AfD-Politikerin Beatrix von Storch : "Auch eine junge Partei darf Fehler machen"

Die Berliner AfD-Chefin weist Kritik an rassistischen Äußerungen aus ihrer Partei zurück. Den drohenden Rauswurf aus der Fraktion der Konservativen im EU-Parlament hält Beatrix von Storch für ein Komplott von Angela Merkel.

Beatrix von Storch, die stellvertretende Sprecherin des AfD-Bundesvorstandes und Berliner AfD-Chefin
Beatrix von Storch, die stellvertretende Sprecherin des AfD-Bundesvorstandes und Berliner AfD-ChefinFoto: dpa/Julian Stratenschulte

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat Kritik an ihrer Partei etwa wegen rassistischer Äußerungen oder der Forderung nach einem Schießbefehl an der Grenze zurückgewiesen. "Man darf einen Fehler machen, auch eine junge Partei darf Fehler machen", sagte von Storch, die AfD-Vorsitzende von Berlin, dem "Deutschlandfunk".

"Wir haben bei uns keine Molotowcocktails schmeißenden Gewalttäter dabei und wenn wir solche hätten, dann würden wir die sicherlich ausschließen", sagte von Storch weiter.

Konkret gefragt nach den rassistischen Einlassungen des Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke über Afrikaner sagte von Storch: "Wer eine falsche Äußerung macht, darf sie korrigieren. Ja, das ist so. Und das ist auch in einer jungen Partei so."

Sie selber kenne sich in der Materie nicht aus. "Ich halte es für dumm, ich halte es für falsch", sagte von Storch, die auch stellvertretende Sprecherin des AfD-Bundesvorstands ist.

Die von ihr erhobene Forderung nach einem Schießbefehl an der Grenze zum Schutz vor Flüchtlingen habe sie korrigiert. "Ich habe das richtiggestellt und gesagt, wir wollen nicht auf Menschen schießen, auf gar keine Menschen, auch nicht auf Männer, auch nicht Frauen, auch nicht auf Kinder", sagte von Storch.

Dass sie und ihr Parteikollege Marcus Pretzell vor einem Rausschmiss aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR) im EU-Parlament stehen, hält von Storch für ein Komplott der Kanzlerin. "Ich verstehe auch, dass Frau Merkel auf ihren britischen Kollegen David Cameron Einfluss nimmt, um alles zu tun, der AfD kurz vor den Wahlen noch irgendwie zu schaden", sagte sie. "Aber ich glaube, die Menschen sind inzwischen so weit, zu erkennen, dass hier ein Scharmützel nach dem anderen geschlagen wird, um den Wahlerfolg der AfD am Wochenende zu verhindern."

Am Sonntag wird in drei Bundesländern - Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt - gewählt. Die Alternative für Deutschland kann dabei laut Umfragen auf ein gutes Abschneiden hoffen. (Tsp)