Politik : Afghanistan: Helfer in Gefahr?

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Die meisten Flüchtlinge der Welt kommen aus Afghanistan. Nach mehr als 20 Kriegsjahren sind 3,6 Millionen Afghanen aus ihrem Heimatland geflohen. Die meisten von ihnen werden von den Nachbarländern aufgenommen: 2 Millionen afghanische Flüchtlinge leben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Pakistan, weitere 1,5 Millionen im Iran. Auch Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan bieten Afghanen Zuflucht. 500 000 Menschen sind innerhalb Afghanistans auf der Flucht. Nicht nur der Bürgerkrieg und die herrschenden radikalislamischen Taliban zwingen viele Afghanen, ihr Zuhause zu verlassen: Durch die seit drei Jahren herrschende Dürre sind Millionen Menschen in Afghanistan vom Hungertod bedroht. In den vergangenen Monaten suchten 170 000 Afghanen in Pakistan Schutz - nach UNHCR-Angaben die größte Fluchtbewegung in den letzten zehn Jahren. Die afghanische Flüchtlingstragödie hat schon lange vor den Terroranschlägen in den USA und dem Gegenschlag der Amerikaner begonnen. Seit dem 11. September sind zwischen 15 000 und 20 000 Menschen in der Region um Kandahar über die Grenze nach Pakistan geflohen. Schlimmstenfalls rechnet das Flüchtlingshilfswerk mit weiteren 1,5 Millionen afghanischen Flüchtlingen.

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