Politik : 70 Prozent Männer – Angela gibt es nur eine

614 Abgeordnete sitzen im neuen Bundestag, 163 davon zum ersten Mal. Details aus der Statistik

Christian Helge Röfer

Berlin - Otto Schily und Anna Lührmann haben etwas gemeinsam: Sie standen beide auf Platz drei ihrer Landesliste – der eine bei der SPD in Bayern, die andere bei den hessischen Grünen. Vor allem aber unterscheidet sie etwas: 50 Lebensjahre nämlich. Er ist mit 73 Jahren wieder der Älteste im Deutschen Bundestag, sie mit 23 wie schon in der vergangenen Legislaturperiode das Küken.

163 der 614 Volksvertreter sind neu im Bundestag, das ist mehr als ein Viertel. Knapp 300 aller Abgeordneten sind erst seit drei Jahren im Parlament. Am längsten gehören Herta Däubler-Gmelin (SPD) und Wolfgang Schäuble (CDU) dem Deutschen Bundestag an – beide seit der siebten Bundestagswahl 1972.

Im Parlament sitzten sechs Abgeordnete, die einen „nicht näher bestimmten Beruf“ ausüben, es gibt keine Bergleute, auch keine Maler und Lackierer und nur einen Elektriker. Die Mehrzahl von 565 Parlamentariern, das sind über 92 Prozent, arbeitet im Dienstleistungssektor, die 25 Lehrer im Plenum gehören ebenso dazu, wie die 57 Rechtsanwälte. 16 der Lehrer gehören der SPD an, die meisten Anwälte sitzen in der Unionsfraktion, ebenso wie acht der neun Land- und Forstwirte. 110 Abgeordnete haben einen Doktortitel, sechs sind Professoren.

Das Durchschnittsalter aller Parlamentarier des 16. Deutschen Bundestages beträgt 49,3 Jahre, genau wie in der vorigen Legislaturperiode. Die jüngste Fraktion stellen die Grünen mit durchschnittlich 46,3 Jahren, die jüngste Gruppe unter den Abgeordneten sind allerdings die Frauen der Linkspartei: 44,7 Jahre im Durchschnitt. Dafür sind die Männer der Linken mit im Schnitt fast 52 Jahren die älteste Einzelgruppe.

Die Männer sind mit 68,2 Prozent in der Überzahl im neuen Plenum, nur 31,8 Prozent sind weiblich. Das ist annähernd das gleiche Verhältnis wie im 15. Bundestag. Den mit 56 Prozent höchsten Frauenanteil in der Fraktion haben wieder die Grünen, den niedrigsten hat die Union mit knapp 20 Prozent. Fünf Abgeordnete sind türkischer Herkunft – drei mehr als bislang. Darunter ist auch Hakki Keskin, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Mit 85 die meisten Parlamentarier- Nachnamen beginnen mit dem Buchstaben S, bloß vier Namen mit C und mit I sogar nur zwei. Der häufigste Nachname im Bundestag ist Müller, so war es seit 1949 fast immer. Acht der zehn Müllers dieser Legislaturperiode sind männlich, und nur in der Fraktion der Linken sitzt keiner. Dafür aber Kornelia Edeltraud Karin Möller – die hat die meisten Vornamen aller Parlamentarier. Der häufigste Vorname ist Peter: 25 Abgeordnete tragen ihn, 15 heißen Wolfgang. Angela jedoch ist nur einmal vertreten im 16. Bundestag .

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