Ackermann-Party : Ex-Kanzler Schröder: Ich habe meine Gäste selbst ausgesucht

Das Abendessen im Kanzleramt für Josef Ackermann war das erste Mal, dass eine ranghohe Persönlichkeit so geehrt wurde. Gerhard Schröder ließ verlauten, er habe seine Gäste immer selbst ausgesucht.

Jost Müller-Neuhof
Schröder
Gerhard Schröder. -Foto: dpa

Mit der Einladung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wurde in der Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Tagesspiegel-Informationen erstmals eine ranghohe Persönlichkeit mit einem Abendessen im Kanzleramt geehrt. Erstmals verschickte Merkel im Fall Ackermann auch Einladungskarten, die ausdrücklich den Geburtstag eines Gastes zum Anlass für die Zusammenkunft nahmen, und überließ dem Jubilar die Auswahl der Gäste. Eine solche Ehrung hat es auch in der Zeit der rot-grünen Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Auskunft seines Büros nicht gegeben. "An einen vergleichbaren Fall können wir uns nicht erinnern", hieß es in einer Mitteilung, die dem Tagesspiegel vorliegt. Schröder habe "seine Gäste stets selbst ausgewählt und eingeladen. Das macht den Unterschied zum aktuellen Fall aus."

Üblich sind "Ehrenessen" bislang nur im stärker auf Repräsentation ausgerichteten Bundespräsidialamt. Regierungssprecher Klaus Vater bezeichnete das Treffen dennoch als "business as usual". In Merkels Regierungszeit gab es vergleichbare Einladungen nach Angaben des Bundespresseamts an die deutschen Mannschaften bei der Fußball- und zur Handball-Weltmeisterschaft. Ob es weitere Einladungen zur Ehrung von Wirtschaftsführern oder anderer Persönlichkeiten gab, kann laut Presseamt "nicht nachvollzogen werden". Auch dass Geburtstage in der Vergangenheit den Anlass bildeten, sei "nicht bekannt".

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