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Studie

Auf Distanz zur Demokratie

Das Vertrauen der Bürger in die Demokratie schwindet dramatisch. Die Hälfte der ostdeutschen Bundesbürger glaubt nicht, dass das politische System Deutschlands Probleme lösen kann. Jeder zweite Befragte denkt gar an Wahlenthaltung bei der nächsten Bundestagswahl.
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Immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie. Jeder dritte Bundesbürger glaubt nicht, dass die Demokratie Probleme löse, in Ostdeutschland sind es sogar 53 Prozent. Vier von zehn Deutschen zweifeln daran, dass die Demokratie überhaupt noch funktioniere. Jeder zweite kann sich vorstellen, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht zur Abstimmung zu gehen. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Münchener Instituts Polis/Sinus, die dem Tagesspiegel am Sonntag vorliegt und zum Wochenbeginn offiziell vorgestellt werden soll.

Die Initiatoren der Studie, für die im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) 2500 Bundesbürger befragt wurden, wollten eigentlich Gründe für die zunehmende Wahlenthaltung suchen. „Publikumsbeschimpfungen helfen da nicht weiter, deshalb wollten wir es genauer wissen“, sagt Frank Karl von der FES zum Arbeitsauftrag für die Forscher. Das Ergebnis allerdings – eine große grundsätzliche Distanz der Bürger zur Politik – hat sowohl die Demoskopen wie die FES erschreckt. „Ich fürchte, rund ein Drittel der Menschen hat sich schon von der Demokratie verabschiedet“, sagte Karl dem Tagesspiegel am Sonntag.

Die Forscher hat bei ihren Interviews mit den repräsentativ ausgewählten Bürgern vor allem überrascht, dass sich nicht nur wirtschaftlich schlechter Gestellte demokratiekritisch äußern, sondern der Glaube an das politische System offenbar insgesamt dramatisch zurückgegangen ist. Wer sich selbst als abgehängt oder arm betrachtet, gehöre zwar zu den ersten, die auf Distanz zur Demokratie gingen. Darunter befänden sich mithin besonders viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger, sagt Karl und schlussfolgert: „Aus persönlichem Misserfolg wird Staatsferne.“

Der Kreis der Skeptiker reicht aber der Studie zufolge weit über diese Gruppe hinaus. „Das deutet darauf hin, dass viele Menschen fürchten, demnächst abzurutschen, und sie machen das System dafür verantwortlich“, sagt Karl. Die Befragung habe ergeben, dass sich nur noch 62 Prozent der Bürger gerecht behandelt fühlen, während jeder Vierte (26 Prozent) sich ausdrücklich beklagt und angibt „ungerecht“ behandelt zu werden.

Auf der Strecke bleibt dabei offenbar auch der Glauben an eine bessere Zukunft: Nur jeder Dritte (31 Prozent) geht noch optimistisch in die kommenden Jahre – der große Rest befürchtet Einschränkungen oder sieht die Gefahr, gesellschaftlich oder finanziell abzurutschen.

Für den FES-Experten Karl ist klar: Die gegenwärtige Politik überzeuge offenbar gerade die Verlierer der Gesellschaft nicht, und weil deren Zahl zunehme, wachse die Gefahr für die Demokratie insgesamt. Die Volksparteien leiden, wie Karl mutmaßt, besonders stark unter dem Vertrauensverlust. Denn: „Die müssen Loyalität zum System organisieren und erreichen mindestens ein Drittel der Bevölkerung nicht mehr.“ Jürgen Zurheide

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 29.06.2008)
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Kommentare [ 61 ] Kommentar hinzufügen »

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von bourgogne bourgogne ist gerade offline | 28.6.2008 22:09 Uhr
Das ist erschreckend.....
In Zeiten wo das Umverteilen von unten nach oben immermehr fortschreitet wundert mich solche Demokratieverdrossenheit nicht.
Der Wählerwillen wird eh ignoriert, Volksentscheid zu wichtigen Themen = Fehlanzeige.
Ich komme zwar noch finanziell zurecht, es wird aber immer enger.
Für die nächste Wahl sehe ich bei mir auch ein großes Fragezeichen, denn unsere Politiker schert es aber überhaupt nicht, ob der "kleine Mann/Frau" noch über die Runden kommt, siehe Inflationsrate, Energiekostensteigerungen etc.

