Abwanderung : Schäuble bleibt gelassen

Die deutsche Wirtschaft ist nach Ansicht des Innenministers Wolfgang Schäuble (CDU) nicht durch die Abwanderung von Fachkräften bedroht. Jährlich wandern fast 700.000 Personen aus Deutschland aus.

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Warnt vor Panikmache in Sachen Abwanderung: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). -Foto: dpa

BerlinEs sei zwar wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen, sagte Schäuble im Bundestag. Allerdings sei es falsch, in den Statistiken "reflexartig" einen Beweis "für Niedergang unseres Landes zu sehen". Schäuble fügte hinzu, die Motive der Auswanderer gingen aus den Zahlen ebenso wenig hervor, wie die Antwort auf die Frage, ob es sich um eine befristete oder dauerhafte Auswanderung handele.

Die FDP-Fraktion hatte zuvor von einer zunehmenden "Abwanderung der Intelligenz" gesprochen und den Abbau bürokratischer Hemmnisse sowie ein Punktesystem bei der Zuwanderung gefordert. Der Bundesregierung zufolge wandern jährlich zwischen 600.000 und 700.000 Personen aus Deutschland aus. Von 2001 bis einschließlich 2005 sei erneut ein Anstieg der Fortzüge festzustellen.

Schäuble: Arbeit im Ausland notwendig für wirtschaftlichen Erfolg

Schäuble betonte, zahlreiche Mitarbeiter deutscher Unternehmer arbeiteten im Ausland. Dies sei bei einer stark exportorientierten Gesellschaft eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg. Er verwies zudem darauf, dass auch Chemie-Nobelpreisträger Gerhard Ertl und Physik-Nobelpreisträger Peter Grünberg vorübergehend an Forschungseinrichtungen im Ausland gearbeitet hätten.

Zugleich verwies der Minister auf Initiative der Regierung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. So sollen einem Kabinettsbeschluss zufolge Ausländer mit deutschem Studienabschluss ab November ungehindert in Deutschland arbeiten können. Für den mittel- und langfristigen Bedarf an Fachkräften soll über ein mögliches Punktesystem gesprochen werden. (mit ddp)

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