Afghanistan : Anschlag auf Bundeswehr in Kundus

Auf die Bundeswehr in der nordafghanischen Unruheprovinz Kundus ist am Donnerstag erneut ein Anschlag verübt worden. Ein Bundeswehrsprecher in Kundus sagte, es habe keine Toten gegeben.

Ein gepanzertes Fahrzeug vom Typ Dingo sei beschädigt worden, erklärte der Bundeswehrsprecher. Zu dem Anschlag auf den deutschen Konvoi sei es rund sechs Kilometer nördlich von Kundus-Stadt gekommen.

Der Konvoi der Bundeswehr war auf dem Rückweg von einer Patrouille, als er gegen Mittag (Ortszeit) in eine improvisierte Sprengfalle geriet, teilte die Bundeswehr weiter mit. Nach dem Anschlag sei einer der deutschen Soldaten leicht verletzt worden, hieß es. Genauere Angaben wie es zu der Verletzung kam und über deren Art machte die Bundeswehr zunächst nicht.

Der neue Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), bekräftigte seine Forderung nach Entsendung von "Leopard 2"-Panzern nach Afghanistan zum Schutz der deutschen Soldaten. Er unterstützte auch die Idee seines Vorgängers Robbe, einen "Runden Tisch" zur Stärkung des Rückhalts für die Soldaten zu schaffen. Die Kräfte im Auslandseinsatz hätten einen Anspruch darauf, dass sie "als Vertreter unserer Interessen" gesehen werden.

Unterdessen geht die Diskussion um die Kosten des Bundeswehreinsatzes am Hindukusch weiter. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die Fortsetzung des Einsatzes bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr kosten. Neben dem Verteidigungshaushalt berücksichtigten die Forscher bei ihrer Schätzung auch Ausgaben anderer Ministerien sowie Kosten, die etwa für die Versorgung verwundeter Soldaten anfallen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies die Darstellung zurück. Behauptungen, der Einsatz sei teurer als vom Ministerium angegeben, "entbehren jeder Grundlage", hieß es in einer Erklärung. Das Verteidigungsministerium stelle die Kosten für den Einsatz der Bundeswehr ­ und damit ausschließlich auf das Verteidigungsressort bezogen ­ gemäß den gesetzlichen Anforderungen auf. "Gesamtwirtschaftliche und ressortübergreifende Kosten bleiben dabei außer Betracht."

Laut der Studie, über die das "Manager Magazin" berichtete, könnte der Einsatz 36 Milliarden Euro kosten. Dieser Schätzung legte das DIW ein Szenario zugrunde, nach dem der Einsatz noch bis 2016 dauert und ab 2014 jedes Jahr ein Drittel der Truppe abgezogen wird. (dpa)

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