Politik : Absagen, Distanzierungen, Zusagen - die FPÖ-Beteiligung und die ersten konkreten Folgen

Das Pariser Verteidigungsministerium hat ein für kommenden Dienstag geplantes bilaterales Treffen in Wien abgesagt. Das gab ein Sprecher des Ministeriums in Paris bekannt. Zu den Gesprächen sollten hohe französische Beamte mit österreichischen Kollegen zusammentreffen. Alle 14 EU-Partner Österreichs hatten mit einem politischen Boykott der Wiener Regierung gedroht, falls die FPÖ in Österreich an der Macht beteiligt werden sollte. AFP

Die niederländische ABN Amro Bank will den FPÖ-Chef Jörg Haider vorläufig nicht mehr in finanziellen Angelegenheiten beraten. Zunächst müsse sichergestellt sein, dass das Geld nicht für Zwecke mit diskriminierendem Charakter bestimmt sei, erklärte die Bank. epd

Der europäische Rabbiner-Kongress ist von Wien nach Bratislava verlegt worden. Der französische Großrabbiner Joseph Sitruk teilte in einem Kommuniqué am Donnerstag mit, der vom 12. bis 15. März geplante Kongress sei in Wien "unpassend in dem Augenblick, in dem die Freiheitliche Partei Jörg Haiders in die Regierung eintritt".

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, wird im April an der offiziellen Eröffnung der Europäischen Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien teilnehmen. Wie ein Kommissionssprecher in Brüssel ankündigte, werde Prodi die Eröffnungsrede halten.

Das israelische Innenministerium wird Haider die Einreise nach Israel verweigern. Dies kündigte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Jerusalem an. AFP

Talkmaster Erich Böhme hat die Einladung Haiders in seine Sendung am kommenden Wochenende gerechtfertigt. Er wolle Haider "zwingen zu bekennen, worauf er hinauswill", sagte Böhme der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Haider müsse thematisiert werden, weil ihm 27 Prozent der Österreicher bei den Parlamentswahlen im Oktober ihre Stimme gegeben hätten, so Böhme weiter. Haider kommt am Sonntag zu der von n-tv ausgestrahlten neuen Sendung Böhmes "Talk in Berlin".

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