6 Tage nach der US-Wahl : Peter Thiel - deutsch, Milliardär, Trump-Fan

Er wettet gerne gegen die vorherrschende Meinung: Der in Frankfurt geborene Internet-Unternehmer Peter Thiel setzte auf Donald Trump. Jetzt zahlt sich das Investment aus. Ein kleines Porträt.

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Peter Thiel, ein milliardenschwerer Investor aus Deutschland, wettet gern gegen den Trend, also auch auf Donald Trump.
Peter Thiel, ein milliardenschwerer Investor aus Deutschland, wettet gern gegen den Trend, also auch auf Donald Trump.Foto: AFP

Da haben sich zwei Deutschamerikaner gefunden, die es in den USA zu Reichtum und Einfluss gebracht haben: Donald Trump, dessen Großvater aus Kallstadt in der Pfalz auswanderte, und Peter Thiel, ein in Frankfurt am Main geborener und in Amerika aufgewachsener Internet-Milliardär. Trump hat Thiel in sein "Transition Team " berufen; er berät den künftigen Präsidenten bei neuen Technologien.

Manche Medien nennen Thiel als Kandidaten für ein Ministeramt oder den Supreme Court. Der 49-Jährige hatte nach dem Studium in Stanford für einen Bundesrichter und eine Anwaltskanzlei gearbeitet und es einmal als „meinen Traum“ bezeichnet, Verfassungsrichter zu werden. Doch er winkt ab. Er wolle „den Präsidenten in jeder Weise unterstützen“, sagt er der „New York Times“, nicht aber aus Kalifornien nach Washington umziehen.

Thiel wettet gerne gegen die vorherrschende Meinung. Er investierte als einer der Ersten in Facebook – und verkaufte mit hohem Gewinn, als die Herde der institutionellen Anleger die Aktie entdeckt. Er war Mitgründer des digitalen Bezahldienstes PayPal und leitet den Hedgefonds Clarium Capital, der an Wetten gegen die Markttrends verdient. Dabei zeigt er Humor. Er finanzierte die Filmsatire „Thank You for Smoking“.

Demokraten und Republikaner sind für Thiel "out of touch"

Auch seine Unterstützung für Trump beruht mehr auf unkonventioneller Analyse als auf Sympathie für die Person. Die beiden großen Parteien seien „out of touch“; sie hätten den Blick für die wirtschaftliche Realität im Alltag der Bürger verloren. Hillary Clinton habe den Slogan ihres Mannes „It’s the economy, stupid!“ vernachlässigt. Die Republikaner lägen seit Jahrzehnten mit ihrem „Gerede“, welche ökonomischen Wunder ihre Ideologie bewirken könne, daneben. Die besten Chancen, meinte er, habe „jemand, der die Lage pessimistischer beschreibt“, weil das den Gefühlen der Wähler entspreche.

Thiel gehört zu den Libertären, die den Staat für ein Übel halten und seinen Einfluss begrenzen wollen. 2008 unterstützte er Ron Paul. 2016 spendete er 1,25 Millionen Dollar für Trump, der als Außenseiter galt, und warb für ihn auf dem Parteitag in Cleveland.

Gegen den Trend in Silicon Valley

Damit war er die große Ausnahme im Silicon Valley. Die IT-Branche betrachtete Trumps Rhetorik gegen Multikulti mit Misstrauen. Sie möchte Talente aus verschiedenen Kulturen anziehen und ihre Produkte in viele Länder verkaufen.

Thiel sah es umgekehrt: Trumps Chancen werden unterschätzt. Jemand mit Erfahrung in der IT-Branche müsse ihn beraten. Er „eröffnet die Chance, die Probleme aus einer neuen Perspektive zu betrachten“.

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