Afghanistan : Explosion im Bundeswehrlager Feisabad

Kurz vor der Reise von Verteidigungsminister Peter Struck nach Afghanistan hat es im Lager des Bundeswehr-Wiederaufbauteams in Feisabad eine Explosion gegeben. Die Ursache blieb zunächst unklar.

Kabul/Berlin (28.08.2005, 16:49 Uhr) - Niemand wurde verletzt, teilte Struck am Sonntag in Berlin mit. Ein Sprecher der Bundeswehr sagte, es sei geringer Sachschaden entstanden und ein Zelt beschädigt worden. Die Ursache für die Detonation am Samstagabend um 23.00 Uhr müsse noch untersucht werden. Die Lage sei wieder ruhig und stabil.

Struck wollte am Abend zu einem Kurzbesuch nach Afghanistan reisen, um sich am Montag bei den beiden deutschen Wiederaufbauteams im nördlichen Kundus und Feisabad ein Bild von der Sicherheitslage zu machen. Am Montagabend wollte er bereits wieder in Berlin sein. In Afghanistan soll am 18. September ein neues Parlament gewählt werden. Zunächst war in Feisabad von einem Anschlag gesprochen worden.

Am Wochenende ging die Serie von Anschlägen gegen ausländische Truppen weiter. Nahe Khayr Kot in der Provinz Paktika im Südosten Afghanistans explodierte nach Angaben des US-Militärs neben einem gepanzerten Fahrzeug ein Sprengsatz. Dabei wurden ein amerikanischer Soldat getötet und vier Soldaten verletzt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. In der Nähe der Hauptstadt Kabul wurden vier US-Soldaten verletzt, als ihr Konvoi überfallen wurde.

Den Sicherheitsbehörden gelang nach eigenen Angaben derweil ein Schlag gegen die Drogenherstellung in Afghanistan, dem mit Abstand größten Opium-Produzenten der Welt. Bei Razzien im Süden des Landes seien in den vergangenen Tagen drei mutmaßliche Schmuggler festgenommen und mehr als zwei Tonnen Opium zerstört worden, teilte das Innenministerium in Kabul mit. Zudem hätten Fahnder Waffen beschlagnahmt sowie Fahrzeuge, die zum Drogen-Transport ins Ausland genutzt worden seien.

Struck sagte auf die Frage, ob sich die Bundeswehr künftig an der Bekämpfung des Drogenanbaus und -handels beteiligen werde, deutsche Soldaten sollten weiterhin nur logistische Hilfe für die afghanischen Behörden und die international zuständigen Briten leisten. Struck will die Bundeswehr auch zu ihrem Schutz aus dem gefährlichen Kampf gegen Drogenbarone heraushalten.

Das Bundestagsmandat für Afghanistan läuft am 13. Oktober aus. Der Minister will die Mandatsverlängerung mit einer Aufstockung des Kontingents von 2250 auf 3000 Soldaten sowie einer Ausdehnung des Einsatzgebietes auf den ganzen Norden verbinden. Deutschland ist nach dem Konzept der Nato für die regionale Koordination der Wiederaufbauteams der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) im Norden zuständig. Dort sind 450 Bundeswehrsoldaten stationiert.

Laut einem «Spiegel»-Bericht wird bei der Bundeswehr überlegt, zur Unterstützung der Isaf-Friedenstruppe bis zu sechs «Tornado»-Jets des Aufklärungsgeschwaders 51 aus Jagel bei Schleswig an den Hindukusch zu entsenden. Allerdings gebe es dazu noch keine konkrete Planung und auch zur im Herbst anstehenden Verlängerung des Afghanistan-Mandats sei noch keine Verlegung von Maschinen beabsichtigt. (tso/dpa)

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