Afghanistan : 17 Festnahmen nach Anschlag auf deutsche Botschaft

Fahndungserfolg: Die afghanischen Behörden haben den mutmaßlichen Drahtzieher des Selbstmordanschlags nahe der deutschen Botschaft in Kabul von Mitte Januar gefasst.

KabulDer afghanische Geheimdienst hat im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul nach eigenen Angaben einen ersten Fahndungserfolg erzielt. Es handele sich um einen Pakistaner, der vermutlich der Anführer einer insgesamt 17-köpfigen Extremistengruppe sei, teilte die Nationale Sicherheitsbehörde am Dienstag in Kabul mit.

Alle Festgenommenen hätten ihre Beteiligung an dem Anschlag gestanden, sagte ein Sprecher der Behörde auf einer Pressekonferenz. Die NDS verteilte an Reporter gefilmte Geständnisse einiger der mutmaßlichen Extremisten auf DVD. Die Gruppe gehört demnach zu dem den Taliban nahestehenden afghanischen Haqqani-Netzwerk sowie zu der im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ansässigen Gruppe Harakat-ul-Mujahideen. Die Festgenommenen sind den Angaben zufolge zwischen 23 und 55 Jahre alt und stammen mit Ausnahme des 22-jährigen pakistanischen Anführers aus Afghanistan.

Die Nato hatte nach eigenen Angaben bereits in den vergangenen Wochen mehrere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft festgenommen. Bei dem Anschlag im Regierungs- und Diplomatenviertel von Kabul hatte ein Attentäter Mitte Januar fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 30 weitere wurden verletzt, darunter ein deutscher und zwei afghanische Mitarbeiter der Botschaft. (sba/AFP/dpa)

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