Wo sind die Politiker mit Herz und Verstand???
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von hoernerw hoernerw ist gerade offline | 28.6.2008 22:21 Uhr
Lobbyismus
Es spricht sich halt rum, wer die Gesetze wirklich macht und warum Politiker und Medien sich äußern, wie sie sich äußern.
Die Legislative ist doch längst in die Exekutive eingegangen.
Hartz IV, Rente mit 67, Riester-Rente kommen von anderen, die Politik vollzieht die Gesetze nur noch. Und anschließend wechseln die Verantwortlichen in hoch bezahlte Positionen bei denen, deren Gewinne sie durch Gesetze vorbereiten.
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von flieger flieger ist gerade offline | 28.6.2008 22:28 Uhr
Die Demokratie
versagt nicht! Die Politiker versagen! Deshalb ist es falsch, sich der Stimme zu enthalten!Die Demokratie kann keine Probleme lösen, denn sie ist ein Wert an sich!
Probleme müssen die Politiker lösen, wenn sie es wollen oder können!
Die Parteien haben Mitglieder und diese müßten sie auch an der politischen Willensbildung beteiligen, aber leider machen nur ein paar wenige die Politik! Das ist schade!
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 29.6.2008 16:43 Uhr
Sehr gut @fliger, das isses!
Und wenn hier einige mehr Volksentscheide fordern ist das doch geradezu lachhhaft, das für Menschen einzufordern, die schon kaum zu normalen Wahlen gehen und i.d.R. kaum in der Lage sind, 3 Bundestagsabgeordnete zu benennen.
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von josse josse ist gerade offline | 28.6.2008 22:45 Uhr
Die Ergebnisse der Politik der "Volksparteien"
zwingen immer mehr Menschen in die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen. Jeder Mensch wird aber frei geboren und strebt ein freies, selbstbestimmtes Leben an - er will seines Glückes Schmied sein. Der Mensch erfährt in unserer Gesellschaft jedoch, dass er immer mehr zur "Nummer" wird, die in immer mehr auch privatesten Bereichen gegängelt und reglementiert wird, der man darüberhinaus auch noch misstraut und die deshalb intensiv überwacht werden muss.
Wenn Demokratie nicht mehr er- und gelebt wird, ist sie nichts mehr wert, verdient nicht einmal mehr ihren Namen.
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von rsq rsq ist gerade offline | 28.6.2008 22:49 Uhr
Und was nun?
Studie hin, Studie her - was wird's bewirken? In Deutschland mögen viele frustriert sein, aber die gleiche Entwicklung haben doch andere Demokratien auch. In den USA gehen schon länger nur ~50% zur Wahl und der Laden läuft (so einigermaßen).

Die Frage ist doch: welche Erwartungen hat man an Demokratie? Wenn sich die Bürger nicht beteiligen wollen...lasst sie doch. Man kann keinen zwingen. Demokratie ist dann legitim, wenn man ohne extreme Folgen Kritik äußern kann - und das kann man.
Solange die Mehrheit zumindest implizit zustimmt (d.h. zwar nicht zur Wahl geht u.a., aber ansonsten in Frieden lebt) und nicht aktiv das System bekämpft, könn(t)en doch alle damit leben.

Was das auf Dauer für die Qualität politischer Entscheidungen usw. bewirkt, steht auf einem anderen Blatt.

Ich denke, angesichts der richtig ernsten Probleme der Zukunft (Überlebenskampf um Ressourcen, Abwehr/Regelung der globalen Armutswanderung, ...) ist das schon eine eher unwichtige Sorge.
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von timchen timchen ist gerade offline | 28.6.2008 23:04 Uhr
ich gebe zu...
... dass ich auch schon an Wahlenthaltung gedacht habe (bzw. Stimmzettel üngültig machen, dann wird die Stimme gezählt, aber keine Partei erhält meine Stimme).

