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Roland Koch

"Der Staat muss Grenzen aufzeigen“

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über Populismus im Wahlkampf, härtere Strafen für Jugendliche und den Unterschied zwischen Anstand und Poltical Correctness.
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Roland Koch im Tagesspiegel-Interview. - Foto: Natalie Nollert
Herr Koch, sind Sie ein Populist?

Ich bin ein Politiker, der Wert darauf legt, dass in politischen Auseinandersetzungen auch das zu Wort kommt, was die Mehrheit der Menschen denkt.

Bevor wir zu den Details kommen: Ist im Wahlkampf alles erlaubt, oder gibt es Grenzen des Anstands?

Natürlich gibt es Regeln des Anstands, und die gelten auch im Wahlkampf. Aber das sind nicht die Regeln der sogenannten Political Correctness. Beispielsweise die Fragen, die sich aus dem Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgern ergeben, darf man im Wahlkampf nicht ausklammern. Sie gehören genauso da hin.

Weil sie Ihnen ein Thema liefern, um Ihre Wähler zu mobilisieren?


Wenn die großen demokratischen Parteien nicht die Kraft haben, Themen anzusprechen und Probleme zu lösen, die die Menschen bewegen, machen sie kleine, radikale Parteien groß. Das darf man nicht erlauben.

Keine Angst vor Stimmen vom rechten Rand?

Wer eine demokratische Partei wählt, hat einen wichtigen Schritt in die Demokratie hinein getan. Volksparteien müssen immer in der Lage sein, bis zum demokratischen Rand zu integrieren. Nicht darüber hinaus, aber bis dahin.

Der Verdacht des Populismus gründet sich auf den Eindruck, dass Ihnen diese Themen immer dann in den Sinn kommen, wenn Wahlkampf ist.

Das mag ein Berliner Eindruck sein, ist aber nicht die Wahrnehmung der Menschen in Hessen. Ich spreche über diese Themen immer – übrigens auch mit den Ausländerbeiräten und türkischen Gruppierungen. Bei uns im Land haben 40 Prozent der neugeborenen Kinder einen Migrationshintergrund. Deshalb haben diese Fragen hier auch mindestens die gleiche politische Bedeutung wie jedes andere wirtschafts- oder sozialpolitische Thema.

Ist es anständig, Ressentiments zu bedienen gegen Zuwanderer?

Ich tue das nicht. Es muss aber möglich sein, über Missstände auch dann zu sprechen, wenn sie Zuwanderer betreffen. Wir haben in Deutschland viel zu lange den Fehler gemacht, Probleme im Umfeld von Zuwanderung zum Tabu zu erklären, nicht zu erwähnen, weil immer einige in Politik und Medien behauptet haben, das sei unanständig. Die Folge ist, dass wir die Wirklichkeit nicht mehr korrekt beschreiben. Und das treibt längst viele Menschen, die diese Wirklichkeit täglich erleben, schlicht zur Verzweiflung.

Aber ist es, um eins Ihrer Beispiele zu nehmen, eine korrekte Beschreibung der Wirklichkeit, dass in Wohnküchen nach moslemischem Brauch Tiere geschächtet werden – ist das nicht in Wahrheit seltene Ausnahme?

Wenn eine staatliche hessische Wohnungsbaugesellschaft mit einem Bestand von 64 000 Wohnungen auf die Idee kommt, sie wolle die Menschen künftig in Wohnblocks aufteilen nach Deutschen und Migranten, und da wiederum nach verschiedenen Herkunftsländern, damit es keine Konflikte mehr gibt – dann muss man sich doch fragen, warum sie auf eine solche Idee kommt. Ich habe dem Wohnungsbauunternehmen übrigens untersagt, diese Trennung vorzunehmen, weil ich nicht glaube, dass das ein richtiger Weg wäre. Aber das Schächten in der eigenen Wohnung ist in bestimmten Wohngebieten eben leider keine Ausnahme, sondern ein sehr ernsthaftes Problem.

Und dies gilt auch für „in unserem Land ungewohnte Vorstellungen von Müllentsorgung“, wie Sie schreiben?


