Abkommen : Europarat verstärkt Schutz der Kinder

Das Gremium hat das erste internationale Abkommen zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch vorgelegt. Unter anderem sollen auch Sex-Touristen besser strafrechtlich belangt werden können. 23 Länder haben bereits unterschrieben.

Straßburg/LanzaroteWie das Ländergremium in Straßburg mitteilte, wurde die Übereinkunft zum Auftakt einer Justizministerkonferenz auf der spanischen Kanaren-Insel Lanzarote von 23 der 47 Europaratsmitglieder unterschrieben. Zu den ersten Unterzeichnern gehörten Deutschland und Österreich. Das Abkommen tritt in Kraft, wenn fünf Länder die Ratifizierung abgeschlossen haben.

Mit dem Abkommen wird nach Angaben des Europarats sexueller Missbrauch von Minderjährigen erstmals in einem internationalen Rahmen als Verbrechen eingestuft. Dies könne den Schutz von Kindern vor Sexualtätern, die oft aus dem Umfeld oder gar der Familie der Opfer kämen, deutlich verbessern, betonte die stellvertretende Generalsekretärin des Europarats, Maud de Boer-Buquicchio.

Nutzung des Internets zum sexuellen Missbrauch wird unter Strafe gestellt

Die Unterzeichnerstaaten sagen unter anderem auch eine strafrechtliche Verfolgung von Sex-Touristen zu, die im Ausland Kinder missbraucht haben. Außerdem verpflichten sie sich zu erhöhter Vorsicht bei der Einstellung und Ausbildung von Arbeitnehmern, die beruflich mit Minderjährigen in Kontakt sind. Kinder sollen zudem besser über mögliche Gefahren informiert werden und Hilfen etwa über Telefon-Hotlines angeboten bekommen. Außerden soll die Nutzung des Internets zur sexuellen Belästigung Minderjähriger unter Strafe gestellt werden. (mit AFP)

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