Aber glaubt ernsthaft jemand, "die da oben" würden sich drum scheren, ob die Wahlbeteiligung 80, 60 oder 40% beträgt???
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von fritz fritz ist gerade offline | 28.6.2008 23:13 Uhr
Ein ganz natürlicher Prozess
Die Menschen sehen, dass die Politik auf allen Kerngebieten versagt und reagieren entsprechend.
Dazu Jahr für Jahr ein bisschen weniger Freiheit, ein bisschen weniger Sicherheit, ein bisschen weniger Gerechtigkeit und ein bisschen weniger Geld.
Dazu ständig Entscheidungen gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung.
Dazu eine Politik, die sich auf reine Finanzpolitik reduziert und sich nur noch an den Gewinninteressen der Großbetriebe orientiert, auch wenn das der Volkswirtschaft schadet.
Unter diesen Umständen ist nichts anderes zu erwarten als dass das Volk das System nicht mehr mit trägt.
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von joth joth ist gerade offline | 28.6.2008 23:43 Uhr
Schlimmer!
Nicht ein Drittel der Menschen hat sich von der Demokratie verabschiedet, sondern Neunzehntel der Politik von der Demokratie.
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von adalbert adalbert ist gerade offline | 29.6.2008 4:19 Uhr
Die Bilanz nach fast zwanzig Jahre im wiedervereinigten Deutschland
ist beschaemend duerftig. Diesem Deutschland ist der Kompass abhanden gekommen. Bei den Westdeutschen verwundert das nicht wegen ihrer Dekadenz. Leider haben die Ostdeutschen es nicht vermocht, dem gegenzusteuern.Eine Schande!
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von ameland ameland ist gerade offline | 29.6.2008 7:14 Uhr
Die Wahl ist geheim, wirklich!
Nun gut. Zur Not hilft ja, wie beim Eingeben der Zahlen an der Kasse die Hand über die Tasten zu halten. So, und jetzt können Sie es doch mal mit der Partei versuchen, die sich gegen die Beteiligung an den gegenwärtigen Kriegen, für den Mindestlohn und weitere Maßnahmen zur sozialen Sicherung ausspricht, die für die Mehrzahl der Menschen nützlich ist. Probieren kann man es doch mal. Nur nicht zu wählen oder die zu wählen, deren geistige Vorgänger Europa in Schutt und Asche gelegt haben, wäre falsch.
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von utkiek utkiek ist gerade offline | 29.6.2008 9:19 Uhr
Schutt und Asche
...aber das ist grade das Dilemma: Diejenigen, die jetzt versprechen, ein gerechteres, sozialeres, friedlicheres Miteinander anzustreben, haben ja im Osten nur Schutt und Asche hinterlassen.
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von lafbln lafbln ist gerade offline | 29.6.2008 9:39 Uhr
Kulicke hat gewählt
Kulicke: Hallo ist dort der Bundeswahlleiter.
Ich möchte mich über die Politiker und die Wahl Beschweren.
Antwort: Nein da haben sie sich Verwählt.
Kulicke: Na das haben wir ja wohl alle.
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von stachel stachel ist gerade offline | 29.6.2008 9:47 Uhr
So´n Quatsch
Fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, deren Art und Weise der Realisierung ich nach wie kritisiere, kann man doch wirklich nicht unterstellen, dass die Linken ein Staatswesen nach dem Vorbild der DDR wiederherstellen möchten. Man erinnere sich daran, dass nach Gründung der BRD viele hohe Staatsämter durch (ehemalige) Nazis besetzt wurden. Ich glaube, dass "unsere" jetzt regierenden Politiker nur durch einen gewaltigen Schuß vor den Bug zum Denken angeregt werden können, z.B. durch einen nicht zu ignorierenden Stimmenanteil der Linkspartei. Es kann nicht sein, dass einerseits das Grundgesetz als Maxime gelten soll, andererseits von der Regierung ignoriert wird. Alles was jetzt von der Regierung diskutiert wird, sind verzweifelte Versuche, die Bürger weiter zu täuschen.
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von exil exil ist gerade offline | 29.6.2008 10:01 Uhr
Wir SIND unser eigenen Glückes Schmied
und die deutsche Demokratie ermöglicht uns ein Leben in einem sicheren Land mit einem gesunden Lebensstandard. Wer immer noch nicht begriffen hat, dass man sich bewegen muss, um etwas zu erreichen, statt sich immer nur zu beschweren und das "System" oder die Politik für sein Leben verantwortlich zu machen, sollte noch mal tief in sich gehen. Die Politik schafft Rahmenbedingungen und wir sind das Bild im Rahmen. Wer sich politisch engagieren möchte, weil sein Leben mit der aktuellen Politik nicht zu vereinbaren ist, hat in dieser Demokratie immer die Möglichkeit dazu. Aber auch das ist Arbeit. Wer Demokratie fordert, darf sich nicht nur auf die anderen verlassen, sondern muss selber mitwirken. Und @lafbln: Ich kann nicht erkennen, dass der Osten in Schutt und Asche liegt - viel Geld wurde investiert, jedoch lässt sich eine untergangene Industrie nicht einfach neu au dem Boden stampfen.
Wenn alles nicht mehr geht: Auswandern. Ich wette, dann wollt ihr alle zurück ins schöne Deutschland!
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 29.6.2008 10:22 Uhr
Erst kommt das Fressen, dann die Moral
Wie kann man auf die Idee kommen, daß eine abstrakte Idee wie die Demokratie den Menschen etwas wert sein kann, die nicht genug zum Fressen haben, während sich andere ungehemmt und gefördert von den Politikern aller Parteien die Taschen füllen? Wer hält denn, bitte sehr, unser Wahlrecht für ein demokratisches? Wer hält denn einen Armuts- und Reichtumsberich für authentisch, wenn der Maßstab für die Armut um 150 Euro nach unten korrigiert wird? Wer hält eine Regierung für demokratisch, wenn Hunderte von Schreibtischtätern aus den Konzernen, bezahlt von den Konzernen, Gesetzesvorlagen initiieren dürfen für die Konzerne, um deren Vormachtstellung zu sichern oder einfach nur den Bürger auszuplündern? Wer hält eine Armee für demokratisch, die gegen den Willen des Volkes weltweit für Ordnung sorgen soll? Wer glaubt an Demokratie, wenn die, die Mißstände aufdecken, strafversetzt oder entlassen werden, während asoziale Schmarotzer Garantiemieten und -gewinne zugesichert bekommen?
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von hdgerdes hdgerdes ist gerade offline | 29.6.2008 13:14 Uhr
Wer mehr hierzu erfahren
mag, kann lesen und hören (www.Inforadio.de)
-> http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_article/441/255441_article.shtml (oben rechts: Audio).
Hier ein Hinweis auf das Buch:
-> "Der gekaufte Staat" (von Sascha Adamek/Kim Otto - KiWi [2008], 18,95 €)
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von wilhelm wilhelm ist gerade online | 29.6.2008 10:39 Uhr
Drei wesentliche Aspekte
Wer der Demokratie die Schuld gibt, kennt die Geschichte nicht.

