Afghanistan : Attentate treffen Zivilbevölkerung

Die wachsende Zahl von Anschlägen in Afghanistan treffen vor allem Zivilisten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch starben bei Attentat im vergangenen Jahr fünfmal mehr Zivilisten als Uniformierte.

Kabul - In Afghanistan sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) rund tausend Zivilisten getötet worden. Selbstmordattentate und Anschläge von Aufständischen hätten seit 2005 dramatisch zugenommen, erklärte die Autorin eines veröffentlichten Berichts von HRW, Joanne Mariner. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres seien 52 Zivilisten durch Anschläge ums Leben gekommen. "Die Aufständischen begehen immer mehr Kriegsverbrechen, die oft direkt gegen Zivilisten gerichtet sind", fügte Mariner hinzu. Selbst wenn militärische Ziele anvisiert würden, seien Zivilisten häufig die Hauptopfer.

Laut dem Bericht von Human Rights Watch wurden im vergangenen Jahr mindestens 669 afghanische Zivilisten durch Anschläge, Hinterhalte und Morde der Rebellen getötet, 230 weitere starben durch Angriffe der Nato oder der Koalitionstruppen und eine unbekannte Anzahl durch Gefechte zwischen Aufständischen und afghanischen oder internationalen Soldaten. Es habe 136 Selbstmordattentate gegeben, während es 2005 lediglich rund 20, 2004 sechs und 2003 zwei gewesen seien.

Auch wenn die meisten Anschläge militärischen Zielen gegolten hätten, seien fünfmal mehr Zivilisten als Uniformierte ums Leben gekommen, hieß es in dem Bericht weiter. Die Menschenrechtsorganisation kritisierte die radikalislamischen Taliban für ihr Vorgehen gegen die Bevölkerung, aber auch die internationalen Streitkräfte für mangelnde Vorsichtsmaßnahmen, um zivile Opfer zu vermeiden. (tso/AFP)

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