Vor den Augen ihres Sohnes und ihres Mannes wurde die Ägypterin Marwa el S. in einem Dresdner Gerichtssaal erstochen. Nach Informationen des Tagesspiegels ist der Täter ein Sympathisant der NPD.
Dresden/Berlin -
Kurz vor dem Messerangriff auf die Ägypterin Marwa el S. im Landgericht Dresden hat der Täter nach Informationen des Tagesspiegels Sympathien für die NPD geäußert. Zunächst fragte Alex W. die Ägypterin im Saal, "haben Sie überhaupt ein Recht, in Deutschland zu sein?" Dann setzte er nach, "Sie haben hier nichts zu suchen". Der Russlanddeutsche wurde lauter und drohte, "wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss. Ich habe NPD gewählt." Gleich danach stürzte er sich mit dem Messer auf Marwa el S. und ihren Ehemann.
Marwa el S. war am 1. Juli von dem 28-jährigen Mann in einem Dresdner Gerichtssaal mit mindestens 18 Messerstichen getötet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden war Alex W. jedoch kein Mitglied der NPD oder einer ihrer Unterorganisationen. Die Partei hatte im Februar 2008 einen "Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD" gegründet. Die Ermittler prüfen derzeit, ob sich in dem Material, das bei der Durchsuchung der Wohnung von W. sichergestellt wurde, rechtsextreme Propaganda befindet.
Unterdessen schließt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen beteiligten Polizisten nicht aus. "Es liegt noch keine Strafanzeige vor, wir prüfen aber sehr genau, was sich im Gericht abgespielt hat", sagte ein Sprecher der Behörde. Der Polizist hatte gezielt auf den ägyptischen Ehemann des Opfers geschossen, weil er ihn für den Angreifer hielt. Dem Richter und zwei Schöffen droht nach Angaben der Behörde dagegen kein Verfahren. Der Täter sei "hochgradig aggressiv" gewesen, ein Eingreifen hätte man nicht erwarten dürfen.
In den Moscheegemeinden soll während des Freitagsgebets in dieser Woche des Opfers gedacht werden. Wie der Tagesspiegel aus dem Koordinationsrat der Muslime erfuhr, wollen dessen vier Mitgliedsverbände ihren Imamen nahelegen, Trauergedenken und Bittgebete für die Hinterbliebenen der 31-jährigen ägyptischen Apothekerin zu sprechen.
Die Frau, im dritten Monat schwanger, starb während einer Berufungsverhandlung im Dresdner Landgericht vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes und ihres Mannes, der beim Versuch, ihr zu helfen, ebenfalls lebensgefährlich verletzt wurde. Der 28-jährige Deutschrusse, gegen den jetzt wegen Mordes ermittelt wird, hatte sie letztes Jahr als "Terroristin" und "Islamistin" beleidigt und war deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
(tso)
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Bei uns in der Nachbarschaft ist mal eine Frau von ihrem Mann auf offener Straße geschächtet worden. Damals hat sich nur der Lokalteil dafür interessiert. Irgendwie war das politisch wohl gerade nicht opportun. Oder der Täter hatte für größere Aufmerksamkeit den falschen Ahnenpass oder wie man das heute nennt.
Vielleicht sollte man sich mal auf den Nenner einigen, dass Mord Mord ist, egal welche Rasse der Täter hat, welche Religion und welche Nationalität.
Dieses Messen mit zweierlei Maß ist unheimlich.
Vielleicht sollte man sich mal auf den Nenner einigen, dass Mord Mord ist, egal welche Rasse der Täter hat, welche Religion und welche Nationalität.
Darauf einige ich mich mit Ihnen SEHR GERNE. Lassen Sie uns daran erinnern, wenn es das nächste Verbrechen eines Bürgers mit (einem für viele Kollegen hier unliebsamen) Migrationshintergrund zu diskutieren gilt.
mog
Nur zur Erklärung, zwischen meinem 1. und 2 Kommentar wurde der Artikel deutlich erweitert. Zunächst war nur von den Freitagsgebeten die Rede.
Das ist normalerweise ein Unding. Wo war das Wachpersonal ?
War es zu feige oder was ? Wahrscheinlich war der Polizist geistig nicht in der Lage,einen realitätsnahen Überblick zu erlangen. ACHTZEHN Mal zugestochen. Ich fasse es noch immer nicht.
So viele Fragen, aber die Presse beschäftigt sich nur mit der angeblichen NPD Nähe des Täters. Wobei das auch schon wieder seltsam ist. Was hat denn ein Russlanddeutscher von der NPD zu erwarten, außer die baldige Ausweisung??
