteilen. „Ich hoffe, sie fassen ihn früher oder später“, fügt er noch hinzu. Die US-geführte irakische Regierung will in den nächsten Wochen 130 000 Fahndungsplakate aufhängen und 400 000 Flugblätter verteilen, um den Ex-Diktator endlich zu fassen.

Doch die Fahndungsaktion stößt nicht bei allen Irakern auf positive Resonanz: „Als Saddam noch im Amt war, hatten wir Strom, Stabilität und feste Preise“, sagt einer. Jetzt gebe es nur noch Plünderung, Raub und keine Sicherheit mehr. Wenn er Saddam sehen würde, würde er ihn nicht melden.

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