Afghanistan : Ahmadinedschad bestreitet Taliban-Unterstützung

Irans Präsident Ahmadinedschad und sein Amtskollege Karsai aus Afghanistan sind sich einig: Die Taliban erhalten keine Unterstützung aus Teheran. Entsprechende Verdächtigungen der USA seien unwahr.

KabulDer iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in Kabul den Vorwurf zurückgewiesen, dass sein Land insgeheim die Taliban in Afghanistan unterstütze. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karsai sagte Ahmadinedschad: "Ich bezweifle sehr, dass auch nur die geringste Wahrheit in diesen Vorwürfen liegt." Vor allem die USA verdächtigen Iran, Waffen an die Taliban-Kämpfer in Afghanistan zu liefern. Diesen Vorwurf hatte US-Präsident George W. Bush erst vergangene Woche wiederholt. Karsai seinerseits bot Vermittlungsdienste zwischen Iran und den USA an.

Wenn die afghanische Seite die beiden Länder "näher zusammenbringen könnte, wäre dies eine große Freude", sagte Karsai. Sein Land könne dazu sogar "die Initiative ergreifen, wenn beide Seiten dies wünschen". Er verwies auf die engen Bande zwischen Afghanistan und Iran, die etwa in der Verwandtschaft von Sprache und Religion lägen. Andererseits seien die USA ein "strategischer Verbündeter" Afghanistans. Ahmadinedschad war am Morgen zu dem eintägigen Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Es war seine erste Visite in dem Nachbarland. Karsai hatte Anfang des Monats die Regierung in Teheran als "Hilfe und Lösung" für die Probleme Afghanistans bezeichnet. Damit distanzierte er sich deutlich von der Haltung der USA zu Iran. Von Kabul aus wollte Ahmadinedschad nach Turkmenistan und Kirgistan weiterreisen. (mit AFP)

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