"Die Partei hatte im Februar 2008 einen "Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD" gegründet."
Die Moscheegemeinden tun gut daran, ihrer in den Freitagsgebeten zu gedenken.
Sie sollten dabei nicht vergessen, der beiden jungen Frauen zu gedenken, die in der letzten Woche von ihren eigenen Vätern getötet wurden. Alles andere würde die Vermutung nahelegen, die Moscheegemeinden würden ihre Empörung mit zweierlei Maß messen.
Ein bedauerlicher Einzelfall (im Gegensatz zu den umgekehrt gelagerten "Einzelfällen")! Fertig! Das hat nichts mit Nazis oder der NPD zu tun. Der Typ ist einfach durchgeknallt. Es wäre schön auf Freitagsgebeten mal ein bisschen Bedauern über die christlichen Opfer von Islamisten zu hören.
Aber nein, da zieht man einen Einzelfall hoch bis an die Decke. Widerlich!
http://www.zeit.de/2005/09/Hatin_S_9fr_9fc_9f_09?page=3
Wenn Sie nicht argumentieren können oder wollen, bitte sehr.
Aber die Rassisten-Keule sollten Sie dann nicht hervorholen.
Gut, dass Sie wenigstens noch das Wort "bedauerlich" untergebracht haben.
Woher beziehen Sie übrigens Ihre Kenntnis, dass diese Tat "nichts mit Nazis oder der NPD" zu tun hat? Bitte melden Sie sich bei den zuständigen Stellen als Zeuge, um mit Ihrem Wissen bei der Verbrechensaufklärung mitzuwirken.
Ach, und eines noch: Einzelfall? Ein Mord in Deutschland mit fremdenfeindlichem/rassististischem/nationalsozialistischem Motiv stellt in Deutschland Ihrer Ansicht nach also einen Einzelfall dar? Bitte machen Sie sich kundig:
http://www.opferperspektive.de/Presse/767.html
mog
F.U.
Wo war die Empörung als Hatun Sürücü von ihrer eigenen Familie hingerichtet (anders kann ich es nicht nennen) wurde.
Warum gab es keinen Aufschrei als vor wenigen Tagen in Schweinfurt ein Vater seine eigene Tochter von 15 Jahren umbrachte, weil sie nicht nach seinen und den Regeln des Islam leben wollte?
Wo waren die Demonstrationen als die Kofferbomber von Köln nur aufgrund ihrer Unfähigkeit nicht Dutzende von Menschen umbrachten?
Habe ich die deutliche moralische Verurteilung der Sauerland-Terroristen nur nicht mitbekommen oder gab es sie einfach nicht?
Ich kann zu keinem anderen Schluss kommen: Die Verbände reden mit gespaltener Zunge.
Das tun sie - kein Zweifel. Um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass "wir" dasselbe tun, sollten wir widerliche Mordfälle wie den, um den es im Artikel geht, auf das schärfste verurteilen, bevor wir uns anderweitig äussern.
mog
PS. Das Sie das tun, @betrachter, ist mir klar. Trotzdem...
Das "stinkt" Ihnen mehr als die Tatsache, dass die schwangere Mutter eines kleinen Kindes brutal ermordet worden ist, während kein anderer der Umstehenden half als nur ihr eigener Ehemann?
mog
Kannste vergessen! Die wollen es nicht sehen. Das totale Müggeln-Forum. Es gibt keine Rassisten - und wenn doch, dann zumindest nicht hier. Es ist so frustrierend!
Heute am Geldautomaten erlebt(aber wahrscheinlich auch kein Rassismus)weißer Berliner zu schwarzem Touristen: "Dann geh doch wieder in den Djungel!"
Der Ehemann liegt leider auch lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Der implizite Vorwurf an die "Umstehenden" ist scheinheilig. Von zuhause aus lässt es sich immer bequem fordern, andere mögen ihr Leben riskieren.
"Die Sicherheitsbehörden schließen es derzeit eher aus, dass Alex W. in Deutschland einer rechtsextremen Gruppierung angehört. Bei der Durchsuchung der Wohnräume von W. wurde offenbar kein einschlägiges Indiz entdeckt."
Wird jetzt nachgelegt um den unsäglichen (ziemlich einhellig) kritisierten Kommentar "Der neue Hass" zu rechtfertigen?
