• 80 russische Soldaten sterben bei Absturz Militär in Tschetschenien vermutet Raketenangriff der Rebellen

Politik : 80 russische Soldaten sterben bei Absturz Militär in Tschetschenien vermutet Raketenangriff der Rebellen

NAME

Moskau (dpa). Beim mutmaßlichen Abschuss eines russischen Transporthubschraubers durch tschetschenische Rebellen sind am Montag nach Militärangaben etwa 80 Soldaten getötet worden. Von den mehr als 110 Soldaten an Bord des Großraumtransporters MI-26 seien nur 32 Mann lebend gerettet worden, sagten Offiziere im russischen Kaukasus-Kommando in Chankala bei Grosny der Agentur Interfax. Die Maschine fiel auf vermintes Gelände, was die Bergung der Opfer erschwerte. Für die russischen Streitkräfte war es einer der schwersten Verluste in dem seit drei Jahren andauernden Feldzug gegen die separatistischen Kämpfer der Tschetschenen.

„Allen Anzeichen nach wurde der Hubschrauber von einer tragbaren Flugabwehrrakete getroffen“, sagte ein Militär. Etwa zwei Kilometer vor der Landung in Chankala habe der Pilot Feuer in einem der zwei Motoren gemeldet und eine Notlandung versucht. Die MI-26, der leistungsstärkste Transporthubschrauber der Welt, stürzte aus 180 bis 200 Meter Höhe ab und ging in Flammen auf. Fünf Mann Besatzung wurden lebend aus dem brennenden Wrack gerettet. Die zivile Luftfahrtbehörde Russlands schloss zunächst auch ein technisches Versagen nicht aus.

Präsident Wladimir Putin ordnete eine Regierungskommission zur Untersuchung der Katastrophe nach Tschetschenien ab. Die vom Militärstützpunkt Mosdok in Nordossetien gestartete Maschine sollte Fallschirmjäger nach Tschetschenien bringen. Viele von ihnen kehrten aus dem Urlaub an die Front zurück, andere waren neu in die Unruheregion abkommandiert worden. Die Angaben zur Zahl der Soldaten an Bord gingen bis Montagabend stark auseinander.

Einen ähnlich schweren Einzelverlust in Tschetschenien hatte die russische Armee zuletzt im März 2000 erlitten, als 85 Fallschirmjäger in einem mehrtägigen Gefecht mit 2000 Rebellen auf einem Berg getötet worden waren. Angesichts der Feldüberlegenheit der russischen Truppen haben sich die Tschetschenen in den letzten Jahren auf Partisanenangriffe und Anschläge verlegt.

Nach offiziellen Angaben, die als stark geschönt gelten, sind weit mehr als 3000 russische Soldaten in der Kaukasus-Republik getötet worden. Eine Verhandlungslösung mit dem tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow lehnt der Kreml ab.

Bei Abstürzen russischer Hubschrauber in Tschetschenien waren bislang in diesem Jahr 22 Menschen getötet worden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar