Politik : Affären kosten VW fünf Millionen

Alfons Frese

Berlin - Der Einsatz von Tarnfirmen, Luxusreisen von Betriebsräten und Managern sowie Bordellbesuche haben den VW-Konzern rund fünf Millionen Euro gekostet. Wie VW am Freitag mitteilte, hat allein der für die Betreuung von Betriebsräten zuständige Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer in den vergangenen fünf Jahren so genannte Eigenbelege in Höhe von 939000 Euro abgerechnet, unter anderem für Reisen, Schmuck und Barbesuche. Weitere 635000 Euro seien an „eine Bekannte“ des früheren VW-Betriebsratschefs Klaus Volkert geflossen, teilte VW anlässlich einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg mit. Auf der Sitzung stellte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihren Bericht über die Affäre vor.

Ferner bestellte der Aufsichtsrat den bisherigen Audi-Personalvorstand Horst Neumann zum VW-Personalchef. Neumann folgt auf Peter Hartz, der im Sommer auf Grund der Verwicklungen in die Affäre zurückgetreten war. Mit der Nominierung Neumanns setzte sich die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat gemeinsam mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten und VW-Aufsichtsrat Christian Wulff durch, der gegen Neumann war.

Als Konsequenz aus der Affäre kündigte VW-Chef Bernd Pischetsrieder ein Ombudsmann-System an. Zwei vom Unternehmen beauftragte Anwälte sollen künftig Hinweise auf mögliche Korruptionssachverhalte vertraulich entgegennehmen und an VW weiterleiten. „Wir stellen sicher, dass jeder Mitarbeiter und Geschäftspartner in einer vom Unternehmen unabhängigen Umgebung Vorgänge ansprechen kann, die seiner Meinung nach einer Überprüfung bedürfen“, sagte Pischetsrieder. Volkswagen werde „nach innen und nach außen ein transparentes Unternehmen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

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