Wer immer eine Partie gewählt hat, die unter "Freiheit statt Sozialismus" stets nur das reicher werden der Reichen verstanden hat, darf sich nicht beklagen.

Vor der Demokratie haben sich Teile unserer Eliten doch lange vor dem jetzt beklagten Teil der Bevölkerung verabschiedet. Die Vertreter des Kapitals haben die Vermehrung desselben alt obersten Wert etabliert und die Politiker haben sich um die Wünsche ihrer Wähler erst dann gekümmert, nachdem sie die ihrer eigentlichen Klientel genüge getan hatten. Selten traf der Spruch "der Fische stinkt vom Kopfe her" mehr zugetroffen als heute.
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von ameland ameland ist gerade offline | 29.6.2008 10:49 Uhr
@utkik, dazu fällt mir nichts für einen Dreizeiler ein
Die DDR mit der Nazi-Diktatur gleichzusetzen, das ist zum Himmel schreiender Tobak. Da kann Ihnen wohl keiner, der es besser weiß, helfen. Ich kann nicht und ich würde, glaube ich, auch nicht wollen. Das ist als wenn jemand vor mir stände, der mir einreden wollte, die Erde sei eine Scheibe. Wo würde man da anfangen müssen, die Grundlagen für eine Einsichtsfähigkeit zu schaffen.
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von utkiek utkiek ist gerade offline | 29.6.2008 12:04 Uhr
Schutt und Asche
Ihr Vorwurf geht leider ins Lehre, denn ich habe die beiden deutschen Diktaturen nicht miteinander verglichen! Aber: Aufzuerstehen aus den Ruinen, dass ist im Osten Deutschlands 40 Jahre lang nun wirklich nicht gelungen... Letztlich sind glücklicherweise alle Versuche gescheitert, ein halbes Volk mit Überwachung, Einschüchterung, versuchter Verblödung (Agitation und Propaganda)und vorgehaltenen Waffen (an der Mauer) zwangszubeglücken. Und an diese Tatsachen und deren geistige Väter(da bin ich wirklich unverbesserlich), muss mann wohl auch nach 19 Jahren immer mal wieder erinnern.
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von grundl grundl ist gerade offline | 29.6.2008 13:30 Uhr
ironischerweise
reizt es mich an dieser stelle zu schreiben:
jetzt haben die chancen ein ganzes volk mit überwachung und einschüchterung mit angewandter verblödung ( werbung und talkshows inkl. gefälschte statistiken und unrichtige nachrichtenmeldungen ) jedoch ohne vorgehaltener waffe zwangszubeglücken.
Comment
von medit medit ist gerade offline | 29.6.2008 18:03 Uhr
das kommt auch noch
Zitat @gundl
"..jetzt haben die chancen ein ganzes volk mit überwachung und einschüchterung mit angewandter verblödung ( werbung und talkshows inkl. gefälschte statistiken und unrichtige nachrichtenmeldungen ) jedoch ohne vorgehaltener waffe zwangszubeglücken."
.
Sobald es durch ist, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen, wird es ein anderes Bild bei Demos geben. Der eigentliche Feind des Kapitals ist ein mündiger Bürger ->dies läßt sich aber mit entsprechenden Gesetzen vermeiden.

