AB DEM 1. JULI : Deutschland stellt die schnelle Eingreiftruppe

Als die Bundeswehr Anfang 2002 ihren Einsatz in Afghanistan begann, schickte sie etwas mehr als 800 Soldaten nach Kabul. Heute sind bis zu 3600 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert, deren Einsatzgebiet sich bei Weitem nicht mehr nur auf die Hauptstadt beschränkt. Seit Mitte 2006 trägt Deutschland die Verantwortung für das Regionalkommando Nord der Internationalen Nato-Schutztruppe Isaf mit Stützpunkt in Masar-i-Sharif. Erst vor wenigen Tagen hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung eine seit Monaten erwartete und dringend benötigte Aufstockung des deutschen Mandats um weitere 1000 Soldaten auf 4500 angekündigt. Der Bundestag soll sie im Oktober beschließen, schon jetzt aber steht eine Verstärkung des Engagements an. Ab dem 1. Juli übernimmt Deutschland mit insgesamt 200 Soldaten von Norwegen die Schnelle Eingreiftruppe im Norden Afghanistans, die sogenannte Quick Reaction Force (QRF).

Die QRF ist die ,Reserve’ des Regionalkommandeurs Nord, sie wird, so der deutsche General und frühere Chef des Isaf-Stabes, Bruno Kasdorf, dort eingesetzt, „wo es brennt“. Bei der Operation „Harekate Yolo II“ im vergangenen Herbst gegen Militante im Nordwesten Afghanistans sowie bei dem Einsatz „Karez“ im Mai haben die Deutschen die QRF der Norweger bereits unterstützt.

Zur Eingreiftruppe, die unter anderem mit dem Schützenpanzer „Marder“ ausgerüstet ist, gehören speziell ausgebildete Soldaten, die Hubschrauber einweisen oder Einsätze von Kampfflugzeugen leiten können. Bei Bedarf werden weitere Kräfte wie Pioniere, Trupps für Operative Informationen oder Militärpolizei herangezogen. Zur Feier der Übergabe wird an diesem Montag im Bundeswehrcamp Marmal in Masar-i-Sharif ein militärischer Appell stattfinden. cir

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