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Dresden

Mörder äußerte vor Attacke Sympathie für NPD

Vor den Augen ihres Sohnes und ihres Mannes wurde die Ägypterin Marwa el S. in einem Dresdner Gerichtssaal erstochen. Nach Informationen des Tagesspiegels ist der Täter ein Sympathisant der NPD.
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Dresden/Berlin -  Kurz vor dem Messerangriff auf die Ägypterin Marwa el S. im Landgericht Dresden hat der Täter nach Informationen des Tagesspiegels Sympathien für die NPD geäußert. Zunächst fragte Alex W. die Ägypterin im Saal, "haben Sie überhaupt ein Recht, in Deutschland zu sein?" Dann setzte er nach, "Sie haben hier nichts zu suchen". Der Russlanddeutsche wurde lauter und drohte, "wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss. Ich habe NPD gewählt." Gleich danach stürzte er sich mit dem Messer auf Marwa el S. und ihren Ehemann.

Marwa el S. war am 1. Juli von dem 28-jährigen Mann in einem Dresdner Gerichtssaal mit mindestens 18 Messerstichen getötet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden war Alex W. jedoch kein Mitglied der NPD oder einer ihrer Unterorganisationen. Die Partei hatte im Februar 2008 einen "Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD" gegründet. Die Ermittler prüfen derzeit, ob sich in dem Material, das bei der Durchsuchung der Wohnung von W. sichergestellt wurde, rechtsextreme Propaganda befindet.

Unterdessen schließt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen beteiligten Polizisten nicht aus. "Es liegt noch keine Strafanzeige vor, wir prüfen aber sehr genau, was sich im Gericht abgespielt hat", sagte ein Sprecher der Behörde. Der Polizist hatte gezielt auf den ägyptischen Ehemann des Opfers geschossen, weil er ihn für den Angreifer hielt. Dem Richter und zwei Schöffen droht nach Angaben der Behörde dagegen kein Verfahren. Der Täter sei "hochgradig aggressiv" gewesen, ein Eingreifen hätte man nicht erwarten dürfen.

In den Moscheegemeinden soll während des Freitagsgebets in dieser Woche des Opfers gedacht werden. Wie der Tagesspiegel aus dem Koordinationsrat der Muslime erfuhr, wollen dessen vier Mitgliedsverbände ihren Imamen nahelegen, Trauergedenken und Bittgebete für die Hinterbliebenen der 31-jährigen ägyptischen Apothekerin zu sprechen.

Die Frau, im dritten Monat schwanger, starb während einer Berufungsverhandlung im Dresdner Landgericht vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes und ihres Mannes, der beim Versuch, ihr zu helfen, ebenfalls lebensgefährlich verletzt wurde. Der 28-jährige Deutschrusse, gegen den jetzt wegen Mordes ermittelt wird, hatte sie letztes Jahr als "Terroristin" und "Islamistin" beleidigt und war deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. (tso)
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Kommentare [ 114 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von borax borax ist gerade offline | 8.7.2009 16:07 Uhr
Wie schön....
dass sich ein Mord mal wieder politisch instrumentalisieren lässt.

Bei uns in der Nachbarschaft ist mal eine Frau von ihrem Mann auf offener Straße geschächtet worden. Damals hat sich nur der Lokalteil dafür interessiert. Irgendwie war das politisch wohl gerade nicht opportun. Oder der Täter hatte für größere Aufmerksamkeit den falschen Ahnenpass oder wie man das heute nennt.

Vielleicht sollte man sich mal auf den Nenner einigen, dass Mord Mord ist, egal welche Rasse der Täter hat, welche Religion und welche Nationalität.

Dieses Messen mit zweierlei Maß ist unheimlich.
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von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 8.7.2009 18:56 Uhr
@borax
Können Sie mir bitte erklären, lieber @borax, inwiefern es eine "politische Instrumentalisierung" darstellt, wenn der Tagesspiegel über Fakten berichtet, die Rückschlüsse auf die Motivation des Täters ermöglichen?

Vielleicht sollte man sich mal auf den Nenner einigen, dass Mord Mord ist, egal welche Rasse der Täter hat, welche Religion und welche Nationalität.

