Afghanistan : Bush rückt von Forderung nach deutschem Einsatz ab

Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Bukarest erklärt US-Präsident Bush, dass er von Deutschland keinen Einsatz im Süden Afghanistans erwartet: "Ich möchte von anderen Staaten nichts fordern, wozu sie politisch nicht in der Lage sind." Im März noch hatten seine Andeutungen anders geklungen, als er von den Nato-Verbündeten eine schwere Bürde in Afghanistan einforderte.

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US-Präsident George W. Bush: "Ich möchte von anderen Staaten nichts fordern, wozu sie politisch nicht in der Lage sind." -Foto: AFP

BerlinBush sagte, er sei dankbar, dass Kanzlerin Angela Merkel und der Deutsche Bundestag "unser Engagement mit Truppen im Norden Afghanistans unterstützen".  Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung "Die Welt", ob die USA das Engagement Deutschlands auch im Süden Afghanistans fordern, sagte Bush wörtlich: "Nein. Ich will Entscheidungen, die unsere Partner tragen können. Ich möchte, dass Kanzlerin Merkel mit den Ergebnissen gut leben kann. Mit anderen Worten, ich möchte von anderen Staaten nichts fordern, wozu sie politisch nicht in der Lage sind." Auf die Nachfrage des Blattes, Deutschland werde also nicht aufgefordert, Bodentruppen für den Einsatz im Süden des Landes zu stellen, stellte Bush klar: "Nein, das wird nicht geschehen."

Bush hatte erst Anfang März deutlich gemacht, dass die Nato-Verbündeten mehr Truppen nach Afghanistan schicken sollen. Er erwarte, dass die Alliierten eine "schwere Bürde übernehmen, wenn sie nach Afghanistan gehen", sagte der Präsident offenbar mit Blick auf Deutschland und andere Länder, die ihre Truppen in relativ ruhigen Regionen Afghanistans stationiert haben. "Wenn wir in dem Kampf als eine Allianz antreten, dann müssen wir auch wie eine Allianz kämpfen."

Washington hatte in der Vergangenheit immer wieder gefordert, dass Deutschland und andere europäische Länder ihre Soldaten auch in den gefährlichen Süden Afghanistans einsetzen, wo es immer wieder zu Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban-Rebellen kommt. Die Bundesregierung hat dies bislang strikt abgelehnt. Derzeit sind insgesamt etwa 43.000 Nato-Soldaten in Afghanistan. Deutschland sowie Frankreich und Italien haben Truppen in eher ruhigen Gebieten, dagegen kämpfen etwa die USA, Großbritannien, Kanada und die Niederlande im riskanten Süden des Landes. (kj/dpa)

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