Politik : 60 Betriebe wegen Dioxin-Skandal gesperrt Umweltschützer zeigen Futtermittelhersteller an

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Erfurt/Potsdam (dpa). Der Thüringer Skandal um dioxinbelastetes Futter ereilt bundesweit immer mehr Landwirte. Mindestens 60 Betriebe seien gesperrt, 25 davon in Thüringen und etwa 35 in Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg, SachsenAnhalt und Bayern, sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU) am Dienstag. Neben den 1200 Tonnen dioxinbelasteter, getrockneter Backwaren würden jetzt 900 Tonnen Rübenschnitzel aus dem Apoldaer Mischfutterwerk auf Dioxinbelastung getestet. Mit dem Ergebnis sei Mitte der Woche zu rechnen. Wie viele Tiere wegen des verseuchten Futters nun getötet werden müssten, sei unklar.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz in Bonn hat Strafanzeige gegen den Futtermittelhersteller gestellt. Wie groß der Schaden für die Futtermittelhersteller und die Agrarbetriebe ist, ist noch unbekannt. Sklenar sagte, die Agrarbetriebe könnten vom Land nicht mit Entschädigungen rechnen, da es sich nicht um eine Tierseuche handele. Von dem Skandal um das belastete Futtermittel sind auch zwei Brandenburger Unternehmen betroffen. Ein Geflügelbetrieb im Landkreis Elbe-Elster und eine Schweinemast-Anlage im Landkreis Spree-Neiße seien gesperrt worden, hieß es aus dem Agrarministerium in Potsdam. Man geht davon aus, dass die Betriebe bis vor kurzem mit verseuchten Futtermitteln beliefert worden sind.

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