Afghanistan-Einsatz : "Es geht um die Glaubwürdigkeit der Nato"

Der britische Verteidigungsminister Des Browne hat Fehleinschätzungen der Nato beim Einsatz in Afghanistan eingeräumt.

London - Der massive Widerstand der radikalislamischen Taliban gegen die Nato-geführte Truppe sei überraschend gekommen und binde "mehr unserer Anstrengungen, als wir erwartet hatten", sagte Browne in einer Rede in London. Der Widerstand verlangsame den Prozess des Wiederaufbaus und der Neugestaltung. Browne ließ durchblicken, dass er sich eine stärkere Beteiligung anderer Nato-Staaten am derzeitigen Einsatz in dem besonders gefährlichen Süden Afghanistans wünscht. "Alle Partner sollten bereit sein, sich dem gleichen Risiko zu stellen", sagte der Minister.

Browne betonte, dass die derzeit im Süden operierenden Briten, Kanadier, Niederländer, Esten und US-Soldaten auf Beschluss aller beteiligten Nato-Staaten ihre Mission angetreten hätten. Allerdings müssten sich alle Partnerländer über das Risiko im klaren sein und Bereitschaft signalisieren: "Wir müssen unsere Partner überzeugen und ihnen helfen, ihre jeweilige Öffentlichkeit zu überzeugen." Die Nato-Länder müssten "sich entscheiden, ob sie ihre Investition stärken, ihre Absicht bekräftigen und ein klares Signal an die Taliban senden wollen".

Ob Browne einen Einsatz der deutschen Bundeswehr in Südafghanistan im Sinn hat, sagte er nicht. Bislang sind die deutschen Soldaten in der Hauptstadt Kabul und im vergleichsweise ruhigen Norden stationiert. Der britische Minister sagte weiter, dass es bei dem Erfolg nicht nur um regionale Sicherheit, sondern letztlich auch um die Nato selbst gehe. "Nun, da die Nato die Aufgabe übernommen hat, geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Nato." (tso/AFP)

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