Aber:
Schaut man sich das Politbarometer an, würden 80% wieder die Parteien wählen, welche seit dem 2. Weltkrieg regieren.
Also warum beschwert sich Bürger dann, dass er nicht in seinem Sinne regiert wird?

Den angesprochenen Rahmen für unser Bild wählen wir uns alle 4 Jahre selber.
Also muss man hier ansetzen - von allen regierenden Politikern fällt mir keiner ein, den ich 2010 wieder vor der Nase haben will.
Nicht wählen oder ungültig juckt keinen, die regieren auch mit 1000 Stimmen.
Comment
von ulf ulf ist gerade offline | 29.6.2008 10:50 Uhr
"Eine große Distanz der Bürger
zur Politik" ist gar nicht so verkehrt. Nur so funktioniert Demokratie, kritische Betrachtung der Arbeit derjenigen, die stellvertretend für das Gemeinwesen Entscheidungen treffen. Wenn jeder Dritte angibt, Demokratie löse keine Probleme, ist das Ausdruck dieser kritischen Betrachtung, d.h. die Bürger schau(t)en der Politik immerhin auf die Finger. Dass diese Meinung in der Gesamtschau der zu bewältigenden Fragen objektiv nicht zutrifft, ist eigentlich allen bewusst, sie wird eher aus der gegenwärtigen individuellen Stimmung heraus (Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Kraft- und Heizstoffen, im Gesundheitssektor etc.) getroffen. Damit kreiden die Bürger aber der Politik etwas an, wofür sie eigentlich nur sehr begrenzt verantwortlich gemacht werden kann. Gleichzeitig wird sichtbar, dass viele Bürger vom Staat nicht in erster Linie eine gute (Innen/Aussen etc.)- Politik erwarten, sondern wirt. Wohlergehen. Und das sichert dann die Demokratie. Und wenn es ausbleibt eben auch nicht.
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 29.6.2008 11:04 Uhr
Demokratieverständnis
Inzwischen sind viele Bürger in diesem Land soweit das sie jeden Kompromiss den die Politiker unter einander eingehen für einen massiven Angriff auf ihre persönliche Freiheit, innerlich wie äußerlich, betrachten. Die Tatsache das man einen Politiker wählt wegen eines bestimmen Wahlversprechens und das dieses nach der Wahl flugs negiert oder verwässert wird, für einen faulen Kompromiss, verursacht zum großen Teil die Verdrossenheit. Es versagt nicht die Demokratie an sich, es versagt der charakterschwache Politiker der nach der Maxime des kleinstmöglichen gemeinsamen Nenners arbeitet.
Ich muß davon ausgehen, das die Studie ein Versuch der Manipulation der Wähler dahingehend ist doch noch zur Wahl zu gehen weil ansonsten wieder "braune" Zeiten anbrechen. Niemand der bei Sinnen ist will das, man will nur das die Stimmen auch respektiert werden.
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 29.6.2008 11:12 Uhr
@stachel und @exil
@stachel: ich darf darauf hinweisen das sich die DDR-Oberen ihrerseits beim Aufbau der NVA ehemaliger Nazi-Offiziere, teilweise gesuchte Kriegsverbrecher, zu nutze machten. Und einige PGs wurden noch in der Weimarer Republik per Haftbefehl gesucht. - Aber das ist Schnee von gestern. Tatsächlich versucht die Linke Stimmung gegen die Besitzenden in dieser Republik zu machen, das kann und will ich nicht goutieren, genausowenig wie ich goutieren kann wenn jemand Stimmung gegen Arme oder Minderheiten macht. Einer der Gründe weshalb ich NICHT-Wähler bin. Ich bin bereit mit meinen Steuern diesen Staat zu finanzieren, auch jene die weniger haben als ich, aber ich bin nicht bereit mich enteignen zu lassen.
