Politik : 8,50 Euro im Monat für die dritten Zähne

Cordula Eubel

Berlin - Der Sonderbeitrag für den Zahnersatz, der ab dem kommenden Jahr für Kassenpatienten fällig wird, wird nach Schätzungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) bei rund 8,50 Euro im Monat liegen. „Wir hoffen, dass es nicht teurer wird“, sagte Verbandschef Jürgen Fedderwitz am Donnerstag. Ursprünglich war ein Betrag von 6,50 Euro angestrebt gewesen.

Mit der Gesundheitsreform müssen gesetzlich Versicherte ab 2005 aus eigener Tasche den Beitrag für den Zahnersatz aufbringen. Der Arbeitgeber wird dadurch finanziell entlastet. Versicherte können wählen, ob sie den Zahnersatz in der gesetzlichen Krankenkasse oder aber über eine Privatpolice absichern. Außerdem zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Patienten ab dem nächsten Jahr keinen prozentualen Zuschuss mehr zum Zahnersatz, sondern Festbeträge, die sich am Befund orientieren.

Mit der Neuregelung zu den Zuschüssen, auf die sich Zahnärzte und Krankenkassen am Mittwochabend im gemeinsamen Bundesausschuss verständigt hatten, würden 95 Prozent der Versicherten nicht schlechter gestellt, sagte der KZBV-Vorsitzende Fedderwitz. Wer allerdings sein Gebiss sehr aufwändig sanieren lässt, muss mehr bezahlen. Kassenpatienten erhalten auch weiter einen Zuschuss für eine fest sitzende Brücke, solange nicht mehr als vier Zähne auf einmal ersetzt werden müssen. Erst ab dem fünften Zahn richtet sich der Zuschuss nach einer billigeren herausnehmbaren Prothese. Wer dann eine Brücke haben will, zahlt im Vergleich zu heute drauf.

Den Festbetrag erhalten Patienten auch für Eingriffe, die bisher nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind, etwa für Implantate. Die Kasse erstattet ab 2005 nach KZBV-Angaben einen Festbetrag in Höhe von 350 Euro, den sie auch für eine Brücke geben würde. Auch für die Zahnärzte lohnt sich das: Sie können privat abrechnen.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar