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Afghanistan-Connection : Ex-Generalinspekteur Schneiderhan warnt vor Afghanistan-Fokussierung

Wolfgang Schneiderhan warnt davor, dass sich Ursula von der Leyen zu sehr von Offizieren beeinflussen lässt, die in Afghanistan im Einsatz waren. Die Verteidigungsministerin reagiert auf Berichte des Tagesspiegels und des ARD-Magazins "Fakt" über die Afghanistan-Connection.

Michael Schmidt,Markus Frenzel
Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hier auf einem Foto von 2009.
Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hier auf einem Foto von 2009.Foto: dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine Vernachlässigung der Bundeswehrkräfte in Deutschland eingeräumt. In den vergangenen Jahren sei viel Geld und Konzentration in die Ausrüstung für die Auslandseinsätze gegangen; das solle zwar auch so bleiben, „zeigt aber, dass wir den Grundbetrieb hier zu Hause vernachlässigt haben”, sagte die Ministerin dem Sender n-tv. Darüber müsse jetzt diskutiert werden.

Hintergrund der Äußerungen von der Leyens sind Berichte des ARD-Magazins „Fakt“ sowie des Berliner „Tagesspiegel“ über eine „Afghanistan Connection“ in der Bundeswehr. Dort hätten in den vergangenen Jahren vor allem Offiziere Karriere gemacht, die in Afghanistan im Einsatz waren und die Bedürfnisse der Bundeswehr vor allem unter diesem Blickwinkel sehen. Dabei seien andere Bereiche vernachlässigt worden, zum Beispiel die sogenannte Heimat-Verteidigung, die vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise wieder an Bedeutung gewonnen hat, sowie die Teilstreitkräfte Luftwaffe und Marine, hieß es in dem Bericht.

„Die Gefahr ist, dass jemand, der eine gewisse Einsatzwirklichkeit erlebt hat, glaubt, aus dieser viermonatigen Erfahrung heraus alles auf strategischer Ebene prognostizieren und analysieren zu können“, sagte der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan dazu dem „Tagesspiegel“ und „Fakt“. Es sei aber wichtig, dass von der Leyen auch von Offizieren beraten werde „aus Teilstreitkräften, die in Afghanistan nicht so gefragt sind, die woanders Erfahrungen gesammelt haben“.

Das Interview ist Teil einer Recherche von "Tagesspiegel" und dem ARD-Magazin "Fakt" über die sogenannte "Afghanistan-Connection". "Fakt" strahlt am Dienstagabend um 21.45 Uhr einen Beitrag dazu aus.

Alles zum Thema finden Sie auf der Seite www.afghanistan-connection.de.

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