@exil: Der Rahmen in dem man sich in dieser Republik bewegen kann ist in den letzten Jahren sehr eng geworden, die Einshränkungen der persönlichen Freiheiten "für das Allgemeinwohl" nehmen in erschreckendem Maße zu. Da aber alle Parteien diesen Weg gehen bleibt nur Nicht-Wahl.
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von fritz fritz ist gerade offline | 29.6.2008 12:22 Uhr
@macthepirat
Ich halte "ungültig" wählen für die bessere Alternative.
Comment
von detlef detlef ist gerade online | 29.6.2008 17:47 Uhr
Nur die Erststimme
und den Kandidaten zuvor befragen was er politisch unsetzen will und die Zweitstimme ungültig machen ist noch besser, finde ich.
Comment
von thomas thomas ist gerade offline | 29.6.2008 12:25 Uhr
Gegen die Politik der "Volksparteien"
Es sind erschreckende Ergebnisse, die uns vermittelt werden. Die sogenannten "Volksparteien" haben es geschafft, die soziale Marktwirtschaft und die Demokratie zum Auslaufmodell in Deutschland werden zu lassen. Und die SPD muß sich den Vorwurf gefallen lassen, daß sie spätestens mit der Agenda-Politik eines Gerhard Schröder ihren Anteil dazu geleistet hat. Die jetzige Bundesregierung setzt diese Politik fort. Und ein Bundesinnenminister betreibt eine Politik, die die Grundrechte der Bürger angreift. Offensichtlich gibt es in Deutschland nur noch eine Partei, die die soziale Marktwirtschaft und die Demokratie offensiv verteidigt - die Partei DIE LINKE. Es kann also nicht darum gehen, sich nicht an Wahlen zu beteiligen, sondern so zu wählen, daß man als Wähler tatsächlich seine Interessen zum Ausdruck bringt! Wer nicht wählt, darf sich anschließend nicht über die Ergebnisse der Wahlen beschweren. Dies gilt im übrigen auch und insbesondere für die sozial Schwachen, für ALG-2-Empfänger.
Comment
von utkiek utkiek ist gerade offline | 29.6.2008 13:39 Uhr
@thomas
Die SED/PDS/LINKE als Hüterin der Grundrechte der Bürger und der sozialen Marktwirtschaft zu bezeichnen, das spottet nun wirklich aller historischer Wahrheiten (siehe weiter oben). Ganz offensichtlich ist hier der Wahlkampf schon im vollen Gange. Die Strategie ist durchsichtig: Die derzeitigen Probleme werden überhöht, Demokratie und soziale Marktwirtschaft als "Auslaufmodell" dargestellt und als Heilsversprechen werden ausgerechnet die Verantwortlichen für den untergegangenen Real-Sozialismus bzw. deren geistige Nachfolger präsentiert.
Comment
von hdgerdes hdgerdes ist gerade offline | 29.6.2008 14:34 Uhr
@utkiek
Lieber Utkiek, könnte es sein, dass Sie sich etwas dagegen sperren, einen realistischen Bezug zur deutschen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen?
Man konnte und kann die DDR ja durchaus kritisieren, man sollte aber schon in der Lage sein, festzustellen, dass durchaus einige im und vom Westen getroffene Entscheidungen (übrigens auch des Herrn Adenauer) eine bestimmte Entwicklung geradezu forcierten.
Was - so ist zu vermuten - vielen aus unterschiedlichen Gründen durchaus passte.
Die Leier - hier die Guten, dort die ... - mag ich einfach nicht mehr hören.
Ihre Gleichsetzung "SED/PDS/Linke" ist - bei aller Kritik auch von mir an den Linken - auch schon reichlich antiquiert und bedürfte dringend eines Backups.