Ich habe inzwischen rund 1000 Briefe, Faxe und Mails bekommen mit viel Zustimmung. Und mit bedrückenden Beispielen, in denen Leute schildern, was ihnen passiert ist. Zahlreiche schreiben mir, dass der Müll beim Nachbarn einfach den Balkon runterfliegt. Wir müssen endlich aufhören so zu tun, als würden solche Dinge von bösartigen Politikern erfunden. Über die richtige Antwort kann man ja streiten, aber das Problem zu ignorieren ist falsch, ja gefährlich.

Wie müssten denn die Antworten aussehen, Beispiel Müll?

Es gibt für uns Politiker immer zwei Wege. Der eine ist der Weg der Gesetzgebung. In einer freiheitlichen Gesellschaft wird aber das meiste – was ja auch gut ist – nicht mit Gesetzen geregelt, sondern durch gesellschaftliche Debatte und Konsens, auf den man sich verständigen muss. Wir können nicht in eine Benutzungsordnung von Bussen schreiben, dass Jüngere für Ältere aufstehen sollen, schön bürokratisch mit Altersgrenzen geregelt. Aber es sollte eine Selbstverständlichkeit werden, dass Jugendliche sich gar nicht mehr vorstellen können, einfach sitzen zu bleiben, wenn eine ältere Frau zusteigt und keinen Platz findet. Das gilt genauso für die Hausordnung. Wir wollen politisch, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft in einem Haus zusammenleben können – und zwar gut. Das bedeutet aber, und das müssen wir klar sagen, dass bestimmte Dinge nicht stattfinden dürfen. Erst wenn das nicht funktioniert, stellt sich am Ende die Frage nach dem Kündigungsrecht des Vermieters.

Hausschlachtung als Kündigungsgrund?


Da Journalisten immer darauf aus sind, dass etwas passiert: Ja, diese Konsequenz ist denkbar. Aber als allerletzte, wenn jemand nicht aufhört, seine Nachbarn zu piesacken. Die eigentliche Sache ist, dass dort Menschen wohnen, denen wir nie gesagt haben, wo die Grenzen sind, an welche Regeln man sich zu halten hat. Die politische, auch die Debatte in den Medien hat das Problem ausgeblendet. Jetzt wundern wir uns, wenn diese Menschen irritiert sind, dass wir ihr Verhalten nicht besonders komisch finden. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Gesellschaft sagen, was wir von ihnen erwarten.

Kürzlich haben Sie ein Verbot von Burkas erwogen, von Ganzkörperschleiern für moslemische Frauen. Dabei trägt in ganz Hessen niemand eine Burka.

Aus der gleichen Logik heraus müsste man mir vorwerfen, dass ich mich voriges Jahr intensiv mit den Gefahren der Beteiligung ausländischer Staatsfonds an deutschen Unternehmen beschäftigt habe, obwohl es noch gar kein chinesischer oder russischer Fonds probiert hat. Wenn Politiker Probleme immer erst dann zu lösen versuchen, wenn das Kind auf dem Weg zum Brunnen oder gar drin ist, dann haben sie ihre Aufgabe verfehlt. Wir müssen klar und vorher sagen: Es gibt rote Linien, die werden in unserem Lande nicht überschritten.

Jugendgewalt ist kein neues und kein Tabuthema. Warum haben Sie auf die Tat in München so hart reagiert?

Wir in Hessen, alle Parteien, haben das Thema Jugendgewalt im letzten Jahr sehr intensiv diskutiert. Wir sind als Bundesland mit der Föderalismusreform neu für den Jugendstrafvollzug zuständig geworden, CDU und SPD haben Entwürfe im Landtag vorgelegt, die sich zueinander verhalten wie Feuer und Wasser. Wir als CDU haben damals das Gleiche gesagt wie heute. Nur hat das damals niemand registriert, weil keine überregionale Zeitung und kein Fernsehen über einen Streit im Landtag zu Wiesbaden berichtet, aber jetzt alle über die U-Bahn- Schläger in München. Und warum: weil es bewegte Bilder gab und dadurch ganz Deutschland geschockt ist.

