AfD und Wahlbeteiligung : Hurra, sie wählen noch!

Die Wahlbeteiligung lag bei den Landtagswahlen deutlich höher als in vergangenen Jahren. Eine gute Nachricht, selbst wenn die Wahlentscheidung Kopfzerbrechen bereitet. Ein Kommentar.

Arno Makowsky
Zwei Wähler füllen am 13.03.2016 in Kirnbach (Baden-Württemberg) im Wahllokal in den Wahlkabinen ihre Stimmzettel für die baden-württembergische Landtagswahl aus. Foto: dpa
Zwei Wähler füllen am 13.03.2016 in Kirnbach (Baden-Württemberg) im Wahllokal in den Wahlkabinen ihre Stimmzettel für die...Foto: dpa

Hurra, sie gehen wieder wählen! Bei den drei Landtagswahlen lag die Beteiligung um bis zu zehn Prozent höher als beim letzten Mal. Das ist zweifellos eine gute Nachricht, auch wenn der Jubel nach dem zweiten Blick etwas verhaltender ausfällt. Nämlich dann, wenn man analysiert, wem die bisherigen Nichtwähler mehrheitlich ihre Stimme gegeben haben: der AfD.

Für die etablierten Parteien ist das unschön, aber vielleicht lehrreich. Bei vielen Landtags- oder Europawahlen der vergangenen Jahre, an denen sich weniger als 50 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten, musste man sich fragen, wie weit die gewählten Volksvertreter eigentlich noch legitimiert sind, politische Entscheidungen für die Menschen zu treffen.

Sicher, diesmal gab es mit der Flüchtlingskrise ein polarisierendes Thema, das die Leute mobilisiert hat. Aber das neue Interesse hängt offensichtlich nicht nur damit zusammen. So beobachten die Autoren der Shellstudie seit längerem, dass sich junge Menschen wieder mehr politisch engagieren. Im Netz diskutieren und polemisieren sie. Manchmal tut es weh. Aber im Sinne der Demokratie gilt: Lieber AfD wählen als gar nicht.                                      

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