• Acht EU-Länder vom Hormonskandal betroffen Brüssel sieht bisher keinen Grund für Exportstopps

Politik : Acht EU-Länder vom Hormonskandal betroffen Brüssel sieht bisher keinen Grund für Exportstopps

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Brüssel (dpa). Der Skandal um hormonverseuchte Schweine, Futtermittel und Getränke zieht weitere Kreise. Nach Angaben aus der EU-Kommission sind mittlerweile acht Länder betroffen. So seien 2000 möglicherweise mit Hormonen belastete lebende Schweine aus den Niederlanden nach Italien, 500 nach Spanien und 200 nach Frankreich geliefert worden, hieß es am Freitag.

Außerdem sei Schweinefleisch nach Großbritannien gelangt, das aus Mastbetrieben stamme, die Produkte von der belgischen Firma Bioland (nicht identisch mit dem deutschen Verband gleichen ns) bezogen hätten. Dieser Betrieb hatte Zuckersirup hergestellt und verkauft, in den pharmazeutischer Abfall aus Irland gemischt worden war. Außerdem wurde Tierfutter aus den Niederlanden nach Luxemburg geliefert. Die betroffenen Tierfutterhersteller bezogen nach den Angaben aus EU-Kreisen Produkte von Bioland.

In Deutschland werden als Folge des Nitrofen-Skandals das Lebens- und das Futtermittelrecht verschärft. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat am Freitag in Berlin den Änderungen zu, über die sich zuvor der Vermittlungsausschuss verständigt hatte. Demnach sollen im Lebensmittelrecht Unternehmen verpflichtet werden, Rückstände, die bei internen Kontrollen entdeckt wurden, den Behörden zu melden. Bislang genügt eine so genannte stille Rückrufaktion.

Ein Sprecher von EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne sagte zu dem Skandal um MPA, aktuell gebe es nach wie vor keinen Grund für Sanktionen wie etwa Exportstopps, weil die Quelle für die verbotenen Hormone klar definiert sei. Das EU-Schnellwarnsystem für Lebensmittelkrisen funktioniere gut.

Unterdessen berichtete die Umweltschutzorganisation Greenpeace über Funde von Rückständen des Antibiotikums Tetracyclin in nach Deutschland importierten Putenprodukten einer italienischen Firma. Eine Sprecherin des Bundesverbraucherministeriums betonte aber, für Verbraucher bestehe keine Gefahr. Nach ihren Angaben ist das Antibiotikum als Mastbeschleuniger EU-weit verboten, zu therapeutischen Zwecken aber erlaubt.

Nach Angaben des Byrne-Sprechers wird der Hormonskandal am kommenden Montag auch Thema des EU-Agrarministerrates in Brüssel sein. Am Dienstag werde dann der EU-Lebensmittelausschuss über das weitere Vorgehen beraten.

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