Sie waren also immer schon für mehr Härte gegen jugendliche Straftäter?

Mehr Härte auf der einen Seite, als konsequentes Vorgehen des Staates gegen Regelverletzungen. Wenn Sie sich den Jugendstrafvollzug in Hessen ansehen, sehen Sie aber, dass wir auf der anderen Seite die Betreuung jugendlicher Straftäter massiv ausbauen. Ein Gefängnis muss eine undurchlässige Mauer haben, deshalb bin ich gegen offenen Vollzug. Aber wir haben heute in den Jugendvollzugsanstalten mehr Sozialpädagogen, mehr Hilfen und Brücken zurück nach draußen als je zuvor.

Was genau meint also Härte?

Uns ist jahrelang erzählt worden, der Staat müsse bei jungen Straftätern weich reagieren. Das halte ich für falsch. Der Staat muss gerade Jugendlichen rechtzeitig und unmissverständlich die Grenzen aufzeigen. Später, wenn ein junger Mensch in eine kriminelle Karriere abgeglitten ist, ist es dafür oft zu spät. Deshalb der Vorschlag eines Warnschussarrestes, damit Täter bald nach der Tat merken, dass der Staat es ernst meint. Und das ist, nach meiner festen Überzeugung, bei Jugendlichen das Allerwichtigste. Unsere Polizisten und Staatsanwälte treffen zu viele Jugendliche, die unser heutiges System als Erlebnis betrachten. Die steigen in der Hierarchie ihrer Gruppe eher noch auf, wenn sie mal vor einem Jugendrichter waren. Persönlich unangenehm für sie ist das alles nicht. Es geht alles einfach immer weiter. Und das ist, zu Ende gedacht, ein schlimmer Satz.

Kriminologen bezweifeln die segensreichen Wirkungen eines Warnschussarrests.

Man muss unterscheiden, über wen wir reden. Wir reden nicht von Intensivtätern. Aber fragen Sie mal einen normalen Polizisten auf einer Wache. Der trifft häufig junge Menschen, die Regelübertretung als Mutprobe betreiben. Und er trifft seine „Stammkunden“ immer wieder. Bei diesen jungen Leuten könnte ein Warnschussarrest sehr früh zu einer anderen Form von Nachdenken führen als eine folgenlose Verwarnung.

Und wenn nicht?

Ich behaupte doch nicht, dass man mit einer Maßnahme alle Probleme löst. Aber die klugen Kriminologen haben mit ihren Methoden über Jahrzehnte hinweg die Probleme auch nicht gelöst. Wir sollten die Palette unseres Instrumentariums erweitern.

Auch um erleichterte Abschiebung?

Natürlich! Ein Jugendlicher wie der türkische Täter von München muss heute die Möglichkeit, dass er abgeschoben wird, doch gar nicht in Betracht ziehen. Und daran richtet er sein Verhalten aus. Erst recht gilt das für die Intensivtäter, die ja leider für manche Jugendliche eine Art Vorbildfunktion haben. Die machen uns lächerlich und wissen dabei: Es passiert ja doch nix. Wenn wir von Abschieben reden, dann geht es nicht um Tausende, nicht mal um Hunderte. Aber wenn es uns gelänge, ein paar Dutzend solcher Intensivtäter außer Landes zu schaffen, würde das seine dauerhafte Wirkung nicht verfehlen.

Hätten Ihre Vorschläge die Tat von München verhindert?

Ich stelle mich doch nicht hin und sage, dass ein Gesetz oder ein Bündel von Maßnahmen eine konkrete Tat verhindern könnte. Wir können und sollten aber die Wahrscheinlichkeit verringern.

Sie müssen sich in drei Wochen zur Wahl stellen. Erleichtert oder erschwert die große Koalition in Berlin diese Aufgabe?

