Absturz in Mali : Hubschrauber der Bundeswehr verlor offenbar Rotorblätter

Neue Details zum Absturz des Kampfhubschraubers in Mali: Der "Tiger" soll sich in einem starken Sinkflug befunden haben, als er Teile verlor.

Ein Kampfhubschrauber "Tiger" wird aus einem Hangar in Mali gezogen.
Ein Kampfhubschrauber "Tiger" wird aus einem Hangar in Mali gezogen.Foto: dpa

Der vor zwei Wochen in Mali abgestürzte Bundeswehrhubschrauber hat vor dem Aufschlag die Hauptrotorblätter sowie weitere Teile verloren. Das geht aus einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an die Obleute des Bundestags-Verteidigungsausschusses hervor, das AFP am Mittwoch vorlag. Bis zum Absturz habe sich ein "unauffälliger Flugverlauf" gezeigt. Der Kampfhubschrauber vom Typ "Tiger" war am 26. Juli abgestürzt, die beiden Piloten kamen ums Leben.

"Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile vom Luftfahrzeug, darunter die Hauptrotorblätter", heißt es in dem Schreiben zum aktuellen Stand der Untersuchungen. "Spekulationen zur Unfallursache entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeder tragfähigen Grundlage", betonte das Ministerium. Die Untersuchungen würden weiterhin ergebnisoffen geführt.

Der Aufprall sei nicht zu überleben gewesen, heißt es

Der Hubschrauber flog demnach mit einer Geschwindigkeit von etwa 135 Knoten (rund 250 Stundenkilometer) in einer Höhe von etwa 550 Metern über dem Boden, als "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging". Nach etwa zehn Sekunden schlug der Hubschrauber demnach am Boden auf und fing unmittelbar Feuer. Die Maschine wurde zerstört, "der Aufprall war nicht zu überleben". Der Absturz ereignete sich etwa 82 Kilometer nördlich des Flugplatzes Gao. Ein Untersuchungsteam der Flugsicherheit in der Bundeswehr wurde dem Schreiben zufolge am Tag nach dem Unfall zu dem Flugplatz entsandt. Die detaillierte Auswertung der Flugrekorder-Daten dauere noch an.

Die Bundeswehr unterstützt in Mali die UN-Mission Minusma, die als einer der gefährlichsten UN-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes. Außerdem unterstützt die Bundeswehr eine EU-Ausbildungsmission in Mali. (AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

21 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben