Politik : Afghanistan: Britische Elitetruppe bereits im Einsatz?

Der amerikanische Truppenaufmarsch am Persischen Golf geht unvermindert weiter. Während sich US-Präsident Bush auf seinem Landsitz in Camp David im Bundesstaat Maryland am Wochenende mit dem nationalen Sicherheitsrat beriet, hoben Kampfflugzeuge von Stützpunkten in den USA ab. Ein Vorauskommando der britischen Eliteeinheit "Special Air Services" soll nach Presseberichten bereits im Norden Afghanistans bei der so genannten Nordallianz sein.

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Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA Das Pentagon verweigert nach wie vor alle Informationen über Truppenbewegungen. Ein Verlegungsbefehl für Truppen und Kampfflugzeuge war am Mittwoch bekannt geworden, ein zweiter sollte an diesem Wochenende ergehen. In Virginia hoben mehrere F-14-Kampfflugzeuge ab. Sie sollen dem Vernehmen nach an Stützpunkte am Persischen Golf verlegt worden sein. In Fernost verließ der US-Flugzeugträger "Kitty Hawk" seinen japanischen Stützpunkt.

Präsident Bush hatte am Samstag zum dritten Mal seit den Terroranschlägen ausführlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Dabei dürfte es nach Angaben von Beobachtern auch um die Nutzung von Stützpunkten in den ehemaligen sowjetischen Republiken Tadschikistan und Usbekistan gegangen sein. US-Medien berichten übereinstimmend, die US-Luftwaffe nutze Stützpunkte dort. Die Regierungen haben dies aber nicht bestätigt.

Die afghanische Taliban-Miliz hat nach eigenen Angaben am Sonntag erneut ein Flugzeug abgeschossen. Die Herkunft der in der nördlichen Provinz Samangan abgeschossenen Maschine sei noch unklar, erklärte Taliban-Sprecher Abdul Hanan Himat. Am Samstag hatten die Taliban den Abschuss eines angeblichen US-Spionageflugzeugs gemeldet. Später erklärten sie, bei dem abgeschossenen Flugobjekt habe es sich um einen Hubschrauber der afghanischen Opposition gehandelt.

Die Oppositionstruppen der so genannten Nordallianz eroberten am Sonntag mehrere Taliban-Stellungen im Norden Afghanistans, wie die den Taliban nahe stehende Agentur AIP meldete. Sie griffen in der Nacht Ziele in den Provinzen Samangan, Balch und Tachar an. Bei heftigen Kämpfen starben mindestens zwei Taliban-Kämpfer und zwei Soldaten der Opposition. Nach dem tödlichen Anschlag auf Oppositionsführer Schah Massud hatten die Taliban in der vorigen Woche ihre Offensiven in den von der Nordallianz kontrollierten Gebieten verstärkt.

Im Rahmen des zunehmenden internationalen Drucks auf Afghanistan als Folge der Terroranschläge in den USA verstärkte Moskau am Wochenende seine Aktivitäten in den GUS-Republiken Zentralasiens. Zugleich nahmen russische Militärs erstmals Kontakt mit dem neuen Kommandeur der oppositionellen Nordallianz Afghanistans auf. Das russische Fernsehen berichtete am Sonntag erstmals von der Stationierung US-amerikanischer Kampfhubschrauber und Kampfjets in der zentralasiatischen Republik Usbekistan. Die Regierung in Taschkent verweigerte dazu zunächst jede Stellungnahme.

Aus seinem Urlaubsort in Sotschi am Schwarzen Meer erörterte der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag mit den Staatschefs der zentralasiatischen Republiken die aktuelle Lage in der Krisenregion. Dabei seien "eine Reihe von Fragen der Koordinierung von Aktionen" erörtert worden, hieß es.

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