Zweigeteilte Antwort: Ich persönlich finde, dass die Art und Weise, wie die CDU und insbesondere Angela Merkel mit ihrem persönlichen Ansehen in der großen Koalition auftreten, für die CDU einen Vorteil bedeutet. Zweiter Teil der Antwort: Ein richtiger CDU-Wähler will nicht, dass sich CDU und SPD auf der Hälfte treffen. Die Kompromisse, die eine große Koalition machen muss, sind für ihn nicht CDU-Politik. Ich stehe zu dieser Koalition, habe sie ja auch gewollt und wirke in ihr mit. Ich bin mit den Kompromissen einverstanden. Aber natürlich ist es – übrigens für beide Volksparteien – in Zeiten einer großen Koalition eine größere Aufgabe, die eigenen Anhänger für eine Wahl zu mobilisieren.

Die SPD versucht es mit einem Thema der großen Koalition, dem Mindestlohn.

Na ja, eigentlich verletzt sie die Regeln der großen Koalition. Ich will es ihr nicht groß vorwerfen. Nur, wir haben in der Koalition zu dieser Frage ein bestimmtes Verfahren und bestimmte Schritte festgelegt. Die SPD versucht jetzt, jenseits der eigenen Arbeit in der Koalition mit dem Thema zu polarisieren. Wenn sie das für klug hält, bitte.

Berührt die Mindestlohnforderung nicht einen Nerv, eine ganz allgemeine Empfindung von sozialer Gerechtigkeit, auf die auch die CDU eine Antwort braucht?

Über diese Fragen müssen wir differenziert diskutieren. Zum Beispiel ist es so, dass die sogenannten Aufstocker – also Menschen, die neben einem regulären Einkommen Hartz-IV-Leistungen bekommen – im Schnitt überwiegend nur drei Monate in diesem Verhältnis bleiben. Das heißt: Sie haben danach einen besser bezahlten Job, der sie ohne Staatshilfen ernährt. Die SPD wird sich gut überlegen müssen, ob sie diesen Weg zum Einstieg und Aufstieg in den Arbeitsmarkt wirklich versperren will.

Stünden Sie eigentlich für eine große Koalition in Wiesbaden zur Verfügung?

Ich sehe diese Variante nicht. Es gibt in Hessen drei Parteien mit einem in den meisten Punkten sehr nahe beieinanderliegenden Programm auf der Linken – SPD, Grüne und Linkspartei – und zwei bürgerliche Parteien, CDU und FDP. Es wird auf der einen oder der anderen Seite eine Mehrheit geben. Frau Ypsilanti kann nur mit den Stimmen der Linkspartei Ministerpräsidentin werden. CDU und SPD würden sich als Volksparteien vergewaltigen, wenn sie versuchen würden, eine Brücke zu schlagen. Wir müssen den Wählern sagen: Ihr müsst euch entscheiden. Und ich bin sicher, dass die Hessen den Wohlstand in einem wirtschaftsstarken Land nicht aufs Spiel setzen wollen.

Das Gespräch führten Robert Birnbaum und Stephan Haselberger. Das Foto machte Natalie Nollert.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 06.01.2008)
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Kommentare [ 25 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von konstantin konstantin ist gerade offline | 5.1.2008 20:53 Uhr
Der Wähler muss endlich
dem Herrn Koch, Herrn Schäuble und der CDU mit Kanzlerin Grenzen aufzeigen, sonst geht es mit unserer Demokratie immer weiter abwärts...
Diese Frau und diese Männer machen mir mehr Angst im Alltag, als je ein Jugendlicher !
Leider fahren alle genannten nicht U- oder S-Bahn, sonst würde ich sie gern persönlich darauf
ansprechen- ich glaube, die Volksferne ist inzwischen so groß geworden, daß man ernsthaft
glaubt, mit alten Mitteln Wahlkämpfe gewinnen zu können...
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 5.1.2008 22:12 Uhr
Konzentrieren Sie sich lieber weiterhin darauf,
jugendliche Messerstecher und Axtschwinger im Alltag auf ihre Missetaten hinzuweisen. Viel Glück!
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von lbohm lbohm ist gerade offline | 6.1.2008 11:05 Uhr
"Jugendliche Axtschwinger im Alltag?"
Wo leben Sie denn? Im bayerischen Wald?
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 5.1.2008 23:28 Uhr
Ist er wenigstens rot geworden beim Lügen?
"Ich bin ein Politiker, der Wert darauf legt, dass in politischen Auseinandersetzungen auch das zu Wort kommt, was die Mehrheit der Menschen denkt."

