Politik : Abschied von der Bush-Doktrin

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Jeff Gedmin, Leiter des AspenInstituts in Berlin und einer der prominentesten Befürworter des Irak-Kriegs, hält das Auffinden von Massenvernichtungswaffen als Voraussetzung dafür, dass die Doktrin über vorbeugende Militäreinsätze überleben kann. Bliebe die Suche nach B- und C-Waffen im Irak erfolglos, „dann ist das ein sehr ernstes Problem für Tony Blair und George W. Bush“, sagte Gedmin dem „Focus“. „Das wäre wahrscheinlich das Ende der Bush-Doktrin von Präventivschlägen.“ Die USA befänden sich in der Zwickmühle: „Wir müssten eigentlich zwei Dinge tun: erstens bleiben. Und zweitens so schnell wie möglich das Land den Menschen überlassen.“ Gernot Erler, SPD-Außenpolitiker, attestiert der US-Politik die „Weigerung, das Dilemma wirklich zu begreifen“. Erler sagte dem Tagesspiegel, Washington stehe „am Anfang einer Besinnungsphase, deren Ausgang noch völlig offen ist“. Es sei ein sehr weiter Weg bis zur Erkenntnis, dass nur ein „interessenfreier Aufbauplan“ unter dem Dach der UN dem Irak Sicherheit und Stabilität bringen könne. Die bloße Internationalisierung der Truppen in Irak bringe nichts. „Amerika ist nicht aus dem Schneider, wenn andere Länder hinzukommen.“rvr

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