Darauf einige ich mich mit Ihnen SEHR GERNE. Lassen Sie uns daran erinnern, wenn es das nächste Verbrechen eines Bürgers mit (einem für viele Kollegen hier unliebsamen) Migrationshintergrund zu diskutieren gilt.

mog
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von unbekannt | 8.7.2009 16:25 Uhr
oder anders gefragt
hat die Moscheegemeinde auch zu solchen Freitagsgebeten für Hatun Sürücü, Morsal Obeidi und all den anderen Frauen, Töchter und Schwestern aufgrufen, als die aus Hass, Unterdrückung und Diskriminierung getötet wurden?

Nur zur Erklärung, zwischen meinem 1. und 2 Kommentar wurde der Artikel deutlich erweitert. Zunächst war nur von den Freitagsgebeten die Rede.
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von eastside64 eastside64 ist gerade offline | 8.7.2009 16:28 Uhr
Erstaunlich,
was alles so mit "EXKLUSIV" betitelt wird ... läuft eher unter Stimmungsmache !
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von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 8.7.2009 17:14 Uhr
jetzt fällt's mir auch auf....
der artikel hat keinen anti-islamischen untterton....damit MUSS es sich Stimmungsmache handeln!
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von dini dini ist gerade offline | 8.7.2009 16:37 Uhr
DER EIGENTLICHE SKANDAL
liegt in der Tatsache begründet,dass jemand in einem Gerichtssaal nicht nur jemanden attakieren kann,sondern mit einem Messer ermorden kann. Mit ACHTZEHN Messerstichen.

Das ist normalerweise ein Unding. Wo war das Wachpersonal ?
War es zu feige oder was ? Wahrscheinlich war der Polizist geistig nicht in der Lage,einen realitätsnahen Überblick zu erlangen. ACHTZEHN Mal zugestochen. Ich fasse es noch immer nicht.
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von Franko Franko ist gerade offline | 8.7.2009 17:01 Uhr
alles sehr seltsam
Das sehe ich genauso! Wo war während des Gemetzels der Richter, die Schöffen, das Wachpersonal, der Ehemann des Opfers? Und warum schoss der Polizist gezielt (nicht zufällig!) auf den Ehemann und nicht auf den Angeklagten? Was hat der Polizist gesehen? War Alex W. tatsächlich der Täter?
So viele Fragen, aber die Presse beschäftigt sich nur mit der angeblichen NPD Nähe des Täters. Wobei das auch schon wieder seltsam ist. Was hat denn ein Russlanddeutscher von der NPD zu erwarten, außer die baldige Ausweisung??
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 17:16 Uhr
@ Franko
...das sind - nach unserem primitiven ius sanguinis - deutsche Staatsbürger. Niemand kann die ausweisen, auch die NPD nicht, und das will sie auch nicht.
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von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 8.7.2009 17:17 Uhr
wer lesen kann ist klar im vorteil!
die npd bemüht sich schon seit einiger zeit um rußlanddeutsche und versucht sie für ihren schwachsinn zu gewinnen...

"Die Partei hatte im Februar 2008 einen "Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD" gegründet."
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von icke icke ist gerade offline | 8.7.2009 16:47 Uhr
Einfacher Mord, oder Doppelmord?
Die Frau war schwanger!
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von columbo columbo ist gerade offline | 8.7.2009 16:48 Uhr
Drama
Mein Mitgefühl mit den Angehörigen von Marwa el S. Das ist eine furchtbare Tragödie.

Die Moscheegemeinden tun gut daran, ihrer in den Freitagsgebeten zu gedenken.

Sie sollten dabei nicht vergessen, der beiden jungen Frauen zu gedenken, die in der letzten Woche von ihren eigenen Vätern getötet wurden. Alles andere würde die Vermutung nahelegen, die Moscheegemeinden würden ihre Empörung mit zweierlei Maß messen.
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von hw8 hw8 ist gerade offline | 8.7.2009 16:51 Uhr
Unglaublich !!!
Das kann doch inzwischen nur noch Satire sein! Da werden Töchter von deren Brüdern abgestochen und niemand regt sich bei "Freitagsgebeten" darüber auf. Im Gegenteil: Da beschwert sich die Mutter noch, dass der Sohn bestraft wird.

Ein bedauerlicher Einzelfall (im Gegensatz zu den umgekehrt gelagerten "Einzelfällen")! Fertig! Das hat nichts mit Nazis oder der NPD zu tun. Der Typ ist einfach durchgeknallt. Es wäre schön auf Freitagsgebeten mal ein bisschen Bedauern über die christlichen Opfer von Islamisten zu hören.