Na dann mal los: Die Mehrheit der Deutschen möchte die deutschen Soldaten aus Afghanistan nach Hause holen. Außerdem möchte sie den Mindestlohn. Oder müssen wir uns nur darauf vorbereiten, daß sie die Todesstrafe will? Was nun, Herr Koch?
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von mathias mathias ist gerade offline | 5.1.2008 23:35 Uhr
Wie 2003
das selben wie beim letten mal 2003..
hab mir grade noch mal den wahlwerbespot 2003 angesehn, und konnte mir ein schmunzeln nicht verkneifen, da er eigentlich bei der programmatik die er an den Tag legt, den selben spot nochmal schalten könnte!

Aber wir wissen ja, dass Stimmvieh ist dumm, und bleibt dumm, und fällt jedes mal auf die selben Kasper rein..würde mich zumindest absolut nicht wundern ;)
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 5.1.2008 23:45 Uhr
Volksferne? Vielleicht. @ konstatin
benutzen Sie andere U-Bahnlinien als ich. Denn gerade in der U- und S-Bahn komme ich immer wieder auf den Gedanken, dass der Staat endlich entschiedener durchgreifen muss.
Ich mag Herrn Koch nicht, aber mit seinen Vorschlägen beweist er definitiv mehr VolksNÄHE als z.B. unsere verehrte Justizsenatorin, die das Sprechen über Probleme verhindern will, anstatt die Probleme selber zu bekämpfen.
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von dali dali ist gerade online | 6.1.2008 0:04 Uhr
So# quatsch, "der Staat muee Grenzen setzten" ,der Staat IST die Grenze!!!
auch axtschwingende Messerstecher nebst Terroristen ändern nicht daran, sie sind auch heute schon außerhalb.
Es ist nur eine Frage des demokratischen Selbstverständnisses, inwieweit wir uns von Gesetzesbrechern, die Einschränkungen unseres Rechtstaates gefallen lassen.
Jede neue Idee Schäubles oder anderer Großgeistern tun nicht anderes, als das, was sie und wir schützen müssen,
immer mehr beschränken.
Wenn man diese Entwicklung weiter denkt, bleibt am Ende nur noch der Staat, ohne das was er dem Wesen nach verteidigen soll,

