Politik : Ärzte für Frauenförderung

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Rostock (dpa). Der Deutsche Ärztetag hat bessere Karrierechancen für Ärztinnen gefordert. In Krankenhäusern sei nur jede zehnte leitende Stelle mit einer Ärztin besetzt, in der Chirurgie liege dieser Anteil sogar nur bei 1,4 Prozent. Obwohl das Gesundheitswesen in weiten Teilen von Frauen getragen werde, gelinge es ihnen nicht, ihre hohe Qualifikation in entsprechende Karrieren umzusetzen, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Donnerstag in Rostock. Die 250 Delegierten befassten sich am vorletzten Konferenztag auch mit einer Lockerung des Werbeverbots.

Von den insgesamt 375 000 Medizinern in Deutschland sind 40 Prozent Ärztinnen. Noch höher liegt der Frauenanteil den Angaben zufolge mit 53 Prozent bei den Medizin-Studenten. Bei 14-jährigen Schülerinnen rangiert der Arztberuf nach einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2000 auf Platz Zwei der Traumberufe.

Die Vorsitzende des Ärztinnengremiums der Bundesärztekammer, Astrid Bühren, kritisierte vehement die Benachteiligung von Ärztinnen. „Es gibt immer noch viele Vorurteile, die als Zusammenspiel von Tradition und Unbedachtheit wirken“, sagte sie.

Um die Situation der Ärztinnen zu verbessern, verabschiedeten die Delegierten nach einer mehr als fünfstündigen Debatte einstimmig einen umfangreichen Forderungskatalog. Die Adressaten waren Krankenhausgesellschaften, Bund, Länder und Kommunen. Sie sollen flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten, eine flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten gewährleisten, mehr Ganztagsschulen einrichten und die Berufungsverfahren für begehrte Professuren transparenter machen.

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