Aber nein, da zieht man einen Einzelfall hoch bis an die Decke. Widerlich!
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 17:16 Uhr
@ Hw8
woher wissen Sie, wie in den betroffenen islamischen Gemeinden auf die Ehrenmorde reagiert wurde?
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 8.7.2009 17:31 Uhr
Die ZEITschrieb:
"Karl Mollenhauer, der Psychologe der Berliner Mordkommission, sieht es ganz ähnlich, auch wenn er sich sehr diplomatisch um Differenzierung bemüht: Der Islam sei zwar nicht die einzige Religion, die zur Rechtfertigung von Ehrverbrechen herangezogen werde. Man denke nur an die zahlreichen Frauenmorde etwa in Indien. Und im Koran gebe es auch keine Rechtfertigung für Ehrenmord. Aber die islamischen Geistlichen hätten doch leider Schwierigkeiten, sich im Namen des Korans entschieden gegen den frauenfeindlichen Ehrbegriff zu stellen – wenn sie ihn nicht sogar selbst propagierten. Damit müssten die Moscheen jetzt endlich konfrontiert werden, sagt Mollenhauer: »Wir haben die Entwicklung einer Parallelgesellschaft stillschweigend hingenommen, weil wir Angst hatten, Hass zu schüren, wenn wir offen über die Missstände reden. Und die Frauen zahlen den Preis.«

http://www.zeit.de/2005/09/Hatin_S_9fr_9fc_9f_09?page=3
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 17:58 Uhr
@ Betrachter
und davon kann man dann deduzieren? So entsteht Rassismus.
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 8.7.2009 18:39 Uhr
Ich verbitte mir Ihren Rassismus-Vorwurf
@jimmyk

Wenn Sie nicht argumentieren können oder wollen, bitte sehr.

Aber die Rassisten-Keule sollten Sie dann nicht hervorholen.
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 19:24 Uhr
Ächz
Also @Betrachter, dann erklären Sie mir bitte was Ihr Post mit meiner Frage zu tun hat.
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von jungle jungle ist gerade offline | 8.7.2009 20:36 Uhr
@ jimmyk
Sicher können von den allg. Feststellungen Karl Mollenhauers keine konkreten Rückschlüsse auf die betroffenen musl. Gemeinden gezogen werden. Trotzdem sind seine Erfahrungen dennoch erschreckend. Auch wenn hier also nicht so ohne weiteres deduziert werden kann, erklären Sie doch bitte, wie betrachter hier konkret Rassismus entstehen lässt? Will er hier etwa mit seinem Zitat andere Religionsgruppen diskriminieren oder ihr Existenzrecht in Frage stellen?
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 21:27 Uhr
@ Djungle
Was ist daran erschreckend? Mir fällt jetzt auf Anhieb keine Religion ein, die ich nicht als sexistisch und antiemanzipatorisch bezeichnen würde. Es sind Konstruktionen von Hetero-Männern für Hetero-Männer. Betrachter hat sich selbst nicht rassistisch geäußert, stellt doch aber Muslime insgesamt qua religion als potentielle Sympathisanten von Ehrenmördern dar.
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von polatinum polatinum ist gerade offline | 10.7.2009 8:36 Uhr
Kann er nicht
Ist immer wieder "lustig" zu sehen und lesen wie unsere netten deutschen Mitbürger genau zu wissen scheinen was in den Moscheen geredet und gepredigt wird. Nicht einmal in einer Moschee gewesen nicht einmal beim Türkischen oder anderen Ausländischen Nachbarn geklingelt um nach deren Wohl zu fragen. Absolut keinen Kontakt zu uns aber genau wissen wie wir denken und was wir reden. Ihr alle seit ein Witz und nur hier mutig.
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von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 8.7.2009 19:05 Uhr
@hw8
Ein bedauerlicher Einzelfall (im Gegensatz zu den umgekehrt gelagerten "Einzelfällen")! Fertig!

Gut, dass Sie wenigstens noch das Wort "bedauerlich" untergebracht haben.

Woher beziehen Sie übrigens Ihre Kenntnis, dass diese Tat "nichts mit Nazis oder der NPD" zu tun hat? Bitte melden Sie sich bei den zuständigen Stellen als Zeuge, um mit Ihrem Wissen bei der Verbrechensaufklärung mitzuwirken.