das Recht
So wie die Koch Schäuble es wollen, schaffen wir langsam, aber sorgfältig den Rechtsstaat ab...
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 6.1.2008 9:54 Uhr
Vorher
muss etwas getan werden und strafen als übergangslösung. haben die jugendlichen gute vorbilder? sicher nicht.wenn ich sehe, wie in berlin auch an behindertenschulen die schulstationen geschlossen werden, fussballvereine in problembezirken, jugendeinrichtungen..dann möchte ich auch mal um mich schlagen. es hat nicht jeder das geld, sein kind beim segeln, im tennisclub oder ähnlich anzumelden.
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von charlottenburger charlottenburger ist gerade offline | 6.1.2008 11:41 Uhr
Populismus, na und ?!
Egal ob CDU oder SPD, beide Parteien kämpfen zur Zeit um die Trophäe der "Populistischten Partei Deutschlands". Der Mindestlohn ist doch ehrlich gesagt eher ein "Minderheitenthema" welches die überwiegende Zahl der Bevölkerung nicht betrifft, auch wenn jetzt wieder statistische Einwände kommen..Aber die SPD kreiert daraus eine "Hauptmahlzeit" die aber irgendwie nicht satt macht. Die CDU betreibt da schon eher "Hausmannskost" und mit der kann sich die überwiegende Zahl der Bevölkerung eher anfreunden. Jugendgewalt ist ein flächendeckendes Problem wo sich viel mehr Leute gefühlsmäßig angesprochen fühlen als beim Mindestlohn. Mir ist es eigentlich auch egal ob das Thema wahlstrategisch hochgekocht wird, es ist halt wichtig das man sich mal vier Wochen dieser Thematik annimmt, dann ist das Thema eh wieder "gegessen". Guten Appetit !!
Comment
von iris.s iris.s ist gerade offline | 6.1.2008 13:27 Uhr
vor der...
jugendgewalt steht die erwachsenengewalt - auch die flächendeckend.
und wie wollen Sie diese verhindern?
gestern noch wunderbar nachzulesen in einem artikel von caroline fetscher.
allen dringend zu empfehlen, denen hier nichts anderes einfällt als harte
strafen.
ich habe mich weder hier noch in anderen großstädten jemals unsicher
gefühlt. weder am tag noch in der nacht. weder auf der straße noch
in öffentlichen verkehrsmitteln.
menschen aus kleineren städten meinen, dass man in der großstadt
permanenten gefahren ausgesetzt ist.
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von michaelm michaelm ist gerade offline | 6.1.2008 12:08 Uhr
Methode: Haltet den Dieb!
Herr Koch sollte sich mal fragen, warum ausgerechnet nach 9 Jahren CDU-Regentschaft in seinem Bundesland jugendliche Straftäter die höchste Rückfallquote haben, nämlich 80% wieder straffällig werden?
Die Antwort hat der Vorsitzende des Richterbundes, Christoph Frank, bereits gegeben: Weil Hessen derart Vorreiter im Personalabbau ist, daß die meisten der von Gerichten angeordneten Erziehungsmaßnahmen nie durchgeführt werden.
Herr Koch ist also in hohem Maße schuldig am Wachstum der Jugendkriminalität und schreit nun: Haltet den Dieb!
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von yordchai yordchai ist gerade offline | 6.1.2008 13:49 Uhr
zu "Haltet den Dieb"
Dass Hessen leider sparen muss - bei Bildung, innerer Sicherheit etc. -, sollten gerade Berliner zu schätzen wissen, denn Hessen trägt mehr als 50 Prozent des Finanzausgleichs und muss dafür jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro Schulden machen. Aus dem, was Hessen gezwungenermaßen an Schulen und Polizei sparen MUSS, finanziert dann Berlin u.a. sein Sozialticket, von dem Bürger in Hessen nur träumen können.
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von heiko61 heiko61 ist gerade offline | 6.1.2008 12:13 Uhr
Mir geht es ebenso wie konstantin.
Hingegen sind mir weder "jugendliche Messerstecher" noch "Axtschwinger" als massenhaftes Alltagsproblem bewusst, wie uns hannibal glauben lassen will.

Natürlich muss Kriminalität bekämpft werden und nach meinem Eindruck wird sie das auch sehr effektiv. Die derzeitige ausländer- und sogar generell jugendfeindliche Kampagne der CDU lehne ich als abartig und absurd ab.

Unser Land hat größere und wichtigere Probleme, die man im Wahlkampf besprechen sollte, auf die aber die CDU/CSU keine befriedigende Antwort hat. Ich denke da z.B. an Studiengebühren, unser ineffizientes Bildungssystem, die Gerechtigkeislücke in unserem Lohn- und Gehaltssystem oder die Fehlentwicklungen in unserem Gesundheitssystem.
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von stefano1 stefano1 ist gerade offline | 6.1.2008 12:47 Uhr
Fakten
@michael m hat es schön gesagt. Die Fakten sprechen bei Herrn Koch eine klare Sprache zum Thema Wahrheit und Lüge. Im übrigen ist das Thema Ausländerkriminalität kein Tabuthema. Aber Herr Koch möchte wohl gerne vom Mindestlohn ablenken. - Nein, @charlottenburger, da sind Sie falsch informiert. Der Mindestlohn ist kein Minderheitenthema. Fragen Sie doch z.B. mal eine Friseuse, was sie verdient. Sind Sie denn der Ansicht, einer Minderheit in Deutschland könne es ruhig schlecht gehen?
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von detlef detlef ist gerade offline | 6.1.2008 13:12 Uhr
Der Wähler wird wohl die Grenzen setzen
Eine Umfrage des Emnid- Instituts sagt, dass 66 Prozent der Bundesbürger der Meinung sind, es sei "eher falsch", kriminelle ausländische Jugendliche in den Mittelpunkt des Wahlkampfs zu stellen.
Lediglich 26 Prozent nennen dies "eher richtig".
Selbst unter den Anhängern der Union sind nur 34 Prozent von Kochs Themenwahl überzeugt, 56 Prozent äußerten sich ablehnend.
Am 2. Januar 2008 wurden 501 Bundesbürger von Emnid dazu befragt.
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von ayers.rock ayers.rock ist gerade offline | 6.1.2008 13:13 Uhr
Hat Herr Koch eine "Nasen-OP" hinter sich?!
Also, ich erinnere mich noch daran, daß Roland Koch in Print-Medien mit einer unglaublich langen Nase dargestellt worden war. Es betraf seine zweifelhaften Aussgen zum Fall Kanther in Hessen, vor einigen Jahren.