MfG
HDG
Comment
von grundl grundl ist gerade offline | 29.6.2008 13:41 Uhr
verlorener kontakt.
dass eine solche studie grosses erschrecken auslöst finde ich fast schon erheiternd.
denn ist es nicht genau das, was man schon lange weiss, was spürbar immer mehr denken, wenn man auch nur ein bisschen gewillt ist hinzuhören bemerkt man das bedenkliche knarren im gebälk.
doch genau das scheinen viele aus der politischen kaste nicht zu wollen.
man hat den kontakt verloren.
gesetze werden heiter über den kopf der bürger hinweg gemacht, probleme werden geschaffen und verschärft und nicht gelöst und mit schlagworten wie "der aufschwung ist unten angekommen" versucht man dem bürger zu erklären, dass ja alles prima ist.

die entscheider scheinen keine ahnung mehr davon zu haben was sie eigentlich tun und was das für wirkungen hat.

mit ein bisschen mehr bodenkontakt und mehr instinkt hätte man dieses ergebnis vielleicht verhindern können.
Comment
von hdgerdes hdgerdes ist gerade offline | 29.6.2008 14:12 Uhr
Es sind ja nicht DIE Volksparteien.
Es ist DER Abgeordnete, es sind DIE Abgeordneten, die bestimmte Entscheidungen treffen oder das - oftmals aus schlechten Gründen - unterlassen.
Und es sind DIE Mitglieder der Parteien und es ist DIE Öffentlichkeit, die IHRE Abgeordneten kontrollieren und kritisieren müssen.
Auch die Verwaltungen bedürften unbedingt einer deutlich kritischeren Kontrolle.
Hier lässt sich gut schimpfen und wer es als "Akt des Widerstandes" begreift, nicht wählen zu gehen, der sollte sich doch mal überlegen, wer davon profitiert.
Da wäre es doch besser, sich z. B. über
-> http://www.abgeordnetenwatch.de/abgeordnete-866-0.html
an den Abgeordneten seine Misstrauens zu wenden, ihn mit knallharten Fragen zu konfrontieren und darauf zu hoffen, dass dieser soviel A... in der Hose hat, zu antworten.
Und die Medien sollten bestimmte Entscheidungsprozesse deutlich kritischer und investigativ engagierter begleiten.
Auch im eigenen Interesse.
Comment
von thomas thomas ist gerade offline | 29.6.2008 14:15 Uhr
@utkiek
1. Ja, der Wahlkampf ist schon im vollen Gange, durch alle Parteien.

2. Die Probleme sind nicht überhöht, sie sind so gravierend, wie offensichtlich von einer Mehrheit empfunden und durch die Studie der FES bestätigt. Wobei die Probleme schon seit längerem existieren, aber von den "Volksparteien" verdrängt werden.

3. Die Probleme werden nicht dadurch geringer, daß man die Vertreter der einzigen Partei, die sich offenichtlich ernsthaft damit beschäftigt, mit Anti-Kommunismus-Vorwürfen aus der Mottenkiste abqualifizieren will. Die Wende in der DDR fand vor fast zwanzig Jahren statt. Was haben eigentlich die Vertreter von CDU und SPD seit dem im Osten Deutschlands erreicht?
Comment
von knutwilli knutwilli ist gerade offline | 29.6.2008 14:57 Uhr
das ist die Folge korrupter Politiker und der organisierten Verfolgung von Idealisten
mit 14 Jahren geriet ich 1958 in die SPD

Ich habe den Wandel erlebt, wie massive Einwirkungen auf die Politik die innere Nachkriegs-Struktur dramatisch veraenderten.

Karriereziele von Lehrern und Juristen bestimmten das Bild der aktiven Funktionaere ab 1960 bis heute.
Nicht fundiertes Wissen war bestimmend, sondern hohle Phrasen aus Redemanuskripten von PR-Beratern.
Statt selbst gefundener Analysen verwendete man lancierte Lobby-Thesen mit nebelhaften Gesundbeter-Deutungen.