Ach, und eines noch: Einzelfall? Ein Mord in Deutschland mit fremdenfeindlichem/rassististischem/nationalsozialistischem Motiv stellt in Deutschland Ihrer Ansicht nach also einen Einzelfall dar? Bitte machen Sie sich kundig:

http://www.opferperspektive.de/Presse/767.html

mog
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von f.u. f.u. ist gerade offline | 8.7.2009 16:55 Uhr
@dini - Zustimmung! Deswegen muss der...
Wenn der Staat nicht mal die körperliche Unversehrtheit im Gericht garantieren kann, dann ist das ein absolutes Armutszeugnis für uns. Der verantwortliche Minister muss gehen!

F.U.
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 8.7.2009 17:05 Uhr
Was hat der Koordinationsrat der Muslime
gesagt als zwei Christinnen im Jemen ermordet wurden?

Wo war die Empörung als Hatun Sürücü von ihrer eigenen Familie hingerichtet (anders kann ich es nicht nennen) wurde.

Warum gab es keinen Aufschrei als vor wenigen Tagen in Schweinfurt ein Vater seine eigene Tochter von 15 Jahren umbrachte, weil sie nicht nach seinen und den Regeln des Islam leben wollte?

Wo waren die Demonstrationen als die Kofferbomber von Köln nur aufgrund ihrer Unfähigkeit nicht Dutzende von Menschen umbrachten?

Habe ich die deutliche moralische Verurteilung der Sauerland-Terroristen nur nicht mitbekommen oder gab es sie einfach nicht?

Ich kann zu keinem anderen Schluss kommen: Die Verbände reden mit gespaltener Zunge.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 8.7.2009 19:09 Uhr
@betrachter
Ich kann zu keinem anderen Schluss kommen: Die Verbände reden mit gespaltener Zunge.

Das tun sie - kein Zweifel. Um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass "wir" dasselbe tun, sollten wir widerliche Mordfälle wie den, um den es im Artikel geht, auf das schärfste verurteilen, bevor wir uns anderweitig äussern.

mog

PS. Das Sie das tun, @betrachter, ist mir klar. Trotzdem...
Comment
von uvloff uvloff ist gerade offline | 8.7.2009 17:09 Uhr
Empörungswelle
Dann kann die Empörungswelle ja endlich losgehen. Was mir dabei am meisten stinkt: Im Gegensatz zu den täglichen Gewaltausbrüchen in die andere Richtung, die wir von oben verordnet als Einzelfälle abtun sollen, handelt es sich hier wirklich um einen schrecklichen Einzelfall. Aber sofort sitzt ganz Deutschland auf der Anklagebank.
Comment
von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 17:23 Uhr
@ uvloff "in die andere Richtung?"
wie ist das gemeint? Die Fälle in denen schwangere Akademikerinnen auf rechtsextreme Sympathisanten einstachen? Die würde ich in der Tat für Einzelfälle halten, falls ich jemals davon gehört hätte.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 8.7.2009 19:11 Uhr
@uvloff
Was mir dabei am meisten stinkt: Im Gegensatz zu den täglichen Gewaltausbrüchen in die andere Richtung, die wir von oben verordnet als Einzelfälle abtun sollen, handelt es sich hier wirklich um einen schrecklichen Einzelfall. Aber sofort sitzt ganz Deutschland auf der Anklagebank.

Das "stinkt" Ihnen mehr als die Tatsache, dass die schwangere Mutter eines kleinen Kindes brutal ermordet worden ist, während kein anderer der Umstehenden half als nur ihr eigener Ehemann?

mog
Comment
von geronimovandyk geronimovandyk ist gerade offline | 8.7.2009 20:14 Uhr
@mog: Viele Jäger...
...sind des Hasen Tod!
Kannste vergessen! Die wollen es nicht sehen. Das totale Müggeln-Forum. Es gibt keine Rassisten - und wenn doch, dann zumindest nicht hier. Es ist so frustrierend!
Heute am Geldautomaten erlebt(aber wahrscheinlich auch kein Rassismus)weißer Berliner zu schwarzem Touristen: "Dann geh doch wieder in den Djungel!"
Comment
von Klio Klio ist gerade offline | 9.7.2009 1:12 Uhr
Unterlassene Hilfeleistung?
"... während kein anderer der Umstehenden half als nur ihr eigener Ehemann?"

