Politik : Ägypten: Festnahmen nach Anschlag

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Scharm al Scheich Nach dem blutigen Anschlag auf das ägyptsche Urlauberparadies Scharm alScheich fahnden die Sicherheitskräfte mit Hochdruck nach den Tätern und Hintermännern. Bis Sonntag nahmen sie bei Razzien auf der Sinai-Halbinsel fast 90 mutmaßliche Islamisten fest. Bei den drei bislang schwersten Terroranschlägen in Ägypten wurden in der Nacht zum Samstag mindestens 88 Menschen getötet, unter ihnen neun Ausländer. Von den rund 4800 deutschen Touristen in Scharm al Scheich wurde nach Angaben des Außenministeriums niemand getötet oder schwer verletzt. Eine Gruppe mit Verbindungen zu Al Qaida bekannte sich zur Tat. Die Echtheit ihrer Mitteilung im Internet wurde nicht bestätigt.

Trotz der Razzien und Festnahmen hatten die ägyptischen Sicherheitsbehörden bis Sonntagnachmittag keine heiße Spur. Unter den Festgenommenen befinden sich nach ihren Angaben auch einige islamische Fundamentalisten, die bereits bei den Ermittlungen zu den Anschlägen auf den Badeort Taba im vergangenen Oktober inhaftiert wurden und erst kürzlich wieder freigekommen sind. Nach Angaben von Innenminister Habib al Adli besteht ein Zusammenhang zwischen beiden Attentaten. Bei den Anschlägen von Taba wurden 34 Menschen getötet, darunter zahlreiche israelische Touristen.

Die neue Anschlagsserie traf den beliebten Urlaubsort am Roten Meer mitten in der Hochsaison. Bei den fast zeitgleichen Anschlägen auf einen Markt in der Altstadt von Scharm al Scheich, das Luxushotel Ghazala Gardens und einen Parkplatz vor einem Café wurden mehr als 110 Menschen verletzt. Unter den neun ausländischen Toten waren zwei Briten, zwei Italiener sowie Urlauber aus Tschechien, den Niederlanden, Russland, Israel und der Ukraine.

Der Friedensforscher Daniel Labib Sharaf sieht einen deutlichen Zusammenhang der Attentate mit den Präsidentschaftswahlen, die in Ägypten für November geplant sind. dpa/Tsp

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