Politik : Ärztechef wirft Gaststätten bei Rauchverbot Täuschung vor

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Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat die Politik dringlich aufgefordert, „beim Nichtraucherschutz nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben“. Ein Rauchverbot dürfe sich nicht auf öffentliche Gebäude beschränken, sondern sei auch in Gaststätten „unabdingbar“, sagte er dem Tagesspiegel. Damit reagierte Hoppe auf die Äußerung von Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) im Tagesspiegel, dass man Nichtraucher in öffentlichen Räumen schützen, über Rauchverbote in Restaurants aber noch diskutieren müsse.

Scharfe Kritik übte Hoppe auch am Hotel- und Gaststättenverband. Mit seinen bisher gelieferten Zahlen über angeblich vorhandene Nichtraucherplätze in Gaststätten tue der Verband so, „als habe er dem Nichtraucherschutz einen Dienst erwiesen“. Tatsächlich gebe es keinen Nachweis, dass die Zielvereinbarung, wonach bis zum März 2006 30 Prozent der Gaststätten mindestens 30 Prozent Nichtraucherplätze anbieten müssen, erfüllt sei. Der Verband habe nur ganz wenige Betriebe befragt und deren Angaben seien nicht kontrolliert worden. Außerdem brächten Nichtraucherplätze gar nichts, wenn sie nicht räumlich getrennt seien. raw

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