Afghanistan : Deutsche Soldaten bei Kundus verwundet

Bei Gefechten nahe der nordafghanischen Stadt Kundus sind acht Bundeswehr-Soldaten verletzt worden, einer von ihnen schwer.

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Anschlag: Zum wiederholten Mal wurden deutsche Soldaten Ziel eines Übergriffs. -Foto: ddp

KundusDer schwer verletzte Soldat sei mit dem Hubschrauber ins deutsche Lazarett in Masar-i-Scharif ausgeflogen worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Nach Angaben der Bundeswehr soll der Soldat nach Deutschland zurückgeflogen werden, sobald es sein Zustand erlaubt. Sieben seiner Kameraden wurden bei den Gefechten leicht verletzt.

Eine Patrouille sei etwa zwölf Kilometer südlich des Feldlagers Kundus mit Panzerfäusten und Sturmgewehren angegriffen worden, teilten Verteidigungsministerium und Einsatzführungskommando mit. Die Soldaten hätten sich daraufhin ein etwa 40-minütiges Gefecht mit den Aufständischen geliefert. Luftunterstützung sei angefordert worden. Die Flugzeuge hätten als Demonstration der Stärke Täuschkörper abgefeuert, die letzte Vorstufe zu echtem Beschuss.

Gut zwei Stunden später hätten sich Verstärkungskräfte der Schnellen Eingreiftruppe im selben Gebiet ein einstündiges Gefecht mit Aufständischen geliefert. In beiden Auseinandersetzungen seien jeweils vier deutsche Soldaten verwundet worden.

Wie der Verwaltungschef des Distrikts Ali Abad, Habibullah Muhtaschim, mitteilte, wurden vier Aufständische getötet oder verletzt. Die Bundeswehr erklärte hingegen, es sei nicht bekannt, ob es zu Verlusten auf der Gegenseite gekommen sei. Erst am Dienstag war in Nordafghanistan ein Bombenanschlag auf deutsche Soldaten verübt worden, bei dem niemand zu Schaden kam.

Anfang September waren bei einem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff Dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben der afghanischen Untersuchungskommission waren darunter 30 Zivilisten. Außerdem seien 69 Taliban-Kämpfer umgekommen und elf verletzt worden. Die Nato untersucht den Vorfall noch, der in Deutschland und von den Nato-Partnern kritisiert wurde.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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