Afghanistan : Auswärtiges Amt bestätigt Entführung

Harald K. wird seit Sonntag in Afghanistan vermisst. Die Hintergründe sind unklar, und offizielle Stellen hielten sich bis jetzt bedeckt. Nun hat das Auswärtige Amt erstmals zu dem Fall Stellung bezogen.

Berlin"Wir gehen von einer Entführung aus", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Ein Krisenstab beschäftigt sich mit dem Fall. Zu den genauen Hintergründen der Entführung werde man sich aber nicht äußern.

Der aus Süddeutschland stammende 42-jährige Schreinermeister Harald K., der seit 2003 in Afghanistan lebt, soll nach bisherigen Erkenntnissen am Sonntag in der Provinz Herat entführt worden sein. Es ist aber noch unklar, ob die Entführung einen politischen Hintergrund hat. Nach Medienberichten sollen angeblich Taliban hinter der Verschleppung stecken. Unbestätigten Angaben zufolge könnten aber auch familiäre Racheakte ein Tatmotiv sein. K. ist mit einer Afghanin verheiratet, die angeblich einem Einheimischen versprochen gewesen sein soll.

Zuletzt war im Oktober ein in Afghanistan verschleppter deutscher Ingenieur nach mehrmonatiger Geiselhaft freigekommen. Er war Mitte Juli gemeinsam mit einem später erschossenen Kollegen entführt worden. Im August war eine Entwicklungshelferin in Kabul kurzzeitig in die Hände von Kidnappern geraten, konnte aber von der Polizei schnell wieder befreit werden. (smz/ddp)

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