Abschiedsrede : Kofi Annan warnt vor Nahost-Konflikt

In seiner Abschiedsrede vor der UN-Vollversammlung hat UN-Generalsekretär Kofi Annan den Nahost-Konflikt als eine der größten Herausforderungen für die internationale Sicherheit bezeichnet.

New York - "Kein anderer Konflikt ist derart stark symbolisch und emotional aufgeladen selbst für Menschen weitab des Schlachtfeldes", sagte Annan in der Eröffnungsansprache in New York vor den fast neunzig Staats- und Regieungschefs im UN-Hauptquartier. "Solange die Palästinenser unter der Besatzung leben, täglicher Frustration und Erniedrigung ausgesetzt sind, und solange Israelis in Bussen und Tanzlokalen in die Luft gesprengt werden, solange wird irgendwo Wut entflammt werden", sagte Annan. Zugleich warnte er davor, dass der Respekt vor den Vereinten Nationen Schaden nehmen werde, sollte es dem UN-Sicherheitsrat nicht gelingen, den fast sechzig Jahre alten Konflikt zu beenden.

Auch die Bemühungen zur Lösung anderer Konflikte wie im Irak und in Afghanistan würden durch den schwelenden Nahost-Konflikt beeinträchtigt, sagte Annan weiter. Als derzeit größten Krisenherd in Afrika bezeichnete Annan die westsudanesische Unruheprovinz Darfur. "Bedauerlicherweise kommt die größte Herausforderung wieder einmal aus Afrika - aus Darfur", wo weiterhin Menschen vertrieben, ermordet und vergewaltigt würden. Der 60-jährige Ghanaer Annan scheidet nach zwei fünfjährigen Amtsperioden an der Spitze der Weltorganisation Ende Dezember aus dem Amt. Die UN-Generalversammlung dauert bis Freitag kommender Woche. (tso/AFP)

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