Politik : Ärzte zweifeln an ihrer Verwaltung

Berlin - Die niedergelassenen Ärzte stellen das System der Kassenärztlichen Vereinigungen immer stärker infrage. Nach einer aktuellen Umfrage des NAV-Virchow-Bundes, des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, halten inzwischen mehr als ein Drittel der Mediziner die Selbstverwaltungsorgane für vollkommen überflüssig. Nur für jeden Fünften ist das System der Kassenärztlichen Vereinigungen nach wie vor unverzichtbar – 2004 waren noch 30 Prozent der Praxismediziner dieser Meinung.

Der Verlust des Vertrauens in die eigene Verwaltung zeigt sich auch bei der Frage, ob die Kassenärztlichen Vereinigungen für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung zuständig bleiben sollten. Etwa 35 Prozent der befragten Ärzte sind „überhaupt nicht“ dieser Meinung, nur 22 Prozent beharren darauf. Vor acht Jahren waren es noch doppelt so viele gewesen. Das seien „Ergebnisse, die den Körperschaften zu denken geben sollten“, meint der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich.

Erstellt wurde die Studie von der Brendan-Schmittmann-Stiftung des Verbandes, die sich seit vielen Jahren mit den Arbeitsbedingungen für Ärzte beschäftigt. Zu den regelmäßig wiederkehrenden Befunden gehört dabei die Tatsache, dass sich die Mehrzahl der Befragten wirtschaftlich unsicher fühlt. Vier von fünf Ärzten schließen nicht aus, mit ihrer Praxis in absehbarer Zukunft wirtschaftliche Probleme zu bekommen. Zudem fühlen sich 59 Prozent durch finanzielle Verpflichtungen belastet. Im Jahr 2007 waren es noch knapp 64 Prozent. raw

1 Kommentar

Neuester Kommentar