Heißt das im Umkehrschluss, dass der Mord irgendwie nicht ganz so schlimm gewesen wäre, wäre der Täter sagen wir Mitglied bei attac oder bei der Antifa und das Opfer eine spießige Oma mit Dackel, die bloß einen Volksschulabschluss hat?
Ich kapiere irgendwie das pädagogische Konzept des TSP in dieser Sache nicht - bitte um Nachhilfe. Im Grund bin ich aber der Ansicht, dass eine Zeitung primär informieren und am Leser nicht allzu sehr herumpädagogisieren sollte.
Diese ganzen Informationen, ob der Täter wohl der NPD nahe steht und ob die Frau Akademikerin war, tun zur Sache selbst ÜBERHAUPT keinen moralischen Beitrag. Das ist höchstens für die Empörungsindustrie im Sinne des Geldflusses von Belang, moralisch jedoch völlig subaltern. Und auch juristisch sollte Mord wie Mord behandelt werden und es keine Rolle spielen, ob was für einen Schulabschluss Täter und Opfer hatten, welche Weltanschauung sie hatten oder welche Religion.
Es geht doch um Folgendes: wenn wir vor Gericht in Rechnung stellen, welchen politischen Hintergrund ein Mörder hatte, sind wir ganz schnell bei einer Gesinnungsjustiz angelangt wie wir sie in diesem Land schon zwei Mal hatten. Ein demokratischer Rechtsstaat MUSS sich davon freimachen. Die Folge wäre nämlich, dass beispielsweise (ich betone: BEISPIELSWEISE) das Anzünden von Polizisten am 1. Mai als weniger schlimm gewertet würde als ein Mordversuche eines sagen wir NPD-Fans UND UMGEKEHRT.
Justiz und auch moralisches Common sense in diesem Land MUSS sein, dass über Verbrechen wie Mord IDEOLOGIEFREI abgeurteilt wird. Ich weiß, es gibt in diesem Land Leute, die finden die Morde von Stalin un Che Guevara nicht so schlimm, sonst würden sie ja nicht mit deren Konterfei auf den T-Shirts rumlaufen. Auch hier im TSP-Forum habe ich schon Sprüche gelesen wie "Die Revolution fordere nun mal ihre Opfer". Das ist alles ideologischer Bullquark. Mord ist Mord. Es gibt keinen "Soft-Mord" für die "gute Sache" oder ähnliches.
Des weiteren: von einer juristischen Bewertung habe ich nie gesprochen, den Ruf nach einer Gesinnungsjustiz unterstellen Sie mir jetzt.
Und wie der "Common Sense" in einer Gesellschaft zu sein hat, bestimmt nicht Borax, sondern ist nicht unerheblich von der Geschichte des betreffenden Landes beeinflusst. Und in unserem Land wurde nunmal ein Genozid aus rassistisch-nationalistischen Gründen vor gar nicht allzu langer Zeit betrieben. Verzeihen Sie mir, wenn da bei mir alle Alarmglocken klingeln, wenn aus den gleichen Motiven in diesem Land wieder gemordet wird und das so viele hier relativieren wollen.
Die Betonung liegt auf dem Wörtchen "auch". Wenn das keine Unterstellung ist: was dann?
Und nochwas: Gerade WEIL wir hier das Dritte Reich und die DDR hatten, ist eine wie auch immer geartete Gesinnungsjustiz völlig abzulehnen. Und zwar eine Gesinnungsjustiz in ALLE Richtungen.
Es mag für Sie schwer zu verstehen sein, aber entweder man lehnt Gesinnungsjustiz VÖLLIG ab (das gilt dann in ALLE politischen Richtungen). Oder man akzeptiert sie. Dann hat man allerdings wirklich nichts aus den zwei früheren Diktaturen gelernt.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell hier in diesem Forum Stimmen laut werden, die Gesinnungsjustiz völlig in Ordnung finden - solange sie aus von ihrem eigenen politischen Standpunkt aus handelt. Davon muss man allerdings - wenn man es mit dem Rechtsstaat ernst meint - abstrahieren. Man kann sich nicht allen Ernstes hinstellen und sagen: die Gesinnungsjustiz anderer ist Mist, aber meine eigene wäre supi.
Dass der Mord in Dresden möglicherweise einen ausländerfeindlichen Hintergrund hatte, ist eine interessante Information. Unklar ist aber, wieso andere Morde, etwa die geschächtete Frau in unserer Nachbarschaft, als irgendwie vernachlässigbar dargestellt werden, nur weil es sich bei dem Täter nicht um einen NPD-Sympathisanten handelte sondern und den Anhänger einer anderen Ideologie.