Der Ehemann liegt leider auch lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Der implizite Vorwurf an die "Umstehenden" ist scheinheilig. Von zuhause aus lässt es sich immer bequem fordern, andere mögen ihr Leben riskieren.
Comment
von serafin serafin ist gerade offline | 8.7.2009 17:13 Uhr
nachgelegt?
Heute hier im Artikel "War der Täter rechtsextrem?":
"Die Sicherheitsbehörden schließen es derzeit eher aus, dass Alex W. in Deutschland einer rechtsextremen Gruppierung angehört. Bei der Durchsuchung der Wohnräume von W. wurde offenbar kein einschlägiges Indiz entdeckt."
Wird jetzt nachgelegt um den unsäglichen (ziemlich einhellig) kritisierten Kommentar "Der neue Hass" zu rechtfertigen?
Comment
von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 8.7.2009 17:20 Uhr
aha
aha, wenns aber gegen einen angeblichen (hinterhof) hassprediger geht ist es seriöser journalismus. wird aber ein mensch allem anschein nach aus islamhass zum mord angestachelt ist es propaganda...schöne logik!
Comment
von zweifel zweifel ist gerade offline | 8.7.2009 17:31 Uhr
@jimmyk
Ein hochintelligenter Kommentator wie Sie sollte doch eine Metapher für eine Metapher zu nehmen wissen.
Comment
von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 18:56 Uhr
Danke @ Zweifel
Aber welchen Kommentar meinen Sieß
Comment
von borax borax ist gerade offline | 8.7.2009 17:42 Uhr
Ich kapiere in der ganzen Debatte....
eines nicht: ist der Mord ein besonders schlimmer Mord, weil der Täter eventuell mit der NPD sympathisiert und die Frau Muslimin und Akademikerin ist oder was sollen uns die Zeitungsartikel zum Thema sagen?

Heißt das im Umkehrschluss, dass der Mord irgendwie nicht ganz so schlimm gewesen wäre, wäre der Täter sagen wir Mitglied bei attac oder bei der Antifa und das Opfer eine spießige Oma mit Dackel, die bloß einen Volksschulabschluss hat?

Ich kapiere irgendwie das pädagogische Konzept des TSP in dieser Sache nicht - bitte um Nachhilfe. Im Grund bin ich aber der Ansicht, dass eine Zeitung primär informieren und am Leser nicht allzu sehr herumpädagogisieren sollte.

Diese ganzen Informationen, ob der Täter wohl der NPD nahe steht und ob die Frau Akademikerin war, tun zur Sache selbst ÜBERHAUPT keinen moralischen Beitrag. Das ist höchstens für die Empörungsindustrie im Sinne des Geldflusses von Belang, moralisch jedoch völlig subaltern. Und auch juristisch sollte Mord wie Mord behandelt werden und es keine Rolle spielen, ob was für einen Schulabschluss Täter und Opfer hatten, welche Weltanschauung sie hatten oder welche Religion.
Comment
von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 18:04 Uhr
@ Borax
Nur handelt es sich hier halt - möglicherweise - um POLITISCHE Morde. Hätten Sie in den 1920er Jahren auch SA-Morde mit "schade, aber Morde passieren halt" kommentiert? Nur so als Beispiel.
Comment
von borax borax ist gerade offline | 8.7.2009 18:36 Uhr
@ jimmy K.
Sie verlieren Ihr Gesicht, wenn Sie mir verharmlose Zitate unterstellen, die ich nie getätigt habe. Ich würde einen Mord NIEMALS mit einem solchen flapsigen Spruch kommentieren, wie Sie ihn mir - aus welchen Gründen auch immer - unterstellt haben. Vermutlich tun Sie das, um sich selbst aufzuwerten.

Es geht doch um Folgendes: wenn wir vor Gericht in Rechnung stellen, welchen politischen Hintergrund ein Mörder hatte, sind wir ganz schnell bei einer Gesinnungsjustiz angelangt wie wir sie in diesem Land schon zwei Mal hatten. Ein demokratischer Rechtsstaat MUSS sich davon freimachen. Die Folge wäre nämlich, dass beispielsweise (ich betone: BEISPIELSWEISE) das Anzünden von Polizisten am 1. Mai als weniger schlimm gewertet würde als ein Mordversuche eines sagen wir NPD-Fans UND UMGEKEHRT.

