60 Jahre Israel : Aachener Friedenspreis für Israelis und Palästinenser

Zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel wird der Aachener Friedenspreis 2008 ausnahmsweise an drei Preisträger verliehen: an eine Menschenrechtsgruppe israelischer Frauen, einen palästinensischen Pfarrer und an den Mitbegründer der Ostermärsche in Deutschland.

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Die Frauen von MachsomWatch bekommen den Aachener Friedenspreis. -Foto:dpa

AachenDer internationale Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an die israelische Frauenorganisation MachsomWatch und an den palästinensischen Pfarrer der evangelischen Weihnachtskirche in Bethlehem, Mitri Raheb. Den nationalen Friedenspreis erhält der Politikwissenschaftler und Mitinitiator der Ostermarschbewegung Andreas Buro.

Durch Dialog verbunden

Damit würden am 1. September ausnahmsweise drei Preisträger geehrt, teilte der Verein Aachener Friedenspreis am Donnerstag mit. "Was alle drei Preisträger verbindet, ist der Dialog", sagte der Vereinsvorsitzender Otmar Steinbicker. Der mit 2000 Euro dotierte Preis ehrt Menschen und Initiativen, die "von unten" zur Verständigung von Menschen und Völkern beitragen.

Die Freiwilligenorganisation MachsomWatch wurde 2001 von drei israelischen Frauen gegründet, um die Menschenrechte der Palästinenser an Kontrollposten der israelischen Armee im Westjordanland zu schützen. Die Frauen von MachsomWatch beobachten und dokumentieren demnach täglich an 30 Kontrollposten das Verhalten der israelischen Soldaten und Polizisten. Mit der Preisverleihung an den 45-jährigen Palästinenser Raheb will der Aachener Verein den Einsatz des Pfarrers für das friedliche Zusammenleben von Juden und Palästinensern würdigen. Als Christ lasse sich der in Bethlehem geborene Raheb dabei vom Gedanken der "Feindesliebe" lenken.

Der 79-jährige Buro gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Friedensbewegung. Der gebürtige Berliner zählte 1960 zu den Organisatoren des ersten Ostermarsches der Atomwaffengegner. Der spätere Politikprofessor an der Universität Frankfurt am Main war maßgeblich an der Entwicklung eines Konzeptes zur so genannten zivilen Konfliktbearbeitung beteiligt. Als Alternative zu Militäreinsätzen setzt dieses Konzept im Konfliktfall auf die Suche nach Lösungen, die für alle Beteiligten akzeptabel sind.

Für Engagement und Zivilcourage

Der Aachener Friedenspreis wurde 1988 von einem Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Bürgergruppen ins Leben gerufen. Im Gegensatz zum internationalen Aachener Karlspreis sollen mit der Auszeichnung Engagement und Zivilcourage von Menschen gewürdigt werden, die ohne öffentliche Ämter für den Frieden arbeiten. Zu den früheren Trägern des traditionell zum Antikriegstag am 1. September verliehenen Preises zählen die deutsche Schauspielerin Hanne Hiob, der US-Jesuitenpater Roy Bourgeois, die türkische Anwältin Eren Keskin und die Initiative Petersburger Soldatenmütter. (sgo/dpa/AFP) 

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