Politik : Ärztestreik: Hessen schert aus

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Wiesbaden - Das Land Hessen und die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund werden am Montag Tarifverhandlungen auf Landesebene aufnehmen. Die Landesregierung habe sich am Freitagnachmittag zu förmlichen Verhandlungen bereit erklärt, teilte der Landesverband des Marburger Bundes in Frankfurt am Main mit. Die Gespräche für die rund 2200 Ärzte an den hessischen Universitätskliniken sollen um 10 Uhr in Wiesbaden beginnen.

Mit diesem Angebot kommt überraschend Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen der Länder mit den Klinkärzten. Zuletzt hatte der Marburger Bund nicht ausgeschlossen, mit einzelnen Ländern einen Tarifabschluss zu suchen und damit die Forderung nach einem Flächentarifvertrag relativiert.

Der hessische Innenminister Volker Bouffier, CDU, hatte dem Marburger Bund formell Tarifverhandlungen angeboten. Da das Land aus der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ausgeschieden sei, könne Hessen einen eigenen Weg gehen, sagte Bouffier dem Tagesspiegel. Auch hessische Ärzte hatten sich an Warnstreiks und an der Urabstimmung an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern beteiligt. Bei der Urabstimmung hatten die Ärzte in Hessen wie bundesweit fast einstimmig für einen unbefristeten Streik gestimmt. Bouffier sagte, er wolle einen tragfähigen Kompromiss suchen. Er halte den für Dienstag angekündigten Streik der Ärzte an den hessischen Unikliniken für überflüssig und hoffe, ihn abwenden zu können. Das Land Hessen werde dabei an der Forderung nach der Arbeitszeitverlängerung auf bis 42 Stunden festhalten, sagte Bouffier. Allerdings halte er Kompromisse bei der Vergütung, bei der Forderung nach länger laufenden Dienstverträgen und bei Ausbildungsfragen für möglich, so der Minister. csl

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