Afghanistan : Benutzten Taliban Zivilisten als Schutzschilde?

Bei Nato-Luftangriffen gegen Taliban-Stellungen in Afghanistan sollen mindestens 60 Unbeteiligte getötet worden sein. Präsident Karsai hat eine Untersuchungskommission zur Klärung der Vorwürfe eingerichtet.

Kabul - Das Gremium solle Berichte überprüfen, wonach bei Nato-Luftangriffen gegen Taliban-Stellungen am Dienstag mindestens 60 Zivilisten getötet wurden, hieß es in einer Erklärung. Die Nato hatte am Dienstag Luftangriffe in den beiden Bezirken Pandschwaji und Paschmul in der südlichen Provinz Kandahar geführt.

Die Allianz verteidigte ihr Vorgehen und erhob schwere Vorwürfe gegen die Taliban. Die radikalislamischen Rebellen würden Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" missbrauchen, sagte ein Sprecher des Bündnisses in Kabul. Das erschwere den Einsatz der Truppe. Nach ISAF-Angaben wurden bei drei Angriffen auf Taliban-Verbände etwa 35 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Kandahar am Dienstag insgesamt 48 Aufständische getötet. Ob dabei auch unbeteiligte Zivilisten getötet wurden, sei nicht bekannt, sagte ein Nato-Sprecher.

Der Leiter des Bezirks Pandschwaji, Nias Mohammad Sarhadi, sagte, bei den Luftangriffen seien etwa 60 Bewohner getötet und zahlreiche Häuser zerstört worden. Der stellvertretende Vorsitzende des Provinzrats von Kandahar, Bismellah Afghanmal, sprach sogar von 85 Todesopfern. (tso/AFP)

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