Wer in Debatten Grundsatzfragen ansprach wurde schnell gemobbt.

Diese Erkenntnis aus Sicht der Wahlbuerger - es gibt keine echte Demokratie mehr, weil bereits in der Auswahl der Wahlkandidaten auf Gehorsam gegenueber den Lobbygruppen geachtet wird - ist sehr spaet nach den Anfaengen durchgedrungen.
So langsam wie das berechtigte Misstrauen wuchs, so langsam kann es bei gebesserten Strukturen und Verhalten schwinden.

Es ist ein sehr langer Weg - wenn er denn ueberhaupt entdeckt und gegangen wird
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 29.6.2008 15:11 Uhr
Ich denke auch über Wahlenthaltung nach.
Ich denke - undenkbar bisher - auch über Wahlenthaltung nach.
Es ist die einzige Form politischen Protestes, die noch verblieben zu sein scheint.
Eine Wahlbeteiligung von 25% minus X dürfte das nötige politische Beben herrufen, das Demokratie (vielleicht) wiederherstellen kann.
Comment
von peterchen peterchen ist gerade offline | 29.6.2008 15:35 Uhr
Wahlenthaltung und Protestwähler...
... das ist der Stoff, aus dem sich eine DVU/ NPD ernährt oder der es einer Linkspartei ermöglicht, das Land endgültig in Schutt und Asche zu regieren.
Der Wähler hat im Prinzip keine andere sinnvolle Wahl, als diejenige Kröte auszuwählen, die ihm noch am Besten schmeckt. Wer schadet dem Land am wenigsten.
Das sollten die Gewählten in den Wahlsendungen dann aber nicht vollmundig als Vertrauensbeweis missinterpretieren.
Vertrauen kann man heutzutage in die Politik in Gänze nicht mehr haben. Die Gewählten sind letztlich nur als geringstes Übel ausgewählt worden und darauf kann man nicht stolz sein...
Comment
von dali dali ist gerade online | 29.6.2008 15:42 Uhr
Wir sind es doch selbst,
Parteien, Organisationen, Vereine, Verbände bestehen doch ausschließlich aus den Menschen, dies sich in ihnen engagieren. Wenn, wie es seit langem der Fall ist, diese massenweise verlassen oder nur noch zahlendes Mitglied sind (das ist bei den Parteien ebenso wie den Gewerkschaften, selbst bei DLRG+THW), bleiben überall nur die übrig, die mit den Dingen wie sie sind zufrieden sein können.
Dass dies aber kein "Unglück", sondern VON DEN BÜRGERN GEWOLLT ist symbolisiert in der Person unserer Kanzlerin:
sie hat blendende Umfrageergebnisse, aber niemand vermag zu sagen, nicht mal in ihrer eigenen Partei, wofür sie steht.

Willi schrieb weiter oben, "der Fisch stinkt vom Kopf her",
recht hat er,
aber es sind unsere eigenen Köpfe...
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 29.6.2008 16:46 Uhr
@hdgerdes - Das war kein nützlicher Rat!
Mein Bundestagsabgeordneter für Die Linke hat in "abgeordnetenwatch" gerade mal 13 von 30 Bürgeranfragen beantwortet. Die SPD-Abgeordnete (23 von 36) hat seit Februar auf nichts mehr reagiert.
Comment
von slighty slighty ist gerade offline | 29.6.2008 16:48 Uhr
wie wärs damit::
Es hat alles gegeben: Kapitalismus in einer Diktatur, Sozialismus in einer Diktatur, Kastenwesen in einer Republik, Kommunismus in einer Militärdiktatur, freie Marktwirtschaft in einer Demokratie, Raubritterkapitalismus in einer Monarchie ....

Wie wärs denn mal mit:

Sozialismus in einer Demokratie.

Das hats nämlich noch nie gegeben.

Darum funktionierts auch ;)
Comment
von slighty slighty ist gerade offline | 29.6.2008 16:51 Uhr
oder eine Mischung
Sozialismus und soziale Marktwirtschaft gekreuzt in einer Demokratie.

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Oskar Lafontaines politisches Leben (18 Bilder)
Mauerfall 1989 - Foto: dpa
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