Afghanistan : Anschlag der Taliban auf Bundeswehr in Kabul

Ein Selbstmordattentäter hat heute am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Anschlag auf einen Bundeswehrkonvoi verübt. Ein Afghane wurde dabei getötet, ein deutscher Soldat leicht verletzt. Die Taliban bekannten sich inzwischen zu dem Anschlag.

Selbstmordanschlag
Foto: AFP

KabulEin Selbstmordanschlag in der Nähe des Nato-Militärflughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat offenbar deutschen Soldaten gegolten. Bei dem Anschlag unweit des Flughafens der Schutztruppe Isaf seien zwei Fahrzeuge einer deutschen Feldjägerstreife beschädigt worden, sagte ein Bundeswehrsprecher. Bei dem Anschlag ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein deutscher Soldat leicht verletzt worden. Der Mann sei ambulant behandelt worden, sagte der Ministeriumssprecher. Der Attentäter riss laut afghanischem Innenministerium einen einheimischen Soldaten mit in den Tod. Zwei weitere Soldaten und zwei Zivilisten seien verletzt worden.

Der genaue Ablauf des Anschlags müsse noch ermittelt werden, teilte der Bundeswehrsprecher mit. Ein afghanischer Soldat am Flughafen sagte, der Attentäter habe mit seinem mit Sprengstoff beladenen Auto ein deutsches Militärfahrzeug gerammt, das den Flughafen gerade verließ. Das deutsche Fahrzeug habe daraufhin beschleunigt und sei der Explosion auf diese Weise entgangen.

Afghanischer Soldat getötet

Das Anschlagsfahrzeug explodierte nach Angaben eines Soldaten schließlich in der Nähe einer Gruppe von rund 30 afghanischen Soldaten, die zur Militärausbildung nach Italien fliegen sollten. Einer wurde laut afghanischem Innenministerium getötet. Zwei weitere afghanische Soldaten und zwei Zivilisten seien verletzt worden. Bei den Soldaten der Isaf habe es "leichte Verletzungen" gegeben, sagte eine Sprecherin der Truppe. Der Anschlagsort war mit blutbefleckten Stiefeln und Uniformteilen übersät.

Der Attentäter in einem Toyota Corolla habe offenbar den Zünder seines Sprengsatzes nicht zum geplanten Zeitpunkt auslösen können, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Semarai Baschari. Erst danach habe er nicht mehr den Isaf-Konvoi, sondern afghanische Soldaten in der Nähe ins Visier genommen. Die internationalen Streitkräfte sperrten das Gebiet ab, nicht einmal die afghanische Polizei wurde zunächst vorgelassen, wie der Chef der Kriminalpolizei von Kabul, General Alischah Paktiawal, mitteilte.

Taliban bekennen sich zu Anschlag

Inzwischen haben sich laut "Spiegel Online" die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan zu der Tat bekannt. Dem Newsportal zufolge hat sich Sabihullah Mudschahed, der seit längerem als einer der Sprecher der Milizen von Taliban-Führer Mullah Omar fungiere, per Mobiltelefon von einem unbekannten Ort aus bei "Spiegel Online" gemeldet. "Wir haben mit einem Selbstmordattentäter die deutschen Truppen in Kabul angegriffen", sagte Mudschahed laut Bericht.

Er habe zudem behauptet, bei dem Anschlag seien ein deutscher und ein afghanischer Soldat ums Leben gekommen. Auf Nachfrage habe der Sprecher aber keine weiteren Details des Anschlags nennen können. Er habe lediglich gesagt, dass es sich bei dem Angreifer um einen "afghanischen Taliban" handelte. Zudem habe er betont: "Wir wollten die deutschen Truppen treffen und das ist uns gelungen." (mit ddp, AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben