Afghanistan : Bundeswehr-Soldaten schießen auf Kleinbus

Weil ein Auto ungebremst auf sie zusteuert, eröffnet die Besatzung eines Bundeswehr-Kontrollpunkts in Nordafghanistan das Feuer auf die Insassen. In dem Wagen sitzen Zivilisten. Die Soldaten wollen aber nicht auf die Insassen gezielt haben.

BerlinDeutsche Soldaten haben an einem Bundeswehr-Kontrollpunkt im Norden Afghanistans mehrere Zivilisten durch Schüsse verletzt. Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitagabend in der Nähe von Kundus. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin raste ein Kleinbus auf einer Hauptstraße mit hoher Geschwindigkeit auf einen Kontrollposten zu. Darauf hätten die Bundeswehr-Soldaten eine gezielte Salve aus einem Maschinengewehr auf den Motorblock des Autos gefeuert. Dabei seien mehrere Personen verletzt worden.

Wie viele Personen sich in dem Fahrzeug befanden, konnte ein Ministeriumssprecher nicht sagen. In früheren Meldungen war von fünf Personen die Rede. Unbekannt ist auch, ob sich unter den Verletzten Frauen und Kinder befinden.

Keiner der Verletzten schwebt in Lebensgefahr

Zwei Afghanen erlitten laut Bundeswehr schwere Verletzungen, sind aber außer Lebensgefahr. Sie würden im deutschen Feldlazarett behandelt, sagte ein Bundeswehr-Sprecher vor Ort. Deutsche Soldaten seien bei dem Vorfall nicht verletzt worden. Die Sicherheitslage in und um Kundus hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft.

Ende August waren an einer deutschen Straßensperre im Norden Afghanistans drei Zivilisten getötet worden. Bei den Opfern handelte es sich um zwei Kinder und eine Frau. Zwei weitere Zivilisten wurden verletzt, als deutsche Soldaten der Internationalen Truppe für Afghanistan (Isaf) und afghanische Polizisten das Feuer auf ein Auto eröffneten. Im Rahmen der Isaf sind derzeit gut 3300 deutsche Soldaten in Afghanistan eingesetzt. (sf/AFP/dpa)

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