Afghanistan : Hubschrauber möglicherweise abgeschossen

Der Absturz eines spanischen Militärhubschraubers in Afghanistan ist möglicherweise durch einen Abschuss verursacht worden.

Madrid (16.08.2005, 15:23 Uhr) - Spaniens Verteidigungsminister José Bono teilte in Madrid mit, dass die Möglichkeit eines «Angriffs» auf den Helikopter nicht ausgeschlossen sei. Bei dem Absturz waren 17 spanische Soldaten ums Leben gekommen.

Bislang gebe es keine Erkenntnisse zu den Ursachen. Zunächst sei man von einem Unglück ausgegangen. Auf Grund von Fotos der Absturzstelle könne die Hypothese eines Abschusses aber nicht ausgeschlossen werden.

Auf dem Rückweg von Afghanistan nach Spanien waren im Mai 2003 bei einem Flugzeugabsturz in der Türkei 62 spanische ISAF-Soldaten und 12 ukrainische Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Bei dem Unfall am Dienstag mit 17 Toten handelt es sich um die schwersten spanischen Verluste in Afghanistan.

Ende Juni hatten Kämpfer der radikalislamischen Taliban in der ostafghanischen Provinz Kunar einen US-Transporthubschrauber vom Typ CH-47 Chinook abgeschossen. Alle 16 Soldaten an Bord waren dabei getötet worden. Einen Monat später war ein baugleicher Hubschrauber in der südafghanischen Provinz Kandahar nach US-Angaben abgestürzt, ohne dass es Tote oder Verletzte gab. Die Taliban hatten angegeben, auch diesen Helikopter abgeschossen zu haben.

Sicherheitskräfte hatten in den vergangenen Monaten vor Angriffen gegen Hubschrauber in Afghanistan gewarnt. In Afghanistan wird am 18. September erstmals seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001 ein Parlament gewählt. Spanien hat in Afghanistan rund 850 ISAF-Soldaten stationiert. Die Bundeswehr stellt in der Hauptstadt Kabul sowie in Kundus und Faisabad im Norden des Landes rund 2000 Soldaten für die Schutztruppe.

Als eine der wichtigsten Aufgaben der ISAF in den kommenden Wochen gilt die Sicherung der Wahl. Vor der Wahl haben Anschläge und Angriffe radikalislamischer Rebellen deutlich zugenommen. (tso)

0 Kommentare

Neuester Kommentar