Politik : Afghanistan: Bin Ladens Truppen geben auf

Die Kämpfer des Moslem-Extremisten Osama bin Laden sind am Dienstag nach Angaben eines afghanischen Kommandeurs auf einen letzten Stützpunkt in den Bergen zurückgedrängt worden. Ein US-Sprecher sagte dazu in Kabul, die Kämpfe dauerten aber an. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz geht unterdessen Berichten nach, dass Dutzende gefangener Taliban-Kämpfer auf dem Weg zu einem Gefangenenlager in Nordafghanistan in Containern qualvoll erstickt sein sollen. Die "New York Times" hatte den Kommandeur der Nordallianz in Schibarghan mit den Worten zitiert, mindestens 43 Taliban-Kämpfer aus Kundus seien während des Transports in Ladecontainern an ihren Wunden gestorben oder erstickt.

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Die Sondersitzung des Bundestags zu einer möglichen Bundeswehr-Beteiligung an einer Schutztruppe für Afghanistan wird nach Angaben der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kristin Heyne, voraussichtlich Anfang kommender Woche stattfinden. Falls das Sicherheitsrats-Mandat bis dahin vorliege, wollten die Fraktionen dann entscheiden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck sagte, die Abstimmung werde nicht vor Dienstag oder Mittwoch nächster Woche sein. Heyne fügte hinzu, es gehe um "eine qualitativ neue Entscheidung", da der Einsatz für die Soldaten sehr große Risiken berge. Sie rechne in ihrer Fraktion mit einer großen Mehrheit für den Einsatz. Die acht Gegner des Anti-Terror-Einsatzes in der Fraktion würden ihrer Meinung nach nicht wieder als Gruppe auftreten, sondern "individuelle Entscheidungen" treffen. Außenminister Fischer sprach sich nach der Sitzung der Grünen-Fraktion indirekt für ein robustes Mandat aus: "Es ist völlig klar, dass der Friedensprozess nicht an einem Sicherheitsvakuum scheitern darf." Es habe für diese Haltung in der Fraktion "großes Verständnis" gegeben. Großbritannien erklärte sich indes bereit, eine "führende Rolle" beim Einsatz einer Friedenstruppe in Afghanistan zu übernehmen. Eine formelle Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, sagte der britische Premier Blair. Frankreichs Außenminister Védrine kündigte ebenfalls "sehr bald" eine Entscheidung über Art und Umfang einer Beteiligung an der Truppe an.

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