Afghanistan-Einsatz : Obama verlangt "Drecksarbeit" von Europäern

Der führende Präsidentschaftskandidat der Demokraten fordert von den europäischen Verbündeten deutlich mehr Einsatz am Hindukusch. Dabei benutzt Barack Obama, dem offenbar enorme Spendengelder für seinen Wahlkampf zufließen, deutliche Worte.

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Barack Obama. -Foto: dpa

WashingtonNun wird klar, was auf die Europäer nach einem Machtwechsel im Weißen Haus zukommen könnte: Wie Medien berichten, verlangt der Favorit im US-Vorwahlkampf, Barack Obama, mehr Einsatz in Afghanistan. Die Europäer sollten Beschränkungen für ihre Truppen aufheben und sich ebenfalls in Feuergefechte mit den Taliban einschalten. Es könne schließlich nicht sein, dass ausschließlich die USA und Großbritannien die "Drecksarbeit" machten, wird der Präsidentschaftsbewerber zitiert. Namen einzelner Staaten nannte er jedoch nicht.

Deutschland, Italien und Spanien sind mit ihren Truppen im vergleichsweise ruhigen Norden und Westen des Landes stationiert - Briten, Amerikaner und Niederländer hingegen im umkämpften Süden. Auch Prinz Harry, jüngster Sohn des britischen Thronfolgers Prinz Charles, kämpft in Südafghanistan gegen die Taliban. Sein Kriegseinsatz könnte jedoch vorbei sein. Nach Bekanntwerden seines Einsatzes erwägt die britische Armee, ihn vorzeitig wieder abzuziehen.Die Bundesregierung hat bislang abgelehnt, Bundeswehrsoldaten in den Süden Afghanistans zu schicken.

Spendenrekord im US-Wahlkampf

Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten sind Hillary Clinton und Barack Obama bei der Finanzierung ihrer Wahlkampagnen auf der Jagd nach immer neuen Höchstsummen: Im Februar hat die frühere First Lady 35 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt. Der bisherige Höchststand lag bei 32 Millionen Dollar - diese Summe konnte ihr Kontrahent Obama im Januar für seine Kampagne verbuchen. Einer seiner Sprecher teilte jedoch mit, dass der Senator aus Illinois im Februar mehr Spenden eingenommen habe als Clinton. Eine genaue Summe nannte er allerdings nicht. (ck/AFP)

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