Politik : A-Worte und K-Worte

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Berlin, Mittwochnachmittag: Gegen 14 Uhr kommt Gerhard Schröder zur Geburtstagsfeier der ZDF–Kindernachrichtensendung „logo!“. Mitgebracht hat der Kanzler eine Torte. Und Zeit. Eine Stunde steht der Kanzler 15 Jungen und Mädchen Rede und Antwort. Es geht um Katzenklos und Spiegeleier, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Verdienste und Gehälter. Dann bekommt Florian das Mikrofon. Der Elfjährige fragt: „Sie haben wortwörtlich gesagt, Sie kotzen auf die Grünen. Wie meinen Sie das?“. Schröders Antwort: „Also, so etwas würde ich nie sagen. Da kannst du dich drauf verlassen, denn das sollte man gar nicht sagen. Es gibt da so Dinge – bestimmte Wörter sagt man nicht, AWörter zum Beispiel, wenn du weißt, was damit gemeint ist. Ich schimpfe manchmal, weil sich einige nicht so verhalten, wie sie es sollten, aber so schlimm, wie du befürchtest, wird es nicht.“

Für viele eine verblüffende Antwort. Teilnehmer berichten nämlich, dass der Kanzler in der SPD-Klausurtagung am Dienstag über den grünen Koalitionspartner gesagt haben soll, er finde es „teilweise zum Kotzen“, dass sich einige aufführten, als wären sie Regierungspartei und Oppositionspartei zugleich. Ja, hat der Kanzler dem Florian etwa nicht ganz korrekt geantwortet? Keinesfalls, sagt der Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. „Der Kanzler hat auf eine Frage geantwortet und den Sachverhalt erläutert.“ Also ist das K-Wort in der Fraktionsklausur überhaupt nicht gefallen? Steg: „Der Kanzler hat richtig geantwortet. Der Junge hat eine Frage gestellt, und der Kanzler antwortete, er hat das so nicht gesagt.“ Logo, oder? Ch.B.

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