Politik : Ägypten entlässt Menschenrechtler aus der Haft Prozess gegen Saadeddin Ibrahim

soll neu aufgerollt werden

Andrea Nüsse

Amman . Ein Berufungsgericht in Kairo hat das Urteil gegen den ägyptischen Menschenrechtler Saadeddin Ibrahim aufgehoben und ihn freigelassen. Der 64-Jährige war wegen Schädigung des Rufs Ägyptens und angeblichem Missbrauch von Geldern zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das harte Urteil war im Westen kritisiert worden. Die USA hatten daraufhin jede zusätzliche Hilfe für Ägypten gestoppt. Wegen Formfehlern ordnete das Kairoer Gericht am Dienstag an, das Verfahren am 7. Januar neu aufzurollen.

Der US-Botschafter in Ägypten begrüßte das Urteil. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International dagegen befürchtet, dass Ibrahim im kommenden Jahr erneut ein „politisch motiviertes“ Verfahren erwartet. Der Professor an der Amerikanischen Universität in Kairo und Leiter des Ibn-Khaldun-Zentrums für Entwicklungsstudien, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, war im Juli verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, mit Berichten über die Lage der Kopten in Ägypten „falsche Informationen“ verbreitet zu haben, um dem Ansehen des Landes zu schaden.

Außerdem wird Ibrahim vorgeworfen, Gelder von der EU, der Nato und der israelischen Universität Haifa erhalten zu haben. Nach einem neuen Gesetz dürfen Nichtregierungsorganisationen nicht mehr ohne ministerielle Erlaubnis ausländische Gelder annehmen. Ibrahim sagte in einem Gespräch mit AFP, er sei „glücklich, frei zu sein“ und danke der ägyptischen Justiz. Auch zwei Angestellte des Ibn-Khaldun-Zentrums, die zu zwei und drei Jahren Gefängnis verurteilt worden waren, kamen frei.

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