Sollte sich an seiner inneren Einstellung zum Thema Anstand und Poltical Correctness etwas geändert haben. Ich bezweifele das.

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von detlef detlef ist gerade offline | 6.1.2008 14:41 Uhr
Koch muss sich nach dieser Thematisierung
im Wahlkampf bei der Wahl wohl auf deutlich größere Verluste einstellen.
Die absolute Mehrheit im Landtag ist dann dahin.
Laut „Bild am Sonntag“ kommt die hessische CDU nur auf 42 Prozent, das wäre ein Minus von 6,8 Prozentpunkten gegenüber 2003.
Gewinner könnte die LINKE sein die jetzt die 5 Prozenthürde zu überwinden scheint und erstmals in einem westdeutschen Flächenstaat in den Landtag einziehen könnte.
Also für mich hat dann der Koch alles richtig gemach:).
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von hansgeorg hansgeorg ist gerade offline | 6.1.2008 17:22 Uhr
Wer regiert in Hessen
Wer regiert eigentlich in Hessen? Ist Roland Koch der Oppositionsführer oder der Regierungschef in Hessen? Was hat dieser Herr in den letzten 8 Jahren seiner Regierung im Lande Hessen getan, damit die Kriminalitätsrate sinkt? Was hat er getan, damit die Jugendlichen eine bessere Bildung bekommen und weg von der Straße sind?
Es ist beschämend für eine Partei mit einem C im Namen, dass sie diesen plumpen Populismus der an raissimus grenzt, duldet!
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von dido07 dido07 ist gerade offline | 6.1.2008 17:50 Uhr
1000 Polizisten weniger

Unser Koch!

Ob er nach der Wahl wieder alles vergessen hat und 1000 Polizeistellen streicht?

Warum hat ihn das Thema in den letzen Jahren nicht interessiert?

Nur kurz vor der Wahl - um ängstliche Rentner zu veräppeln?


Comment
von dali dali ist gerade online | 6.1.2008 18:03 Uhr
@dido07
Die Stellen hat er schon gestrichen!!!
(SPIEGEL Titel, heute)
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von politikverdrossener politikverdrossener ist gerade offline | 7.1.2008 0:00 Uhr
Roland Koch, der brutalstmögliche Populist
Zur Frage “Herr Koch, sind Sie ein Populist?” hat Koch kein “Nein” angegeben, er ist nur ausgewichen. Koch ist auch kein Politiker, der Wert darauf legt, dass in politischen Auseinandersetzungen auch das zu Wort kommt, was die Mehrheit der Menschen denkt, sondern ein Politiker, der mit den Wahlkampf-Themen “Apfelwein” und “Schleierverbot” kläglichst gescheitert ist und der jetzt ganz offensichtlich den Überfall in der Münchner U-Bahn brutalstmöglich für Anti-Ausländer-Wahlkampf ausschlachten will.

Der von Koch im letzten Herbst gestartete Versuch, einen angeblichen Vernichtungsplan der EU gegen das hessische Nationalgetränk Apfelwein auzuschlachten, schlug fehl. Auch der Vorstoß für ein Verbot von Burkas versandete. In ganz Hessen fand sich keine einzige Schülerin mit dem islamischen Ganzkörperschleier.

