Abschiebung : Gericht schützt afghanische Flüchtlinge

Flüchtlinge aus Afghanistan dürfen nicht abgeschoben werden, wenn sie keine Familie dort haben. Auch eine fehlende Arbeitsmöglichkeit kann vor Abschiebung schützen

Aus Sicht der Richter ist es nicht zu verantworten, jemanden abzuschieben, der "mangels jeglicher Lebensgrundlage dem baldigen sicheren Hungertod ausgeliefert sein würde". Daher dürfen afghanische Flüchtlinge, die in der Heimat weder eine Familie noch einen Beruf haben, nicht abgeschoben werden. Das hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg unter Berufung auf humanitäre Gründe entschieden, wie aus einem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht. 

Im vorliegenden Fall hatte ein 1986 geborener Mann sunnitischen Glaubens geklagt, der im Jahr 2003 nach Deutschland gekommen war. Da sein Asylantrag im August 2007 abgelehnt wurde, wollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Kläger in die Heimat abschieben. Aus Sicht der Behörde wäre dort sein Existenzminimum gesichert.

Dem widersprach der VGH. Nach Recherchen über die Lebensbedingungen in Afghanistan gingen die Richter davon aus, dass der junge Mann allenfalls mit Hilfstätigkeiten wöchentlich ein bis zwei US-Dollar verdienen könnte, zu wenig zum Leben.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, bm

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