Justiz und auch moralisches Common sense in diesem Land MUSS sein, dass über Verbrechen wie Mord IDEOLOGIEFREI abgeurteilt wird. Ich weiß, es gibt in diesem Land Leute, die finden die Morde von Stalin un Che Guevara nicht so schlimm, sonst würden sie ja nicht mit deren Konterfei auf den T-Shirts rumlaufen. Auch hier im TSP-Forum habe ich schon Sprüche gelesen wie "Die Revolution fordere nun mal ihre Opfer". Das ist alles ideologischer Bullquark. Mord ist Mord. Es gibt keinen "Soft-Mord" für die "gute Sache" oder ähnliches.
Comment
von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 8.7.2009 18:55 Uhr
@ Borax
ich habe Ihnen nichts unterstellt - nur eine Frage gestellt im Konjunktiv.
Des weiteren: von einer juristischen Bewertung habe ich nie gesprochen, den Ruf nach einer Gesinnungsjustiz unterstellen Sie mir jetzt.
Und wie der "Common Sense" in einer Gesellschaft zu sein hat, bestimmt nicht Borax, sondern ist nicht unerheblich von der Geschichte des betreffenden Landes beeinflusst. Und in unserem Land wurde nunmal ein Genozid aus rassistisch-nationalistischen Gründen vor gar nicht allzu langer Zeit betrieben. Verzeihen Sie mir, wenn da bei mir alle Alarmglocken klingeln, wenn aus den gleichen Motiven in diesem Land wieder gemordet wird und das so viele hier relativieren wollen.
Comment
von borax borax ist gerade offline | 8.7.2009 19:45 Uhr
Darf ich Sie mal....
selbst zitieren? Sie haben mir gegenüber gesagt: "Hätten Sie in den 1920er Jahren auch SA-Morde mit "schade, aber Morde passieren halt" kommentiert?"

Die Betonung liegt auf dem Wörtchen "auch". Wenn das keine Unterstellung ist: was dann?

Und nochwas: Gerade WEIL wir hier das Dritte Reich und die DDR hatten, ist eine wie auch immer geartete Gesinnungsjustiz völlig abzulehnen. Und zwar eine Gesinnungsjustiz in ALLE Richtungen.

Es mag für Sie schwer zu verstehen sein, aber entweder man lehnt Gesinnungsjustiz VÖLLIG ab (das gilt dann in ALLE politischen Richtungen). Oder man akzeptiert sie. Dann hat man allerdings wirklich nichts aus den zwei früheren Diktaturen gelernt.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell hier in diesem Forum Stimmen laut werden, die Gesinnungsjustiz völlig in Ordnung finden - solange sie aus von ihrem eigenen politischen Standpunkt aus handelt. Davon muss man allerdings - wenn man es mit dem Rechtsstaat ernst meint - abstrahieren. Man kann sich nicht allen Ernstes hinstellen und sagen: die Gesinnungsjustiz anderer ist Mist, aber meine eigene wäre supi.

Dass der Mord in Dresden möglicherweise einen ausländerfeindlichen Hintergrund hatte, ist eine interessante Information. Unklar ist aber, wieso andere Morde, etwa die geschächtete Frau in unserer Nachbarschaft, als irgendwie vernachlässigbar dargestellt werden, nur weil es sich bei dem Täter nicht um einen NPD-Sympathisanten handelte sondern und den Anhänger einer anderen Ideologie.
Comment
von polatinum polatinum ist gerade offline | 10.7.2009 8:39 Uhr
sehr interessant
Soll das ein Scherz sein? Jeder einzelne sogenannte "Ehrenmord" (in vielen Fällen gar keiner) wird in Deutschland an die Glocke gehängt. Es gibt Sondersendungen, Zeitungsberichte,Bücher,Filme und was weiss ich noch was. Erzählt doch keinen Stuss von wegen es wird kaum davon berichtet.
Comment
von dietel dietel ist gerade offline | 8.7.2009 17:51 Uhr
Sympathisant ?????
Kurz vor der Tat Sympathien zur NPD geäußert???? Was soll denn der Schwachsinn. Die Tat ist furchtbar, aber das man nun gleich wieder diese Beziehung einspielt ist einfach blöd oder gewollt. Wem nützt es? Kontrolle bei Eintritt in das Gerichtsgebäude und abschreckende Strafen würden künftig solche Verbrechen verhindern bzw. stark reduzieren. Mit solchen Beiträgen wird von diesen Dingen nur abgelenkt.

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