Politik : „Afghanistan ist ein Problem der Welt“

Britischer Premier Blair appelliert bei Truppenbesuch an Staatengemeinschaft

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Kabul - Eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Riga hat der britische Premierminister Tony Blair zum verstärkten Engagement für Afghanistan aufgerufen. „Es ist dieser außergewöhnliche Flecken Wüste, auf dem sich die Zukunft der Weltsicherheit im frühen 21. Jahrhundert entscheiden wird“, sagte Blair am Montag bei einem Überraschungsbesuch bei den britischen Truppen in der südafghanischen Provinz Helmand. Auf dem Stützpunkt Camp Bastion sagte Blair, die Nato-Truppen würden die Taliban durch „Entschlossenheit, Mut und den absoluten Willen“ niederringen. „Wenn ihr sie besiegt, werdet ihr sie nicht nur im Namen der Menschen in Afghanistan besiegen, sondern auch für unser Land, Großbritannien, und die ganze Welt“, sagte der Premier.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Kabul appellierten beide Politiker an die internationale Gemeinschaft, am Wiederaufbau Afghanistans festzuhalten. „Bleiben Sie an unserer Seite, bis wir fest auf eigenen Füßen stehen“, sagte Karsai. Der britische Regierungschef sagte, es sei „nun die richtige Zeit, die Konzentration verschärft auf die Notwendigkeit zu richten, weiter an der Seite der Afghanen zu bleiben“. Das Problem Afghanistan sei zu einem Problem für die Welt geworden.

Die Nato kommt am 28. November zu ihrem Gipfeltreffen in der lettischen Hauptstadt Riga zusammen. Der Antiterrorkampf in Afghanistan dürfte dabei ganz oben auf der Agenda stehen. Die Nato-Militärführung hatte schon vor Monaten dringend mehr Mittel für die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) angemahnt. Auch Deutschland gerät immer stärker unter Druck, die Bundeswehr auch im heftig umkämpften Süden des Landes einzusetzen. Die deutschen Soldaten haben im Rahmen der Isaf-Mission zwar die Führung für die gesamte Nordregion; für Aktionen im Süden haben sie aber noch kein Mandat.

Großbritannien stellt das zweitgrößte Kontingent der rund 31 000 Soldaten umfassenden Isaf. Insgesamt sind etwa 5500 britische Soldaten in Afghanistan, der überwiegende Teil ist im unruhigen Süden stationiert. Seit Beginn des Einsatzes im Oktober 2001 kamen 41 britische Soldaten ums Leben.AFP

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