66 % der Bürger finden es übrigens schlecht, dass Koch Anti-Ausländer-Wahlkampf betreibt. Koch betrieb schon einmal Anti-Ausländer-Wahlkampf.
Comment
von bavarian bavarian ist gerade offline | 7.1.2008 10:50 Uhr
"Hätten Ihre Vorschläge die Tat von München verhindert?"
"Ich stelle mich doch nicht hin und sage, dass ein Gesetz oder ein Bündel von Maßnahmen eine konkrete Tat verhindern könnte. Wir können und sollten aber die Wahrscheinlichkeit verringern."

Die Konsequenz aus dieser Aussage muß sein, daß Deutschland ein liberales Waffenrecht brauchtum dem unbescholtenen Bürger zu erlauben, sein Leben und seine Gesundheit notfalls mit der Schußwaffe zu verteidigen. Nur so kann eine konkrete Gewalttat verhindert werden, Herr Koch.
Comment
von andreenalin andreenalin ist gerade offline | 7.1.2008 13:04 Uhr
Für Koch gelten diese Grenzen nicht
Der brutalstmöglichste Aufklärer aus Hessen hält den Wähler mal wieder für ein lästiges Wesen ohne Gedächtnis. Da hat er seinerzeit kräftig mitgemauschelt an der dubiosen Spendengeschichte der CDU in Hessen. Alles klar ? Nein, bis heute ist nichts klar geworden, stattdessen wissen manche Wähler immer noch nicht, dass die Spenden nicht aus dem Vermächtnis vermögender Juden stammten. Unglaublich ! Und solch ein Politiker sieht den Staat in der Pflicht im rüden Wegsperr-Umgang mit straffällig gewordenenen Jugendlichen. Dabei wissen alle erfahrenen und vernünftigen Menschen, dass bloßes Wegsperren genau das Gegenteil bewirkt. aber so sind die Politiker - die Grenzen gelten immer für die Anderen, Schwächeren, nur nicht für sie selber. Leider gibt es in unserem Land noch zu viele Verblendete, die glauben: Auffällige Jugendliche wegsperren und unliebsame Ausländer rausjagen und gut is`. Und deshalb kocht Herr Koch erfolgreich diesen gefährlichen Meinungsbrei immer wieder aufs Neue hoch.
Comment
von gunaynasi gunaynasi ist gerade offline | 8.1.2008 10:39 Uhr
Unterschätzt Herr Koch die Wähler?
für die Fachöffentlichkeit ist die aktuelle Diskussion nur gerede. Es geht hier weder um kriminelle "Ausländer" noch irgend eine Verbesserung nirgendwo. Herr Koch und leider auch die CDU wollen ohne zu investieren, durch Gerede um eine kleine Gruppe, die keine Lobby hat, Stimmen gewinnen. Wenn man die Kommentare hier ließt, habe ich den Eindruck, dass Herr Koch die Deutsche Wählerschaft unterschätzt.
Comment
von zwillingsrad zwillingsrad ist gerade offline | 23.5.2008 20:59 Uhr
Heribert
Also, wenn ich den Roland Koch sehe, geht mir das Messer in der Tasche auf!! So verlogen wie er ist, fehlen mir einfach die Worte. Gegen Kriminelle Ausländer will er etwas tun, aber gegen hohe Spritpreise will er nicht tun, und so etwas finde ich SAUEREI!!! Roland Koch, du solltest dich mal um Arme Menschen kümmern!! Leute die 800 Euro Netto verdienen, 500 bis 600 Euro Miete zahlen müssen und vielleicht auch noch Praxisgebühren was bleiben dene noch übrig?? Ihr Politiker seid die wahre Verbrechern!! Ich werde auf jeden Fall nicht mehr wählen,ich habe den Glauben an die Politik verloren. Dauernd werden wir über den Tisch gezogen von euch, wieso soll ich dann noch wählen. Was macht Frau Merkel, sie treibt sich nur im Ausland rum. Keiner kümmert sich um das deutsche Volk die denken, haja die Menschheit ist sowieso verblödet, die lassen sich das gefallen.

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