Afghanistan : Elf Tote bei Anschlag auf Anti-Drogen-Polizei

Ein Selbstmordattentäter hat am Montag bei einem Anschlag auf eine Anti-Drogen-Einheit der Polizei in der südafghanischen Provinz Helmand mindestens elf Menschen mit in den Tod gerissen.

Kabul

Bei den Opfer handele es sich um neun Polizisten und zwei Zivilisten, sagte Helmands Polizeichef Assadullah Shersad. 28 weitere Menschen seien verletzt worden. Der Sprecher der Provinzregierung, Daoud Ahmadi, berichtete, der Attentäter habe eine Polizeiuniform getragen und versucht, ins Hauptquartier der Polizei in der Provinzhauptstadt Laschkar Gah einzudringen. Als ihn Sicherheitskräfte aufhalten wollten, habe er sich in die Luft gesprengt. Zur gleichen Zeit habe die Anti-Drogen-Einheit das Gebäude für einen Einsatz verlassen.

"Das Ziel des Angriffs waren die Anti-Drogen-Polizeikräfte", sagte Ahmadi. "Das ist ein weiteres Beispiel für die Verbindung zwischen den Taliban und der Drogenmafia." Die britischen Truppen in Helmand teilten am Montag mit, zwei britische Soldaten seien dort bei einem Anschlag getötet worden. Bei einem Angriff auf eine Polizeistation in Helmands Nachbarprovinz Farah wurden am Montag ein Polizist und ein Selbstmordattentäter getötet. Ein Polizeisprecher sagte, der Attentäter habe eine Handgranate geworfen und so einen Polizisten getötet. Er sei dann von Sicherheitskräften beschossen worden, dabei sei seine Sprengstoffweste detoniert. Zu den Angriffen auf diePolizeistationen in Helmand und Farah bekannten sich die Taliban.

Afghanistan ist im vergangenen Jahr erneut für mehr als 90 Prozent der weltweiten Produktion von Rohopium verantwortlich gewesen, dem Grundstoff für Heroin. Helmand ist die Provinz in Afghanistan, in der mit Abstand die größte Menge Schlafmohn angebaut wird und in der die radikalislamischen Taliban den größten Einfluss haben. Die Taliban finanzieren ihren Aufstand unter anderem durch Drogenhandel. Am vergangenen Wochenende waren bei Kämpfen und Anschlägen Aufständischer insgesamt mindestens acht ausländische Soldaten in Afghanistan getötet worden. (jam/dpa)

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